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Auf diesen Grundstücken am Öferl , links und rechts der Einmündung Hangstraße, sollen große neue Wohnbauten entstehen. Für dieses Bild hat unser Fotograf mehrere Aufnahmen zu einem Panorama zusammengefügt. 

Bauausschuss in Weilheim

Erster Schritt zu Nachverdichtung am Öferl

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Für die geplanten Neubauten auf dem Areal der ehemaligen Firma „Deckel“ am Öferl wird bald ein Bebauungsplan aufgestellt. Bei aller Sorge um die Folgen der zahlreichen Nachverdichtungsprojekte in Weilheim hieß es im Bauausschuss: „Wenn nicht hier – wo denn sonst?“

Weilheim – Bei der Vorberatung in der Oktober-Sitzung des Bauausschusses wurde es manchen Stadträten ein wenig blümerant – standen doch gleich drei große Nachverdichtungsprojekte auf der Tagesordnung: neben dem Öferl auch die Wohnbau-Vorhaben des Ulrichswerks an der Singerstraße und an der Römerstraße. Vertreter mehrerer Fraktionen stellten deshalb die Frage, ob Weilheim überhaupt die Folgen all der anvisierten Bauprojekte für die Infrastruktur stemmen könne (wir berichteten).

Die Neubebauung der Grundstücke Am Öferl 17 und 19, wo zuletzt der aus der Firma „Michael Deckel“ hervorgegangene, mittlerweile ins Gewerbegebiet „Am Weidenbach“ umgezogene Schleifmaschinen-Hersteller „ISOG Technology“ untergebracht war, ist noch das unkonkreteste der genannten Verdichtungsprojekte. Und im Grunde ist es unstrittig im Bauausschuss.

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„Wir reden hier von einer bereits bebauten Fläche, die einer Wiedernutzung zugeführt wird“, betonte Klaus Gast (CDU) – anders als beispielsweise am „Dietmayr-Anger“, wo mittelfristig rund 270 Wohnungen auf bisher landwirtschaftlich genutztem Grund geplant sind und die Verkehrssituation „deutlich schwieriger“ sei. Deshalb habe die Nachverdichtung am Öferl für ihn eher Priorität, so Gast weiter: „Lieber sollte man an anderer Stelle noch nicht anfangen.“

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Die anderen Bauausschuss-Mitglieder beurteilten das Projekt am Öferl ähnlich. Städtebaulich passe die Verdichtung dort, befand BfW-Sprecherin Brigitte Holeczek. „Wenn nicht hier – wo denn sonst?“, mit diesen Worten warb Romana Asam dafür. Und Michael Lorbacher (SPD) sprach von einer „städtebaulichen Chance“ in diesem Bereich: „Die Chancen sind größer als die Risiken.“

Alfred Honisch stellte die Frage, „ob wir das verkehrlich schaffen“: Trotz Bahnhofsnähe würden wohl kaum alle künftigen Bewohner die Bahn nutzen, so der Grünen-Sprecher, und es gebe am Öferl „jetzt bereits Ärger über Staus“. Dagegen verwies Bürgermeister Markus Loth (BfW) darauf, dass durch den Umzug der Firma „ISOG“ auch Verkehr wegfalle.

„Chancen größer als die Risiken“

Die Verkehrssituation, die Lärmbelastung und vieles mehr wird im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens in den Blick genommen. Der Ausschuss war einstimmig dafür, in den Bebauungsplan-Umgriff neben dem einstigen „Deckel“-Areal noch einige Nachbargrundstücke an Hangstraße und Öferl (bis Am Öferl 11) einzubeziehen. Auch bezüglich der Massivität der Neubauten auf dem Antrags-Areal wurde schon ein Beschluss gefasst: Direkt am Öferl sollen zwei vierstöckige Gebäude zugelassen werden (mit einem fünfstöckigen Teil im Bereich des jetzigen „Büroturms“), dahinter links und rechts der Hangstraße zwei- bis dreistöckige Gebäude, eventuell auch Reihenhäuser. Angestrebt ist ein Mix von 70 Prozent Wohnnutzung und 30 Prozent Gewerbe.

Der offizielle Aufstellungsbeschluss soll demnächst im Stadtrat fallen. Zuvor gibt es noch Gespräche zwischen Stadtbauamt und Investor. Laut Bauverwaltungs-Chef Manfred Stork sind – über die „SoBoN“-Regelung hinaus, dass 30 Prozent der neuen Wohnungen sozial vergünstigt anzubieten sind – weitere Verpflichtungen möglich: Eventuell könne per städtebaulichem Vertrag festgelegt werden, dass der Investor Folgekosten für die Infrastruktur (etwa für eine neue Kindertagesstätte) tragen müsse. Diesbezüglich will sich die Stadt juristisch beraten lassen.

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