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Schöne Landschaftsbilder, aber wohl auch viele Lästereien: In der Facebook-Gruppe “Du kommst aus Weilheim wenn...“ wird viel diskutiert. 

“Du kommst aus Weilheim wenn...“

Gründer von Weilheimer Kult-Facebook-Gruppe hat keine Lust mehr - seine Begründung ist traurig

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Sie ist Kult: Die. Trotz schöner Erinnerungen überlegte Gründer Thomas Dobner, die Gruppe „Du kommst aus Weilheim wenn...“ mit rund 5000 Mitglieder zu löschen.

Weilheim – Welcher Schneider in Weilheim ist gut und preisgünstig? Bei welchem Hautarzt bekommt man kurzfristig einen Termin – und wer hat einen Tiefgaragenstellplatz zu vermieten? Die Gesuche, die in der Gruppe „Du kommst aus Weilheim wenn...“ im sozialen Netzwerk Facebook zu finden sind, sind ganz verschieden. Gemeinsam ist ihnen, dass sie meist recht brauchbare Antworten liefern. Einer der über 5000 Mitglieder weiß immer Rat.

Doch nicht nur, was Empfehlungen angeht, ist „Du kommst aus Weilheim wenn...“ für viele Facebook-Nutzer die erste Anlaufstelle. Hobby-Fotografen posten dort Landschaftsaufnahmen und Videos oder zeigen Bilder der Stadtstörche. Auch Themen, die die Weilheimer bewegen, wie die unterschiedlichen Umfahrungsvarianten, werden heiß diskutiert.

Ein Beitrag sorgte jüngst jedoch für besonders viel Wirbel. Thomas Dobner, der die Internet-Gruppe vor rund fünf Jahren gründete und sie seitdem verwaltete, hatte sich entschlossen aufzuhören. Sollte sich unter den Mitgliedern niemand finden, der seine Aufgabe übernehmen wolle, würde er sie löschen. „Die Verwaltung ist sehr aufwendig“, erklärt der Weilheimer im Gespräch mit der Heimatzeitung, „nach über fünf Jahren ist die Luft raus.“

Hass, Nörgeleien und Lästereien statt lustige Anekdoten

Ans Aufhören habe er schon länger gedacht. „Der Hauptgrund ist, dass es so viel Hass in den Postings gibt. Die vielen privaten Nachrichten, Nörgeleien und Lästereien gingen mir auf die Nerven“, erklärt er. Während in der Anfangsphase lustige Anekdoten und Bilder aus vergangenen Zeiten geteilt wurden, hätte sich die Stimmung verändert.

„Wie banal das Thema auch ist: Die Leute streiten oder beleidigen sich“, sagt Dobner. Obwohl politische Themen in der Gruppe nicht erlaubt gewesen seien, wäre es immer wieder zu Streitigkeiten gekommen. „Egal ob es um Minderheiten, Kinder oder Hundebesitzer geht: Die Weilheimer wissen, wie man jammert“, sagt er.

Die Resonanz auf Dobners Ankündigung war enorm. Zahlreiche Nutzer reagierten auf das Posting – vom regelmäßigen Kommentator bis hin zum sonst stillen Leser, der sich immer über „Bilder aus der alten Heimat“ freute.

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Eine Nachfolgerin war schnell gefunden

Schon wenige Stunden später war eine Nachfolgerin gefunden. Diemut Walde-Schunter, genannt „Sunny“, ist gebürtige Weilheimerin und lebt in Wielenbach. Sie wollte „Du kommst aus Weilheim wenn...“ sofort übernehmen. „Weilheim ist meine Heimat“, sagt sie, „für mich war klar, dass die Gruppe weitergeführt werden muss.“ Wie Walde-Schunter erklärt, sei sie schon seit fünf Jahren Mitglied der Facebook-Gruppe. „Ich finde sie wichtig und informativ. Klar wird sich auch mal gefetzt. Das gehört dazu“, sagt sie.

Die Gruppe zu löschen, war für sie keine Option: „Über 5000 Mitglieder kann man nicht einfach so weglöschen. Das ist emotional nicht machbar“, sagt sie. Mit drei Moderatoren kümmert sie sich nun um die Anliegen der Weilheimer. Für Dobner ist trotz Emotionalität mit „Du kommst aus Weilheim wenn...“ Schluss. Auch als Leser möchte er nicht mehr Teil der Gruppe bleiben. „Ich bin ausgetreten und werde sie als nette Idee in Erinnerung behalten“, sagt er.

nema

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