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Warten auf neue Ergebnisse: Gibt es noch eine Chance für die Geothermie?

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Der Bohrturm in der Lichtenau (mit Blick auf Raisting): Das Sagen haben jetzt Finnen.
Der Bohrturm in der Lichtenau (mit Blick auf Raisting): Das Sagen haben jetzt Finnen. © Alfred Schubert

Der italienische Energiekonzern „Enel“ hat seine Beteiligung am Geothermie-Projekt in der Lichtenau offiziell beendet. Doch nun laufen neue Testarbeiten.

Weilheim/Wielenbach – Wielenbachs Bürgermeister Korbinian Steigenberger informierte den Gemeinderat in dessen jüngster Sitzung darüber, dass er von „Enel Green Power“ am 29. März eine E-Mail bekommen habe, in der ihm mitgeteilt wurde, dass das Unternehmen seine Anteile an der „Erdwärme Oberland“ an die finnische Gesellschaft „Taaleri Sijoitus Oy“ in Helsinki verkauft habe. Der italienische Energiekonzern „Enel“ habe damit die Beteiligung am Projekt in der Lichtenau endgültig beendet.

Fast zehn Jahre arbeitete die Stadt Weilheim auf den Bau des Kraftwerks hin - das Ende der Zusammenarbeit mit „Enel“ trifft sie hart.

Ergänzend habe der Geschäftsführer der „Erdwärme Oberland“, Dr. Markus Wiendieck, dazu eine Stellungnahme abgegeben, in der er betont, dass über die Fortführung des Projekts jetzt noch keine Aussage möglich sei. Derzeit würden Testarbeiten durchgeführt und ausgewertet. Erst wenn die Ergebnisse vorliegen, würde über die Fortführung oder Einstellung des Projekts entschieden. Laut Wiendieck werde diese Entscheidung voraussichtlich im Mai getroffen. Die Gemeinde würde dann kurzfristig über den Fortgang des Projekts informiert werden.

Wielenbachs Gemeinderat äußerte Bedenken

Der Bohrplatz, auf dem nach ersten Planungen später ein Geothermie-Kraftwerk gebaut werden sollte (wir berichteten), liegt im südlichen Gemeindegebiet von Wielenbach an der Flurgrenze zu Weilheim. Wielenbachs Gemeinderat hatte mehrfach Bedenken zu dem Projekt geäußert. Sorgen machte den Räten unter anderem der Verkehr beim Bau und die Entsorgung von Bohrklein und Abwasser. Zudem hatte er darauf hingewiesen, dass die Wielenbacher Feuerwehr nicht dafür ausgestattet sei, große Brände in Kraftwerken zu löschen.

Geothermie, also Erdwärme, wird im Raum München erfolgreich als Heizenergie genutzt. Südlich von München liegt die wasserführende Schicht tiefer – in der Lichtenau etwa bei 4000 bis 5000 Metern unter der Oberfläche, das Wasser ist daher heißer. Allerdings reicht die in der Lichtenau gefundene Wassermenge nicht für einen rentablen Betrieb eines Kraftwerks aus.

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Von Alfred Schubert

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