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Auf Radl-Weltreise: Weilheimer Ex-Lehrer brutal mit Macheten überfallen - „Sie wollten mich köpfen“

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Von: Stephanie Uehlein

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Michael Öfele hat nach dem lebensgefährlichen Überfall den Spaß am Radfahren wiedergefunden. Das Bild zeigt ihm am Kama-Merù-Wasserfall. © Öferle

Es ist ein absoluter Albtraum: Der ehemalige Weilheimer Lehrer Michael Öfele wurde auf seiner Weltreise per Fahrrad in Venezuela brutal überfallen. Die Täter gingen mit Macheten auf ihn los.

Weilheim – Mit seinem Fahrrad ist Öfele 2016 auf seine Weltreise gestartet, die sechs Jahre dauern und ihn auf alle Kontinente führen soll. In Südeuropa und Marokko war er inzwischen genauso unterwegs wie auf Kuba und in Kolumbien. 

Im Landesinneren von Venezuela – auf dem Weg zum größten Fluss des Landes, dem Rio Orinoco – kam es dann zu dem schlimmen Überfall, der den Weltenbummler in Lebensgefahr brachte. „Ein vorbeigaloppierender Reiter schlug einen Holzscheit mit solcher Wucht auf meinen Kopf, dass ich mich nur noch orientierungslos umherschlingernd auf dem Fahrrad halten konnte“, so Öfele. „Viel Zeit blieb mir nicht, um nach Fassung zu ringen.“ 

Reiter griffen ihn mit Macheten an

Die beiden, mit Macheten bewaffneten Komplizen des Angreifers seien nämlich rasch auf ihren Pferden herangetrabt. Er habe sich in einer lebensgefährlichen Zwickmühle befunden, in der er von drei Seiten mit faustgroßen Steinen beworfen wurde, schreibt der 42-Jährige. „Um die Banditen auf Distanz zu halten, wehrte ich mich verzweifelt mit meinen, am Rahmen befestigten Lanzen – modifizierte Walkingstöcke –, mit denen ich im gnadenlosen Steinhagel immer wieder einen der Dreien zu stechen versuchte.“ 

Öfele versuchte, sich zu einem nahe gelegenen Haus zu retten. „Dabei attackierten mich die Räuber beim Überholen mit der Absicht, mich mit ihren Macheten zu köpfen, was mich immer wieder zu abrupten Ausweichmanövern im letzten Moment zwang, bei denen ich oft stürzte und die Klingen nur knapp an meinem Hals vorbei zischten“, so der 42-Jährige. „Weil eine vor dem Haus stehende Frau auf meine panischen Hilferufe keine Reaktion zeigte, musste ich völlig auf mich allein gestellt das rettende Ziel erreichen, was mir ausschließlich mit Gottes Beistand gelang.“ 

In Weilheim wurde der Überfall bald zum Gesprächsthema, denn als Lehrer für „Sport“ und „Wirtschaft und Recht“ hat Öfele dort viele Gymnasiasten unterrichtet. Das schreckliche Erlebnis setzte Öfele, der seit dem Schlag auf dem Kopf auf einem Ohr fast taub war, nach seinen Schilderungen psychisch stark zu. Es habe ihm danach jeglicher Mut gefehlt, „auch nur einen einzigen Meter zu radeln“, berichtet er. Öfele ließ sich in den nächstgelegenen „zivilisierten Ort“, nach Guayabal, bringen, wo er von einer Familie aufgenommen wurde und sein Ohr untersuchen ließ. Nachdem ihm dann aber von seinen Gastgebern die Hälfte seines Bargelds gestohlen worden war, verspürte Öfele nach seinen Worten nur noch den Wunsch, Venezuela zu verlassen. 

Inzwischen hat Öfele wieder Mut für seine Reise gefasst

Er ließ sich mit einem Pick-up zum nächstgelegenen Flusshafen transportieren, um auf die andere Seite des Rio Orinoco zu gelangen. Von dort aus radelte er auf einer wenig befahrenen Straße in einem Sattelschlepper-Konvoi zur Stadt Bolivar, wo er sich „aufgrund ausreichender Verkehrsdichte“ das Herz fasste, sich „wieder auf den Sattel zu setzen und mit eigener Kraft nach Brasilien auszureisen“. 

Inzwischen, so Öfele, gehe es ihm wieder gut, sein Ohr sei wieder genesen. Auch den „Spaß am Radreisen“ hat der Weltenbummler wiedergefunden – und zwar sogar noch in Venezuela, wo er sich vor dem Grenzübertritt nach Brasilien an vielen Wasserfällen erfreute und sogar noch einen Abstecher machte.

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