1. Startseite
  2. Lokales
  3. Weilheim
  4. Weilheim

Weilheim: Investoren sollen an Folgekosten von Neubauprojekten beteiligt werden

Erstellt:

Von: Magnus Reitinger

Kommentare

Hier könnten an die 90 neuen Wohnungen entstehen: Ein Teil des rund 5000 Quadratmeter großen Areals am Öferl, das einst „Feinmechanik Michael Deckel“ gehörte.
Hier könnten an die 90 neuen Wohnungen entstehen: Ein Teil des rund 5000 Quadratmeter großen Areals am Öferl, das einst „Feinmechanik Michael Deckel“ gehörte. © Ruder

Bei großen Wohnbauprojekten könnte die Stadt Weilheim die Investoren künftig an Folgekosten beteiligen – etwa für nötige Kita-Bauten oder Schul-Erweiterungen. Das wurde im Stadtrat bei der Diskussion über geplante Neubauten am Öferl deutlich.

Weilheim – „Diskussion“ ist eigentlich das falsche Wort für die wenigen Sätze, die in der jüngsten Stadtratssitzung zum geplanten Bebauungsplan „Hangstraße/Am Öferl“ fielen. Denn darüber sollten erst einmal die Fraktionen intern diskutieren, sagte Bürgermeister Markus Loth (BfW) – und bat zugleich um Zustimmung zum Gutachten des Bauausschusses, der bereits „grundsätzliches Einverständnis“ mit den vorgelegten Planungsalternativen des Regensburger Investors „Immobilien Zentrum Oberbayern“ für die Neubebauung des einstigen „Deckel-Areals“ erklärt hat.

Wie berichtet, möchte der neue Eigentümer auf den beiden Grundstücken Komplexe mit insgesamt 80 bis 90 Wohnungen errichten. Angedacht ist zudem, auch auf umliegenden Grundstücken eine deutlich größere und dichtere Bebauung zuzulassen. Auch der Stadtrat bekundete einhellig sein prinzipielles Einverständnis mit den Entwürfen. Auf deren Basis soll es bald einen Erörterungs-Termin „mit den betroffenen Fachbehörden und den Nachbarn“ geben.

„Mehr Baurecht auf umliegenden Grundstücken ist ein Kann, aber kein Muss“, erklärte Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt-Sommer – „aber ich denke, jeder schreit hurra, wenn er mehr Baurecht bekommt“. Vorschusslorbeeren verteilte sie für das vom Investor beauftragte Architekturbüro Bogevischs: „Die räumen zurzeit jeden Preis für innovatives Bauen ab“, so Roppelt, „und schaffen es, viel Wohnraum so zu organisieren, dass trotzdem Freifläche bleibt“.

Für Alfred Honisch (Grüne) „drängt sich immer mehr die Frage auf, was eigentlich die Stadt von solchen Entwicklungen hat“: Man müsse dem Investor früh genug signalisieren, dass er sich an Kosten für zusätzlich nötige Kita-Plätze oder Schul-Erweiterungen zu beteiligen habe. „Das kann nicht nur ein Nehmen von Baurecht sein, das muss auch ein Geben sein.“ Ähnlich sieht das die Stadtbaumeisterin: Viele Kommunen würden Investoren in städtebaulichen Verträgen zur finanziellen Beteiligung an Infrastruktur-Folgen verpflichten, so Roppelt-Sommer. Auch der Weilheimer Stadtrat könne einen entsprechenden Grundsatzbeschluss fassen. Vorarbeiten dafür laufen bereits.

Lesen Sie hier , wie knapp im Stadtrat eine Entscheidung zum geplanten Mercedes-Autohaus am Stadtrand von Weilheim fiel

Auch interessant

Kommentare