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Der Austausch in den Becken ist geglückt: Betriebsleiter René Jakob zeigt die ausgewechselten Gitter. 

Weilheimer Hallenbad wieder geöffnet

„Hallenbad soll noch fünf Jahre halten“

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Ab Montag können Schwimmer im Weilheimer Hallenbad wieder ihre Bahnen ziehen. Langfristig mache man sich aber über die Zukunft des in die Jahre gekommenen Bades Gedanken.

Weilheim – Probleme bereiteten René Jakob, Betriebsleiter des Weilheimer Hallenbads, in letzter Zeit zwei elf Zentimeter kleine Abdeckgitter. Sie gehören zur Wasseraufbereitungsanlage des Schwimmbads – und funktionierten nicht so, wie es sein sollte. „Im schlimmsten Fall hätte es passieren können, dass sich Badegäste mit längeren Haaren darin verfangen und hängen bleiben“, erklärt er, „wenn sich die Haare unter Wasser hinter dem Gitter verknoten, hätte nur noch die Schere geholfen.“

Um ein solche „Gefährdung der Badegäste“ ausschließen, blieb das Bad seit dem 18. Oktober geschlossen. Nicht nur die beiden Gitter mit Fehlfunktion, sondern alle 15 Stück wurden nun durch moderne, gewölbte Varianten ersetzt. „Jetzt sind ist alles wieder im grünen Bereich“, erklärt Jakob, „wir haben die Deckel ausgetauscht und größere Gitter mit 35 Zentimeter Durchmesser eingesetzt.“ 

Schwimmbad ist schon 46 Jahre alt

Doch ob es sich beim Austausch der kleinen Gitter auf lange Sicht um die einzig notwendige Sanierungsmaßnahme handelt, ist fraglich. 46 Jahre ist die Halle nun alt – für ein Schwimmbad eine beachtliche Zahl. „Es ist hier in der Umgebung wohl eines der letzten seiner Art im Originalzustand“, sagt Jakob. Obwohl das Bad dafür noch in gutem Zustand sei, würden sich doch gewisse Alterserscheinungen zeigen. Spürbar seien diese etwa im Bereich der Hygiene, sagt Jakob: „Je älter ein Schwimmbad ist, umso aufweniger muss es gereinigt werden.“

Über das langfristige Fortbestehen der Schwimmhalle könnte unter anderem das bereits in Auftrag gebene Gutachten eines Münchner Ingenieurbüros entscheiden. „Wir haben erkannt, dass es Zeit wird, sich über die Zukunft Gedanken zu machen“, sagt Jakob, „und dazu müssen wir uns erst einmal selbst ein Bild über den Zustand verschaffen.“

Im Zuge der Überprüfung entdeckt

Der Defekt an den Abdeckgittern wurde im Zuge der Überprüfung entdeckt. „Normalerweise wird so etwas nur vor der Eröffnung eines Bades getestet“, erklärt Jakob. Etwa 7500 Euro seien für den Austausch der Gitter angefallen, zudem sei aus Sicherheitsgründen ein Schalter eingebaut worden, mit dem die Pumpen schnell ausgeschaltet werden können. Weitere 13 000 Euro wurden für den Austausch des Wassers und der benötigen Heizenergie fällig. „Unter Wasser bohren, das wäre nicht möglich gewesen“, so der Betriebsleiter.

Obwohl er je nach Ergebnis des Gutachtens einen Neubau des Bades an gleicher Stelle oder auf einem anderen Grundstück nicht ausschließt, verteidigt Jakob die jüngste Sanierungsmaßnahme. „Wir hoffen, dass die jetzige Schwimmhalle noch vier oder fünf Jahre weiter betrieben werden kann“, sagt er, „da momentan ja auch noch Schüler aus Penzberg das Bad nutzen, wäre eine Schließung problematisch. Die Bäder gleichzeitig dicht machen, das geht nicht.“ Weiterhin betont er: „Wie es mit dem Schwimmbad weitergeht, ist letztendlich eine politische Entscheidung.“

Ab Montag wieder geöffnet

Trotz ungewisser Zukunft ist der Betriebsleiter nun erst einmal froh, dass das Hallenbad wie angekündigt ab Montag wieder geöffnet werden kann. „Vielleicht ist es nicht das modernste Bad“, sagt er, „aber wir haben einen Fünf-Meter-Turm – und dass eine fünfköpfige Familie für unter zehn Euro zum Schwimmen kommen kann, ist anderswo auch nicht mehr die Regel.“

Von Marion Neumann

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