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Hier führt der Heseloher Weg entlang. Gepunktet ist der Teil, dessen genauer Verlauf noch unklar ist. 

Kostengünstiger Ausbau

Idyllischer Pfad: „Heseloher Weg“ wird wieder geöffnet - einfach war diese Entscheidung aber nicht

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Der Weilheimer Geh- und Radweg „Heseloher Weg“ soll jetzt doch gebaut bzw. wieder geöffnet werden – in einer einfachen Variante. Der Vorschlag führte zu einem Schlagabtausch im Stadtrat.

Weilheim – Älteren Weilheimern ist sie noch vertraut, die fast idyllische Querverbindung zwischen Schmädl- und Stainhartstraße. Von der Schmädlstraße aus kann man noch hineingehen, dann endet der Weg jedoch seit vielen Jahren an einem Zaun am Parkplatz des heutigen Landratsamtes II (früher Kreiswehrersatzamt). Bereits 2005 hat der Stadtrat beschlossen, diesen „Heseloher Weg“ wieder als Geh- und Radweg herzustellen und zu öffnen – was zugunsten anderer Ausgaben jedoch immer wieder zurückgestellt wurde.

Der Verkehrsausschuss des Stadtrats hat vor elf Tagen erneut über den „Heseloher Weg“ diskutiert (wir berichteten): Eckart Stüber (Grüne), der seit Jahren für den Weg kämpft, drängte darauf, diesen heuer zu realisieren. Das wurde mit 5 zu 4 Stimmen abgelehnt – so knapp, dass Bürgermeister Markus Loth (BfW) gleich ankündigte, noch einmal den gesamten Stadtrat darüber abstimmen zu lassen. Und dort gab es am Donnerstagabend nun doch (wieder) eine Mehrheit für das Projekt. Der Weg soll allerdings nicht aufwendig ausgebaut, sondern „mit einfachen Mitteln hergerichtet werden“, wie Loth am Ende zusammenfasste. Was das kostet, ist noch unklar – „aber auf jeden Fall erheblich weniger“ als die 80 000 bis 100 000 Euro, die für einen Ausbau mit Asphaltierung und Beleuchtung geschätzt wurden. Im Stadt-Haushalt stehen dafür noch Ausgabenreste von 41 000 Euro zur Verfügung: „Das sollte reichen“, hieß es im Stadtrat.

Heseloher Weg: Die einfache Variante soll‘s werden

Der Heseloher Weg heute. Er soll wiederhergestellt werden.

Der Antrag für ein einfachen, naturnahes und kostengünstiges Herrichten als Kiesweg kam kurzfristig vom Arbeitskreis „Mobilität und Verkehr“ der „Weilheimer Agenda 21“. Und dieser Vorschlag kam gut an bei der Mehrheit. Denn damit sei die Verhältnismäßigkeit gewahrt, an der im Ausschuss bezüglich eines Vollausbaus gezweifelt wurde, sagte BfW-Fraktionssprecherin Brigitte Holeczek. So ein einfacher Weg sei „gut möglich“, zumal er zur Hälfte schon bestehe und die Stadt den Grund für das fehlende Stück zur Stainhartstraße bereits habe. Für den Winter empfiehlt die Agenda, ein Schild anzubringen: „Dieser Weg wird nicht geräumt und nicht gestreut“. Stüber betonte gestern, auch die Grünen hätten „immer schon“ eine solche Lösung „ohne ,Lichtverschmutzung’ und baumwurzelschädigende Tiefbaumaßnahmen“ anvisiert.

Verkehrsreferent Claus Reindl (BfW) verwies darauf, dass es in Weilheim bereits einige ähnliche Wege gebe, etwa zwischen Fasser- und Steinstraße oder Angerkapelle und Friedhof. Für Stefan Zirngibl (CSU) aber ist der Heseloher Weg „so überflüssig wie ein Kropf“ und „eine Verschwendung von Steuermitteln“ – zumal er Benutzern „nicht mal annähernd zwei Minuten“ Zeit sparen würde. Letzteres kommentierte Susann Enders (FW) so: „Wegen zwei Minuten verkürzter Fahrzeit sind schon ganze Umgehungsstraßen gebaut worden.“

CSU-Sprecherin Marion Lunz-Schmieder sagte, in naturbelassener Form habe der Heseloher Weg „einen Charme“, vor allem für Fußgänger: „Wir sollten uns aber einig sein, dass nicht doch der Vollausbau der nächste Schritt ist.“ „Gerade für Kinder sind solche Wege die interessantesten Wege“, betonte Horst Martin (SPD). Und er fügte an: „Im Juni kommt eine Kommission zur Bewertung in Sachen ,fahrradfreundliche Kommune’ – das wollen wir ja werden. Da ist es bestimmt gut, wenn wir vorweisen können, was wir heuer vorhaben.“

Abgestimmt wurde am Ende gleich zweimal über den Heseloher Weg. Für einen „Vollausbau“ votierte nur Enders. Für einen einfachen Ausbau aber gab es eine große Mehrheit – dagegen waren Florian Lechner, Ragnhild Thieler, Petra Hofer (alle BfW), Werner Loos, Romana Asam (beide FW) und Stefan Zirngibl (CSU). Eine genaue Planung soll demnächst im Bauausschuss vorgelegt werden.

mr

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