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Beliebtes Weilheimer Ausflugslokal ist dicht - schwere Vorwürfe im Internet

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Von: Brigitte Gretschmann

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Verlassen liegt die „Waldwirtschaft am Gögerl“ über der Stadt. Der Betrieb ruht, die Zukunft ist ungewiss. © Gronau

Die „Waldwirtschaft am Gögerl“ ist zu. Das Wirte-Ehepaar Hollerith nimmt nach sieben Jahren seinen Hut und erhebt schwere Vorwürfe gegen den Verpächter.

Weilheim – Die Bilder sind Idylle pur, die im Internet von der „Waldwirtschaft am Gögerl“ zu sehen sind: Von einem „der schönsten Biergärten“ mit Platz für 300 Gäste wird geschwärmt, vom „Jagdstüber’l“, einem „wunderschön eingerichteter und saisonal dekorierter Raum“ und unter dem Thema „Reservierung“ heißt es: „Wir freuen uns auf Sie“.

„Eine bauliche Katastrophe“

Die Wirklichkeit sieht anders aus: Das Ausflugslokal auf dem Weilheimer Hausberg ist zu, und die Wirte Heinz und Erika Hollerith erheben öffentlich schwere Vorwürfe gegen den Verpächter. Sie bitten darum, ihr mehrseitiges Schreiben im Internet zu teilen, „damit jeder Bescheid weiß und nicht vor verschlossenen Türen steht“. Sie schließen die „Waldwirtschaft am Gögerl“„für immer“, schreiben sie. Den Grund dafür nennen sie auch: „Unser Verpächter hat ganz offensichtlich kein Interesse daran, die Gebäulichkeit in einen betreibbaren Zustand zu versetzen und dies nicht erst seit gestern. Die Gebäulichkeit der Waldwirtschaft am Gögerl ist eine bauliche Katastrophe“. 

Nach sieben Jahren: zermürbt, müde, krank

Im September 2010 hätten sie, „gesund und finanziell gut aufgestellt“ das Gasthaus übernommen“, erklären die Wirte. „Die 1. Hiobsbotschaft trifft ein. Die Biergartenküche, eine beliebte Attraktion, erhält keine Konzession. Es handelt sich um einen Schwarzbau. Schon zu Beginn der Betriebsaufnahme fahren wir wegen Baulärm, Dreck und Staub enorme Umsatzverluste ein. Keine Entschädigung“. 

Und so geht es in der Veröffentlichung weiter: „Der Winter 2010/2011 eine Katastrophe. Die Fenster marode, überall eiskalt, trotz enormer Heizkosten. Erneut Umsatzverlust“. Die lange Auflistung schließt mit der Feststellung: „Die über 7 Jahre Gögerl haben uns zermürbt, wir sind müde, der Ärger hat uns krank gemacht, wir tragen ein enormes Risiko, wenn ein neuer Schaden entsteht. Es ist an der Zeit, dieser privaten Qual ein Ende zu machen“. 

Pachtminderung sei laut unserem Pachtvertrag nicht zulässig. „Wir schalten einen Anwalt ein. Auf sein Anraten zahlen wir nun keine Pacht, erwarten ein klärendes Gespräch. Ergebnis des Gespräches, unser Verpächter will kein Geld in die Hand nehmen“. „Oft, sehr oft, haben wir Beschwerden eingesteckt, welche eigentlich an den Verpächter hätten gehen müssen“, so Heinz und Erika Hollerith, „längerfristig ruinieren wir uns unseren guten Ruf. Das kann und darf so nicht sein“.

Bürgermeister: Lokal an Spatenbräu in Erbpacht vergeben

Weilheims Bürgermeister Markus Loth (BfW), der von der geplanten Schließung durch einen Zettel erfuhr, der in der Tür zur Gaststätte hing, kann zu der Angelegenheit wenig sagen. Die Stadt habe das Gasthaus schon vor Jahren an Spatenbräu in Erbpacht vergeben, so das Stadtoberhaupt.

Die „Spatenbrauerei“ gehört zur belgischen „Anheuser-Busch InBev-Braugruppe“. In deren Pressestelle war keine Stellungnahme zu den Vorgängen und Plänen für das Ausflugslokal zu erhalten.

Die Geschichte der „Waldwirtschaft am Gögerl“, die aktuell über 300 Plätze im Biergarten und weitere knapp 180 Plätze in den Gasträumen verfügt, ist lang: 1840 errichtete der Braumeister Joseph Vogel auf dem Gögerl einen Bierkeller, 1861 wurde dort ein Wohnhaus mit Fremdenzimmern angebaut.

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