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Der geplante Hochwasserschutz „Weilheim Süd“ an der Ammer soll bis 2024 fertig sein. 

20 Jahre zwischen Planungsbeginn und voraussichtlicher Fertigstellung

Hochwasserschutz „Weilheim Süd“ an der Ammer soll 2024 fertig sein

  • Franziska Florian
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Mit der Planung, dass der Hochwasserschutz „Weilheim Süd“ im Jahr 2021 fertiggestellt werden soll, wird es nichts. In der Bauausschusssitzung des Weilheimer Stadtrats war von 2024 die Rede – wenn es gut läuft.

Weilheim – Seit Jahren ist der Hochwasserschutz „Weilheim Süd“ zwischen Oderding und Weilheim Thema. Damit soll die Kreisstadt vor einem Hochwasser geschützt werden, das statistisch nur einmal alle 100 Jahre vorkommt (HQ 100). Sigrun Frank, Leiterin des Fachbereichs „Wasserbau, Gewässerentwicklung“ am Wasserwirtschaftsamt (WWA) Weilheim, stellte in der Sitzung die Planungsentwicklungen zum Hochwasserschutz vor.

Oderdinger Wehr wird abgebrochen und durch Sohlgleiten ersetzt

Die nun vorgestellte Planung sieht eine Kombination aus Deichen und Spundwänden vor. Aber auch Retentionsflächen sind nach wie vor geplant. Die Spundwand soll laut Frank entlang der Bahnlinie verlaufen – und auch unter der Bahnbrücke hindurchgehen. Da die Deiche im weiteren Verlauf „systemrelevant“ sind, werden zum Teil sowohl neue als auch bestehende Deiche mit einer sogenannten Innendichtung (Spundwand) ertüchtigt. Auf Höhe Oderding ist westlich der Ammer ein Hochwasserschutzdeich und entlang der Staatsstraße 2058 beidseitig der Ammer eine Geländemodellierung vorgesehen. „Das Oderdinger Wehr wird abgebrochen und durch drei Sohlgleiten ersetzt“, sagte die Fachbereichsleiterin des WWA. Zudem ist geplant, dass in den dortigen Dorfbach eine Fischaufstiegsanlage gebaut wird.

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Die Retentionsfläche, die südlich der B 472 geplant ist, sei hauptsächlich auf öffentlichem Grund. In den Fällen, bei denen es sich um Privatgrund handle, befinde man sich in erfolgversprechenden Abstimmungsgesprächen, so Frank. Der Altarm der Ammer auf Höhe der Staatsstraße 2058 soll im Zuge der Hochwasserschutzmaßnahmen wieder an die Ammer angebunden und ein Durchlass unter der Straße geschaffen werden.

Hochwasserschutz: 20 Jahre liegen zwischen Planungsbeginn und Fertigstellung - wenn es gut läuft

Die Kosten für den Hochwasserschutz „Weilheim Süd“ liegen bei 7,8 Millionen Euro. Die abschließende Prüfung der Entwurfsplanung soll bis Herbst 2020 stattfinden, die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens findet gleich im Anschluss statt. Mit dem Bau des Hochwasserschutzes könne dann im Herbst 2022 begonnen werden, das hänge jedoch davon ab, wie lange das Planfeststellungsverfahren dauert. „Wenn alles gut läuft“, sagte Frank gegenüber den Bauausschussmitgliedern, wird das Projekt zwei Jahre später – also im Herbst 2024 – fertiggestellt. Auch das stehe in Zusammenhang mit der Dauer des Planfeststellungsverfahrens, teilte Frank mit.

„Ich kann es mir offengestanden nicht verkneifen, zu sagen, dass zwischen Planungsbeginn und Fertigstellung 20 Jahre liegen“, entgegnete Bauausschussmitglied Stefan Zirngibl (CSU) auf die Ausführungen von Sigrun Frank. Er befürworte eine schnelle Umsetzung der Hochwasserschutzpläne deshalb sehr. Denn bereits vor vier Jahren forderte er, dass der Hochwasserschutz „endlich fertig“ werden soll.

Um die kritischen Stellen für den Hochwasserschutz Weilheim zu entschärfen, ist die Anhebunge der Fußgängerbrücken in der Au und am Paradeis untersucht worden. Die Au-Brücke kann laut Frank um 50 Zentimeter angehoben werden, die Paradeis-Brücke um 90 Zentimeter. Die Diskussion darüber verschob Bürgermeister Markus Loth (BfW) jedoch auf eine andere Sitzung. 

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