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Seit Mai 2017 besteht die Baustelle des Finanzamts am Oberen Graben in Weilheim. Nun gibt es erneut Verzögerungen. 

Die Baustelle besteht seit Mai 2017

Erneute Verzögerung bei Finanzamtsbau in Weilheim

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Pleiten, Pech und Pannen begleiten die Baustelle des Finanzamts am Oberen Graben in Weilheim seit Jahren. Jetzt ist auch die zuletzt avisierte Fertigstellung für Ende des Jahres geplatzt. Der Grund: Die von den Firmen abgegebenen Angebote für die Fassade waren viel zu hoch.

Weilheim – Mit Kosten von 350 000 bis 400 000 Euro hatte das Staatliche Bauamt gerechnet. Tatsächlich trudelten für die Fassade des vierstöckigen Gebäudes am Oberen Graben Angebote von rund einer Million Euro ein. „Das ist viel zu teuer“, sagt der zuständige Bereichsleiter im Staatlichen Baumt in Weilheim, Peter Aumann. „Verschiedene Ursachen und auch Missverständnisse“ bei der Ausschreibung haben nach Angaben des Baudirektors dazu geführt, dass der Preis am Ende so hoch ausgefallen ist.

Die Arbeiten sind mittlerweile erneut ausgeschrieben worden, die Missverständnisse ausgeräumt. Und Aumann ist guter Dinge, dass die neuen Angebote kommende Woche eingehen. Der Baudirektor rechnet mit drei Firmen, die trotz des anhaltenden Booms in der Branche verfügbar sind und in der Ausschreibung auch vernünftige Preise aufrufen werden. Entsprechende Signale hat es dem Bereichsleiter zufolge von den Unternehmen bereits gegeben.

Allerdings hat die zweite Ausschreibungsrunde wieder Zeit gekostet, die die Fertigstellung weiter verzögert. Zwar soll mit den Fassaden-Arbeiten noch in diesem Jahr begonnen, fertig werden sie aber bestimmt nicht. Viel hängt laut Aumann auch von der Witterung ab.

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Rückblick: Die Baustelle am Oberen Graben gibt es seit Mai 2017. Das Gebäude wird kernsaniert und um ein Geschoss erweitert. Wie berichtet, musste im Juni 2018 ein Baustopp verhängt worden, weil Sicherheitsmängel festgestellt worden waren. Unter anderem ging es dabei um die für das neue, vierte Stockwerk verwendete Holzkonstruktion. Dem Architekturbüro wurde gekündigt, ein neues beauftragt. Die Holzkonstruktion musste nachgebessert, die Fassade zum Teil umgeplant werden.

Die gute Nachricht: Im Innenausbau werde man 2019 noch „komplett fertig“, stellt Aumann in Aussicht. Die weniger gute: Der Streit mit dem ehemaligen Architekten, den das Staatliche Bauamt in Regress nehmen möchte, ist noch nicht ausgestanden.

Mit wie viel Euro Baustopp und Mängelbeseitigung letztlich zu Buche schlagen werden, kann bis jetzt noch niemand genau beziffern. Bereichsleiter Aumann hatte im Frühjahr „mit vermutlich einer halben Millionen Euro“ gerechnet, die letztlich auf die ursprüngliche Bausumme von 3,8 Millionen drauf kommen. Gewissheit wird man aber erst haben, wenn die Fassade fertig ist.

Dann werden sich Staatliches Bauamt und Architekt vermutlich vor Gericht wiedertreffen – eine Aussicht auf gütliche Einigung gibt es bislang nicht. Dabei sei das ein ganz normaler Vorgang, bedauert der Baudirektor. Fehler würden „manchmal vorkommen“, sagt Aumann auch mit Blick auf die Haftpflichtversicherung, die in solchen Fällen einspringt. „Aber so weit sind wir gar nicht gekommen“, bedauert der Bereichsleiter.

Finanzkasse wird einziehen

Für das Finanzamt ist die Verzögerung derweil kein Beinbruch. „Die Vermieter haben Gott sei Dank verlängert“, weiß Aumann. Die betroffenen Finanzangestellten arbeiten derzeit in Ausweichbüros an der Bahnhofstraße, in denen sich seit Beginn der Baumaßnahme die Finanzkasse sowie die Bewertungsstelle befinden. Wenn die Kernsanierung und Erweiterung am Oberen Graben abgeschlossen sind, wird in das Gebäude auch die Finanzkasse einziehen. Sie ist dann auch für den gesamten Zahlungsverkehr der Finanzämter Garmisch-Partenkirchen, Bad-Tölz-Wolfratshausen und Miesbach zuständig.

Die Weilheimer Finanzamtschefin Angelika Geiger-Küpper äußert sich nicht zu den Verzögerungen. „Wir sind nur der spätere Nutzer“, bittet sie um Verständnis. Nach Fertigstellung werden ihren Angaben nach 30 bis 40 Mitarbeiter in das Gebäude einziehen. Insgesamt hat das Finanzamt Weilheim-Schongau gut 150 Beschäftigte. Zwei Drittel arbeiten in Weilheim an der Hofstraße und am Oberen Graben. Ein Drittel ist in der Schongauer Außenstelle beschäftigt.

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