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So sieht das neue Parkhaus aus - errichtet in Modulbauweise.

Projekt der Stadtwerke

Weilheim hat sein erstes Parkhaus - mit einer Neuerung

  • Andreas Baar
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In nur acht Monaten wurde es in Weilheim gebaut: Das Parkhaus am Öferl ist fertig. Die Stadtwerke investierten über drei Millionen Euro. Bei der Bewirtschaftung werden neue Video-Wege beschritten.

Weilheim – Im Jahr 1924 erfolgte in Essen der Spatenstich für das erste Park-Hochhaus in Deutschland. Jetzt hat auch Weilheim ein Exemplar: Am Freitagabend wurde das vierstöckige Gebäude am Öferl eingeweiht. Hinter dem Projekt stehen die Stadtwerke, das Kommunalunternehmen investiert rund 3,2 Millionen Euro. Wobei: Genutzt werden kann das Angebot von der Öffentlichkeit noch nicht. Anfang August startet ein Probelauf, der offizielle Betrieb soll erst am 31. August starten.

Kurze Bauzeit

Bei der Einweihung überwog der Stolz auf das Geschaffene. Vor allem wegen der kurzen Bauzeit. Spatenstich war am 19. November 2019 gewesen, nach nur acht Monaten steht die Immobilie. Weilheims Bürgermeister Markus Loth (BfW) sprach denn auch von einer „beachtlichen, baulichen Leistung“. Möglich machte dies neben dem milden Winter noch die Verwendung von speziellen Modulelementen.

Teil des Parkraumkonzepts

Das Abstellen von Fahrzeugen ist in der Kreisstadt seit Jahren ein Thema. „Parkraum ist immer knapp“, betonte Loth. Seit März 2017 liegt ein umfassendes Konzept auf dem Tisch, verabschiedet damals vom Stadtrat. Dazu gehören neben Park+Ride-Lösungen noch diverse Stellplätze – und eben die Parkhaus-Projekte der Stadtwerke. Während die Einrichtung am Öferl nun umgesetzt ist, harrt das abgespeckte Vorhaben an der Krumpperstraße auf den Segen des Stadtrats (wir berichteten. Der Standort an der Röntgenstraße ist dagegen auf Eis gelegt.

Nachbarfirma mietet sich ein

Eigentlich war das Gebäude am Öferl dreistöckig geplant. Weil aber die gegenüberliegende Firma Bremicker Interesse an gleich 80 Stellplätze bekundete, kam eine vierte Etage dazu. Am Ende entstanden auf 8000 Quadratmetern Gesamtfläche 324 Parkplätze – inklusive 20 Außenstellplätze. Durchschnittlich 10 000 Euro hat umgerechnet jeder Stellplatz gekostet, hieß es bei der Feier. Die umliegenden rund 120 ebenerdigen Plätze wollen die Stadtwerke ab 1. Januar 2021 ebenfalls bewirtschaften. Die Verantwortlichen im Kommunalunternehmen und im Rathaus erhoffen sich mit dem neuen Parkhaus eine Entlastung. Stadtwerke-Chef Müller spricht von einem „täglichen Andrang“ auf die Parkplätze vor Ort. Eine Situation, die sich verschärft, weil der Ersatzparkplatz östlich des Bahnhofs nur bis Ende dieses Jahres zur Verfügung steht und das Areal dann bebaut werden soll.

Bewirtschaftung mit Kamera

Am Öferl erwartet die Nutzer eine Besonderheit: Das Parkhaus – es gilt freie Wahl des Stellplatzes – wird mit Video bewirtschaftet. An der Einfahrtschranke erfasst eine Kamera das Autokennzeichen. Bezahlt wird im Nachgang – einfach vor dem Ausfahren am Kassenautomat das Kennzeichen eingeben und den entsprechenden Tarif löhnen. Kurzparken gibt es nicht, das mindeste ist eine Tageskarte. Jahreskarten können bei den Stadtwerken erworben werden. Die freien Restplätze werden automatisch außen angezeigt, ohne Anzahl der Dauermieter.

Schon 130 Jahresverträge

Laut Müller sind bereits circa 130 Jahresmietverträge abgeschlossen. Allerdings spüren die Stadtwerke „etwas Zurückhaltung“ bei den Kunden wegen der Corona-Krise.

Die Preise: Tag (2 Euro), Woche (9), Monat (33) und Jahresmiete (360 Euro). Infos: Stadtwerke (Tel. 0881/94200).

Lesen Sie auch: Parkhaus an der Krumpperstraße in Weilheim: „Jetzt kann man nicht mehr dagegen sein“.

Ebenfalls interessant: Stadtwerke Weilheim: Investitionen sinken heuer deutlich.

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