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„Flost“sucht einen Stammzellenspender.

Typisierungsaktion beim BRK

Er hilft seit Jahren anderen - jetzt braucht er selbst dringend Hilfe: „Flost“ (36) ist schwer krank

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Er hat vielen Menschen in Notsituationen geholfen – nun braucht „Flost“ (36) selbst Hilfe. Der ehemalige Jugendleiter des Jugendrotkreuzes in Peißenberg ist schwer erkrankt.

Weilheim – Seit vielen Jahren engagiert sich „Flost“ für das Bayerische Jugendrotkreuz. Der 36-Jährige, der seinen vollen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, baute 2005 und 2006 mit großem Einsatz das Jugendrotkreuz in Peißenberg wieder auf. Mehrere Jahre stand er den jugendlichen Ehrenamtlern dort als Gruppenleiter mit Rat und Tat zur Seite. Doch nun ist er selbst es, der dringend Unterstützung braucht.

„Flost“, der heute im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen lebt und Gruppenleiter beim Jugendrotkreuz in Geretsried ist sowie auf Landesebene aktiv ist, erhielt vor etwa zwei Monaten die erschütternde Diagnose „Blutkrebs“. Bald war klar: Eine Stammzellenspende ist seine einzige Überlebenschance. „Was uns Betroffenen am meisten Hoffnung gibt, ist die Aussicht auf einen passenden Spender. Je mehr Personen registriert sind, desto größer ist die Chance für uns, wieder gesund zu werden“, wird er in einer Mitteilung des BRK zitiert.

Große Typisierungsaktion für „Flost“ beim BRK in Weilheim

Um diese Chance zu erhöhen, hat sich das Bayerische Jugendrotkreuz Weilheim-Schongau entschlossen, gemeinsam mit der DKMS, der größten Stammzellenspenderdatei weltweit, eine Registrierungsaktion auf die Beine zu stellen. „Wir waren uns einig, dass wir irgendetwas machen müssen“, sagt Daniel Illich, der die Öffentlichkeitsarbeit des Jugendrotkreuzes Weilheim-Schongau koordiniert, „deshalb haben wir Kontakt mit der DKMS aufgenommen.“

Die Typisierungsaktion findet am Sonntag, 5. Mai, in der BRK-Wache in Weilheim statt. „Mund auf, Stäbchen rein – das geht ganz schnell“, sagt Illich. Durch den Wangenabstrich werden die Gewebemerkmale der potenziellen Spender bestimmt. Kommt es zu einer Übereinstimmung, gibt es zwei Spende-Möglichkeiten: Entweder werden Stammzellen durch ein spezielles Verfahren direkt aus dem Blut, oder das Knochenmark unter Vollnarkose aus dem Beckenkamm entnommen.

Als Spender für „Flost“, aber auch für andere Erkrankte, die dringend eine Stammzellenspende benötigen, kommt laut Mitteilung der DKMS „grundsätzlich jeder zwischen 17 und 55 Jahren in Frage, der bei guter Gesundheit ist“. Wer etwa aus Altersgründen ausscheide, könne allerdings trotzdem helfen, so Illich: „Bei jeder Registrierung entstehen für die DKMS Kosten in Höhe von 35 Euro. Deshalb freuen sie sich auch über jeden, der Geld spendet.“

Typisierungsaktion macht in den sozialen Netzwerken die Runde

Um möglichst viele Menschen auf die Typisierungsaktion aufmerksam zu machen, verbreiten die Jugendkreuzler den Termin in den sozialen Netzwerken. „Flost war lange Zeit mein Jugendleiter und ein guter Freund“, schreibt beispielsweise der jetzige Peißenberger Jugendleiter Fabian Thurner, „er ist einer der Gründe, warum ich heute noch aktiv Jugendarbeit betreibe. Durch ihn fand ich Freude und Motivation daran, Menschen in Notlagen helfen zu wollen und zu können.“ Gemeinsam versuchen die Ehrenamtler aus beiden Landkreisen, möglichst viel Werbung für den Typisierungstermin zu machen – denn diesmal ist es einer von ihnen, der einen Lebensretter braucht.

Die Typisierungsaktion

findet am Sonntag, 5. Mai, von 13 bis 17 Uhr in der BRK Rettungswache, Johannes-Damrich-Straße 5, in Weilheim statt. Infos zur Typisierung gibt es unter www.dkms.de. Spenden: Commerzbank, IBAN: DE07 7004 0060 8987 0000 59, Verwendungszweck: „Flost“.

nema

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