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Trauriges Bild: die tote Rehgeiß und ihre drei ungeborenen Kitze (Foto etwas retuschiert). 

Immer mehr Vorfälle

„Panisch weit aufgerissene Augen“: Freilaufender Hund hetzt trächtiges Reh - Jäger entsetzt über grausigen Anblick

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Jäger appellieren an Hundebesitzer: Nehmt die Hunde an die Leine! Was ohne Leine passieren kann, mussten Jäger in Weilheim erst kürzlich wieder miterleben.

  • In Weilheim hat ein Hund, der nicht angeleint war, eine trächtige Rehgeiß zu Tode gehetzt und verbissen.
  • Das Reh und ihre Rehkitze konnten nur noch von ihrem Leid erlöst werden.
  • Jäger appellieren dringend: Hunde müssen an die Leine!
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Weilheim – Gerade jetzt im Frühling, wenn viele Wildtiere wie Rehe, Vögel oder Hasen Nachwuchs bekommen, sollten Spaziergänger, Jogger und Reiter auf den Wegen bleiben, um die Wildtiere nicht zu stören. Ganz wichtig dabei: Hunde sollen an die Leine genommen werden.

Jäger fordern: Hund müssen beim Gassi gehen im Wald an die Leine!

Das fordern auch Jäger wie der Unterhausener Heinz Dietrich immer wieder – doch oft vergebens, wie der Pächter eines Jagdreviers nahe Weilheim berichtet.

Jäger spricht Hundebesitzer an - Der antwortet: „Der Hund sucht ein Spielzeug“

Erst kürzlich habe er einen Vorfall gehabt, über den er sich mächtig geärgert hat: „Am Hardt hat ein Mann seinen Hund in der hohen Wiese ohne Leine laufen lassen. Auf die Frage, was er dort mache, habe er die Antwort bekommen: „Der Hund sucht Spielzeug.“ 

Jäger warnt: In den Wiesen liegen neugeborene Rehkitze

Als Dietrich den Hundebesitzer warnte, dass derzeit Kitze geboren werden und die in den Wiesen liegen, habe der Mann das abgestritten – hier gebe es gar keine Rehe. „Wir haben hin und her diskutiert, bis der Mann den Hund schließlich doch zurück ins Auto schaffte.

„Ich bin dann weggefahren, dachte mir aber, ich fotografiere lieber noch sein Nummernschild“, so Dietrich. Also kehrte er um – und sah den Hund erneut ohne Leine auf der Wiese. „Ich habe schließlich die Polizei gerufen, aber die hat das nicht sonderlich interessiert“, sagt Dietrich enttäuscht.

Grausiger Fund: Hund hetzt Rehgeiß zu Tode - Nachwuchs muss auch sterben

Noch schlimmer war ein Vorfall am selben Abend, den sein Vorgänger als Jagdpächter erlebt hat: „Er hat gesehen, wie ein mittelgroßer schwarzer Hund eine Rehgeiß gejagt hat.“ Als sie später zusammen die Gegend abgesucht haben, fanden sie die Rehgeiß noch lebend mit panisch weit aufgerissenen Augen am Boden sitzend – sie konnte nicht mehr weg, hatte sich offensichtlich an den Vorderläufen verletzt und wies weitere Bissspuren auf.

Jäger erlösen von Hund gehetztes Reh von ihrem Leid

„Wir haben das Tier dann von seinem Leid erlöst“, sagt Dietmeier. Der schlimmste Moment sei danach immer der, wenn sich unter der Bauchdecke des toten Tieres plötzlich etwas bewege – der ungeborene Nachwuchs, der ebenso dem Tod geweiht ist. Die beiden Jäger schnitten aus der Geiß schließlich drei ungeborene Kitze heraus. „das ist kein schöner Anblick, auch nicht für uns Jäger“, betont Dietrich. Deshalb auch sein Appell: Auf den Wegen bleiben und Hunde an die Leine nehmen! 

Leider ist das nicht der einzige Vorfall dieser Art. Immer wieder reißen unangeleinte Hunde Wildtiere. So hat auch in Weilheim ein Hund ein trächtiges Reh gerissen. Jäger berichteten von unfassbaren Szenen. Auch in Garmisch-Partenkirchen ist es zu solch einem Fall gekommen. In Olching hat ein Jäger einen Hund erschossen, nachdem er sich über ein Reh hergemacht hat.

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