Bebauungsplan nach viel Hin und Her

Immer wieder Neues an Ludwig-Thoma-Straße

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Eine Bauanfrage für die Ecke Münchener Straße/ Ludwig-Thoma-Straße hat vor drei Jahren viel Unruhe gebracht. Nun scheint man auf einem guten Weg zu sein.

Weilheim – Bereits im Juli 2016 hat Weilheims Stadtrat beschlossen, einen Bebauungsplan für das Gebiet „Münchener Straße / Ludwig-Thoma-Straße“ im Norden der Stadt aufzustellen. Er soll eine „maßvolle und städtebaulich verträgliche Nachverdichtung“ in dem Quartier gegenüber dem „Neidhart-Einkaufspark“ ermöglichen (wir berichteten). Anlass war seinerzeit der Bauwunsch eines Geschäftsmannes für sein Grundstück an der Einmündung Ludwig-Thoma-Straße: Er wollte dort einen größeren Neubau mit Wohnungen, einem Laden und einer Gaststätte errichten; dieser war dem Stadtrat aber zu massiv.

Ersparen wollte die Stadt den Anwohnern insbesondere die avisierte Gaststätte und den damit verbundenen Verkehr – doch die konnte im Bebauungsplanverfahren nicht ausgeschlossen werden. Neuerdings, so hieß es nun in der Januar-Sitzung des Bauausschusses, sei seitens des Bauwerbers aber gar keine Gastronomie mehr geplant. Nach zwischenzeitlichen Verstimmungen habe man kürzlich, so Bürgermeister Markus Loth (BfW), „ein konstruktives Gespräch“ mit dem Antragsteller geführt. Ergebnis: Dieser wolle jetzt einen Reihenhaus-Dreispänner auf seinem Areal errichten.

Diese Hürden wurden bereits gemeistert

Im Bebauungsplan-Verfahren waren bereits einige Hürden zu meistern. So musste der Geltungsbereich auf Einspruch des Landratsamtes deutlich nach Norden, bis zum Kreisverkehr am Dietlhofer See, ausgeweitet werden, um ein „Mischgebiet“ ausweisen zu können. Eine Klassifizierung als „Wohngebiet“ wiederum war angesichts der Immissionen aus dem gegenüberliegenden Gewerbegebiet nicht möglich.

Bei der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplan-Entwurfs gab es nun einige Einwendungen und Anregungen von Anliegern – und nicht nur negative, wie Stadtbauamts-Mitarbeiter Stefan Kirchmayer im Bauausschuss betonte. So sei die Idee gelobt worden, ostseitig einen Fuß- und Radweg von der Ludwig-Thoma-Straße zur Lena-Christ-Straße zu schaffen. Andere Anwohner übten daran aber auch Kritik, sie befürchten eine „unzumutbare Belastung“ durch einen solchen Weg. Laut Stadtbauamt liege diese gefahrlose Verbindung zum Dietlhofer See aber „im übergeordneten Interesse“ und sei somit zumutbar.

Einwände aus der Öffentlichkeit

Man solle den Fuß- und Radweg „grundsätzlich einplanen“, betonte Verkehrsreferent Claus Reindl (BfW), aber „aktuell nicht realisieren“. Denn Sinn mache dieser erst, „wenn wir auf der Ostseite der Münchener Straße einen Radweg haben“.

Weitere Einwendungen aus der Öffentlichkeitsbeteiligung betrafen beispielsweise das Autohaus am Kreisel (diesem soll ein zusätzliches Baufenster für eine zukünftige TÜV-Prüfstelle zugebilligt werden) und eine Wiese zwischen den bestehenden Wohnhäusern und der B2 (dort will man ein zusätzliches Gewerbebaurecht zugestehen, mit Zufahrt über die Lena-Christ-Straße).

Der Bauausschuss votierte bei der Vorberatung einmütig für die Änderungen. Für Grünen-Sprecher Alfred Honisch ist das positive Fazit des Prozesses, „dass die Wünsche der Anlieger im Großen und Ganzen in die Planung aufgenommen wurden“. Zu entscheiden hat darüber am morgigen Donnerstag der Stadtrat. Stimmt auch er den Änderungen zu, wird der Bebauungsplan-Entwurf entsprechend ergänzt und nochmals öffentlich ausgelegt.

Die Stadtratssitzung

beginnt am morgigen Donnerstag, 24. Januar, um 19 Uhr im großen Sitzungssaal des Weilheimer Rathauses.

Rubriklistenbild: © dpa / Lino Mirgeler (Symbolbild)

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