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Mit Schild gegen Rassismus: Die Schüler der FOS/BOS mit den offiziellen Vertretern bei der Übergabe.

Auszeichnung für Weilheimer Fachober- und Berufsschule

Kampf gegen Mobbing: Eine Schule zeigt Courage

Die Fachober- und die Berufsoberschule in Weilheim hat es Schwarz auf Weiß: Sie kämpft gegen Mobbing. Dafür gab es nun eine besondere Auszeichnung.

Weilheim – Ein Schild mit der Aufschrift „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ziert jetzt die Fachoberschule (FOS) und die Berufsoberschule (BOS) in Weilheim. Sie sind damit die Vorreiter in Weilheim, wie Landrätin Andrea Jochner-Weiß in ihrem Grußwort zur Verleihung der Auszeichnung vor rund 200 Schülern sagte. In der Aula erfolgte nun die Übergabe des entsprechenden Schildes.

Die Patenschaft für die Verleihung hatte der Peißenberger Triathlet Lukas Krämer übernommen. Dieser erklärte den Weilheimer Schülern, wie wichtig es sei, gegen Mobbing vorzugehen. Ihm sei dies aufgefallen, als er Nachrichten mit rassistischem Inhalt von Mitgliedern einer Sportgruppe gelesen habe. Als er dies dann offen angesprochen habe, hätten ihm viele zugestimmt – bis der Mobbing-Verantwortliche zum Schluss ziemlich einsam dagestanden sei. Wer Mobbing bemerke, so Krämer, sollte den Mut haben, als erster etwas zu sagen. Rassisten seien keine Mehrheit, sie würden oft nur als solche wahrgenommen – weil sie am lautesten schreien.

Ein Tipp für Frauen

Für Frauen hatte Sportler Krämer einen Tipp: Wenn diese im Sport nicht benachteiligt werden wollen, sollten sie nicht Fußball spielen, sondern Triathlon machen. In dieser Sportart würden Frauen sogar mehr verdienen als Männer. Den Schülern empfahl der Peißenberger Triathlet: „Bleibt wie Ihr seid, und lasst Euch nicht in das System drücken.“ Krämer bezog sich auf gängigen Vorurteile gegenüber anderen Gruppen der Gesellschaft. Aus seiner Erfahrung weiß der Sportler, der viel in der Welt unterwegs ist: „Es sind immer die selben Menschen – auch wenn sie zum Teil recht skurrile Sachen essen.“

Für die förmliche Verleihung des Titels „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ war Michael Schneider-Velho als Vertreter der „Aktion Courage“ nach Weilheim gereist. Er begrüßte die Lehrkräfte und Schüler in der Gemeinschaft des größten Netzwerks deutscher Schulen und überreichte das Schild, das nun als äußeres Zeichen am Schulgebäude angebracht wird. Zum „Internationalen Tag gegen Rassismus“, der am 21. März begangen wird, wird die Weilheimer FOS/BOS laut Schneider-Velho eine Einladung zu einer gemeinsamen Veranstaltung bekommen.

Gratulation zur Verleihung

Weilheims 2. Bürgermeister Horst Martin gratulierte der FOS/BOS zur Verleihung des Ehrentitels. Die Schule sei damit Vorreiter und Vorbild. Gegenseitige Toleranz ist laut Martin wichtig für das Zusammenleben in einer „Patchwork-Gesellschaft“, in der die Vielfalt zum Alltag gehöre – auch an Schulen.

Die Initiative „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ wurde 1995 vom gemeinnützigen Verein „Aktion Courage“ ins Leben gerufen. Mittlerweile ist sie das größte Schulnetzwerk, dem in Deutschland mehr als 2700 Schulen angehören. In Oberbayern machen laut Michael Schneider-Velho 115 Schulen mit.

Von Alfred Schubert 

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