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Die „Weilheim“ liegt als Großexponat im Museumshafen.

Zu Gast in Wilhelmshaven

Die „Weilheim“ wird 60 - dazu gibt es sogar ein Hafenfest

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Das Minenjagdboot „Weilheim“ wird heuer 60 Jahre alt. Das Patenschiff der Stadt ankert im Marinemuseum Wilhelmshaven. Dort wird groß gefeiert.

Weilheim– Die oberbayerische Kreisstadt Weilheim pflegt seit Jahren eine maritime Tradition. Nicht nur wegen des Erste-Weltkrieg-Admirals Franz von Hipper (1863-1932), eines Sohnes der Stadt. Sondern vor allem wegen der 1958 besiegelten Patenschaft der Kommune mit einem gleichnamigen Boot der Bundesmarine. Die Freundschaft pflegt die Marinekameradschaft – und die gibt es heuer seit 70 Jahren.

Das Minenjagdboot M1077 „Weilheim“ ging am 5. Februar 1959 als Küstenminensuchboot in Dienst. „In den kommenden Jahrzehnten sollte es sich als wandlungsfähiges und dadurch langlebiges Exemplar“ der „Lindau“-Klasse erweisen, heißt es dazu von Klaus Schroeder vom Deutschen Marinemuseum in Wilhelmshaven.

Dort endete die lange Reise. Am 15. Juni 1995 wurde das Boot endgültig außer Dienst gestellt. 1997 ging es in den Besitz des Museums über. Seit 1998 kann die „Weilheim“ als eines der ersten Großexponate besichtigt werden. Zum Erhalt des Museumsbootes trägt vor allem die Weilheimer Marinekameradschaft bei: Regelmäßig fährt ein Trupp zum Arbeitseinsatz hoch an die Nordsee. „Ein Zeichen für die noch immer bestehende Verbindung von Stadt und Boot“, würdigt Museumsmitarbeiter Schroeder die Hilfe.

Das 60-Jährige des Boots wird nun groß gefeiert. Am heutigen Donnerstag, 23. Mai, findet im Marinemuseum extra ein Hafenfest statt. Aus Weilheim macht sich eine siebenköpfige Delegation der Marinekameradschaft um den Vorsitzenden Hans Stibich auf den Weg in den Norden. Neben den Festrednern wird auch ein besonderer Gast erwartet: Die neue „Weilheim“ – auch zu dem 1998 in Dienst gestellten Minenjagdboot der „Hameln“-Klasse gibt es eine Patenschaft – macht an diesem Tag im Museumsbecken fest. Das Schiff kann bei einem „Open Ship“ besichtigt werden. „M 1059“ ist laut Stibich von seinem Heimathafen Kiel in Richtung Belgien unterwegs. Für die passenden musikalischen Klänge sorgt bei der Feier ein heimischer Shanty-Chor, abends schließt sich ein Grillfest an.

Für Stibich ist die Verbundenheit mit der alten „Weilheim“ eine besondere Beziehung. „Ich kenne das Boot seit den 70er Jahren“, sagt der 66-Jährige. Stibich diente in dieser Zeit selbst bei der Bundesmarine, trat 1977 der Marinekameradschaft bei und steht seit sieben Jahren an deren Spitze. Der Vorsitzende kümmert sich mit Gleichgesinnten seit geraumer Zeit darum, dass auf dem Museumsboot „Rein Schiff“ gemacht wird: Im vergangenen Herbst ging es zuletzt zum „PÖNEX“-Einsatz nach Wilhemshaven. Reinigungs-, Schleif- und Lackierarbeiten standen an. Der Name „PÖNEX“ ist abgeleitet vom seemännischen Begriff „Pönen“ (anstreichen), „ex“ steht für das Wort „Exercise“ (Übung). Die alte „Weilheim“ sieht für ihr stolzes Alter eigentlich gut aus. Stibich: „Wenn ein 60 Jahre altes Holzboot noch schwimmt, ist es in einem relativ guten Zustand.“ Jedes mal, wenn er das Schiff betritt, spürt er ein angenehmes Gefühl. „Man geht drauf und fühlt sich wohl. Es ist wie ein Ankommen.“

Die „PÖNEX“-Fahrt steht heuer jedoch nicht auf dem Programm, erst 2020 wieder. Dafür feiern die Weilheimer in diesem Jahr das 70-jährige Bestehen ihrer Marinekameradschaft. 1949 war diese aus der Taufe gehoben worden, Wegen „der alten Marinetradition“ von Stadt und einigen ihrer Bürger, wie Stibich sagt. Am 11. Oktober gibt es im Foyer der Stadthalle einen Festabend und am 25. Oktober steht ein Konzert mit dem Matrosenchor München im Stadttheater auf dem Programm. Und aller Voraussicht nach bereits im September will Stibich mit einer Delegation nach Kiel reisen: Im Heimathafen der neuen „Weilheim“ wird der Kommandantenwechsel zelebriert. Der Vorsitzende muss angesichts all der Termine schmunzeln: „Das ganze Jahr ist maritim verplant.“

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