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Umgezogen: Inzwischen hat der Uhu die Krankenbox verlassen.

Weilheim

Besondere Begegnung mit einem Uhu

Eine besondere Begegnung hatte eine Frau aus Weilheim kürzlich. Sie traf auf einer Lichtung auf einen Uhu, der krank und unterernährt war.

Weilheim - „Ich dachte erst, da sitzt eine große Katze“, sagt sie. Dann, bei näherem Hinschauen, habe sie gesehen, dass dort ein Vogel sitzt – ein großer Vogel. „Ich bin näher hingegangen und habe erkannt, dass es ein Uhu ist“, sagt die Frau. Das Tier habe versucht, wegzufliegen, aber das sei nicht gegangen, es habe die Kraft dazu nicht gehabt, erzählt sie. Sie habe erkannt, dass dem Uhu etwas fehlt, dass er zu schwach ist, um davonzufliegen. „Da bin ich auf ihn zugegangen, immer näher zu ihm hin“, erzählt sie. Sie habe ununterbrochen leise auf ihn eingeredet, erzählt die Weilheimerin.

Der Uhu habe noch einen Versuch unternommen, davonzufliegen, doch wieder war er zu schwach. Als sie ganz nah an das Tier herangekommen war, habe sie ihre Jacke ausgezogen und sie über es geworfen. Dann sei sie vorsichtig zu ihm hingegangen und habe ihn hochgehoben. „Er hat sich nicht gewehrt“, sagt die Frau. Es ist zwar normal, dass die Tiere auch mal in einer Wiese sitzen, weshalb sie nicht aufgenommen werden sollen, aber in diesem Fall war das die letzte Rettung für das Tier. Auf jeden Fall habe sie der Moment, in dem das majestätische Tier sie habe so nah an sich herankommen lassen, sehr berührt. „Es war total überwältigend“, sagt die Weilheimerin. Der Uhu ist 40 bis 45 Zentimeter groß gewesen: „ein schönes Tier.“

Der Uhu kann zwar alleine fressen, wird aber auch noch gefüttert.

Die Weilheimerin trug den Uhu zur Tierklinik, wobei ihr auffiel, wie leicht er für seine Größe dann doch ist. Ihr Verdacht, dass er krank war und nichts mehr essen konnte, bestätigte sich wenig später. Der Falkner Alfred Aigner nahm brachte den Uhu anschließend in seine „Auffang- und Pflegestation für Greifvögel und Eulen“ nach Sauerlach, wo er nun aufgepäppelt wird. Offensichtlich war er von Parasiten befallen und konnte deswegen schon seit längerem nichts mehr essen. Nun wird der Uhu von einer Tierärztin betreut, die auf Haus- und Wildgeflügel spezialisiert ist. Er bekommt Medikamente gegen die Parasiten und wird ansonsten gut gefüttert. Am Anfang war er wegen der Medikamente noch ziemlich apathisch, erholt sich inzwischen aber ganz gut.

Der Uhu kann nun schon wieder alleine fressen, wird jedoch auch noch zusätzlich gefüttert, damit er schneller zunimmt. Die Krankenbox konnte er schon wieder verlassen und ist in eine warme Innenvoliere umgezogen. Der Uhu kann inzwischen sogar schon wieder ein wenig fliegen. Der Falkner meint, dass es sich um ein männliches Tier aus der heurigen Brut handelt. Die behandelnde Ärztin ist zuversichtlich, dass der Uhu sich weiterhin gut entwickelt und wieder ganz gesund wird. Dann, wenn er wieder vollkommen genesen ist, soll der Uhu wieder zurückgebracht werden, wo er gefunden wurde. Vielleicht begegnen sie sich dort ja mal wieder, die Frau, die ihn gefunden und gerettet hat und der Wildvogel. 

Kathrin Hauser

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