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Zu Fuß und mit dem Rad kamen die Teilnehmer zur Verkehrsfreigabe am Heseloher Weg. Neben Bürgermeister Markus Loth (4.v.l.) und seinem Stellvertreter Horst Martin (3.v.l.) waren auch weitere Stadtratsvertreter vor Ort. Giselher Propach und Monika Propach-Voeste (v.l.) sowie Kurt Dörr vom Arbeitskreis „Mobilität und Verkehr“ (2.v.r.)  hatten sich für den Ausbau der Querverbindung stark gemacht.

Verbindung wurde jetzt offiziell für Verkehr freigegeben

Nach vergeblichen Vorstößen: Heseloher Weg in Weilheim dient wieder als Abkürzung

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Nach diversen gescheiterten Vorstößen, den Heseloher Weg nahe dem Landratsamtsgebäude II in Weilheim wieder zu öffnen bzw. auszubauen, war es am Donnerstag soweit: Der Geh- und Radweg zwischen Stainhart- und Schmädlstraße wurde offiziell für den Verkehr freigegeben.

Weilheim – Für rund 76 000 Euro wurde der Heseloher Weg, der am Parkplatz des Landratsamtsgebäudes vorbeiführt, im November und Dezember vergangenen Jahres ausgebaut. Es handelte sich um einen „Einfachstausbau“, wie Bürgermeister Markus Loth bei der Verkehrsfreigabe sagte. Der Kiesweg hat weder eine Beleuchtung noch eine Entwässerung. Ein geregelter Winterdienst ist laut Loth nicht vorgesehen.

Im März 2019 hatte sich der Stadtrat für das Projekt ausgesprochen, nachdem Eckart Stüber (Grüne) zuvor im Verkehrsausschuss mit seinem Antrag zum Ausbau des Heseloher Wegs knapp gescheitert war (4:5 Stimmen). Der Vorstoß für einen einfachen Ausbau war dann kurzfristig vom Arbeitskreis „Mobilität und Verkehr“ der „Weilheimer Agenda 21“ gekommen.

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Die Arbeiten am Heseloher Wegs stießen aber auch im Stadtrat noch auf Widerstand. Stadtrat Stefan Zirngibl (CSU) sprach von einer „Verschwendung von Steuermitteln“. Sechs Stadträte stimmten schließlich dagegen.

Der Heseloher Weg in Weilheim steht schon im „Urkataster“ von 1811 

Der Heseloher Weg ist laut Bürgermeister Loth bereits im „Urkataster“ aus dem Jahr 1811 eingetragen. Ein Stadtplan von 1867 zeigt ihn als Weg außerhalb bzw. am Rande des bebauten Bereiches. Seit Ende der 1970er Jahre war die Verbindung von der Stainhartstraße aus nicht mehr zugänglich. In dieser Zeit wurde das Kreiswehrersatzamt, das heutige Landratsamtsgebäude II, gebaut.

Seit 2004 gab es verschiedene Vorstöße, den Weg wieder für Fußgänger und Radfahrer zu öffnen. Nicht nur die Stadtratsfraktion Grüne/UWV und der Agenda-Arbeitskreis „Mobilität und Verkehr“ machten sich für das Projekt stark, sondern auch Kreisheimatpfleger Reinhard Schmid. Obwohl die Stadt für die Wiederöffnung des Wegs eine Fläche von 114 Quadratmetern gekauft hatte und der Ausbau im Haushalt eingeplant war, wurde dieser nicht in Angriff genommen.

Sehr verschiedene Argumente gegen die Baumaßnahme wurden angeführt. Zum Beispiel erklärte Luise Nowak 2009 im Bauausschuss: „Ich fahre gern mit dem Rad, wohne in der Nähe, bis also eine potenzielle Nutzerin – aber dieser Weg bringt überhaupt nichts.“ Seitens der Stadt wurde im selben Jahr die „angespannte Haushaltslage“ als Argument gegen den Ausbau genannt. 2017 gab es Überlegungen für ein Parkdeck, die laut Bürgermeister Loth dazu führten, dass das Wegprojekt zurückgestellt wurde.

Doch jetzt kann der Heseloher Weg, dessen Name an einen Landrichter des 15. Jahrhunderts erinnert, erneut als Abkürzung zwischen Stainhart- und Schmädlstraße genutzt werden. Dass der Weg wieder offen ist, dürfte noch nicht sehr bekannt sein. Während der Verkehrsfreigabe war kein einziger Passant zu sehen. Auf eine Schwachstelle des Weges macht ein Schild aufmerksam: An einem Knick nahe der Stainhartstraße müssen Radfahrer besonders aufpassen, dass sie nicht mit Entgegenkommenden kollidieren.

Zum Heseloher Weg gehört im übrigen auch der Weg zwischen Fasser- und Steinstraße, auch wenn sich dieser nicht direkt an den jetzt ausgebauten Teil anschließt.

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