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Nur ein privater Spielplatz ist nun an der Wildsteiger Straße in Weilheim festgesetzt.

Drei weitere Einzel- oder Doppelhäuser dürfen gebaut werden

Jetzt doch Baugrund statt Spielplatz an der Wildsteiger Straße

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Lange haben die Stadt Weilheim und der Grundeigentümer über die Vorgabe gestritten, auf einem Baugrundstück an der Wildsteiger Straße auch einen Spielplatz zu schaffen. Jetzt hat sich der Bauwerber endgültig durchgesetzt.

Weilheim – Zahlreiche Wohnhäuser sind in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten auf dem Areal einer früheren Zimmerei zwischen Südendstraße und Wildsteiger Straße im Weilheimer Süden entstanden. Nun hat der Bauausschuss des Stadtrates in seiner gestrigen Sitzung ein schwieriges Kapitel dieser Geschichte zu einem umstrittenen Ende gebracht: Gegen die Stimmen dreier Ausschussmitglieder (die CSU-Vertreter Stefan Zirngibl und Klaus Gast sowie Romana Asam, FW) wurde einer Bauanfrage zugestimmt, wonach der Grundeigentümer sein Areal im Bogen der Wildsteiger Straße mit drei weiteren Einzel- oder Doppelhäusern bebauen darf.

Dabei entfällt die Fläche für einen privaten Spielplatz, der im Bebauungsplan „Südendstraße II – Änderung Lehner“ für einen Teil dieses Baugrunds festgesetzt ist. Ursprünglich hatte die Stadt sogar gerichtlich versucht, dort einen öffentlichen Spielplatz durchzusetzen. 

Spielplatz wegen eines Formfehlers abgelehnt

Doch das, so hieß es in der gestrigen Sitzung, hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof wegen eines Formfehlers in der Bebauungsplan-Legende abgeschmettert. Nun ist nur ein privater Spielplatz festgesetzt – „und den können wir nicht erzwingen“, erklärte das Stadtbauamt.

„Wir wollten das gerichtlich durchsetzen und haben verloren“, sagte gestern Bürgermeister Markus Loth (BfW): Als guter Verlierer habe er nun kein Problem damit, der gewünschten Bebauung für dieses „klassische Baufenster“ zuzustimmen. Zwar müsse die Stadt dort nicht zwangsläufig Baurecht einräumen, so Loth: „Aber nichts machen, wäre auch keine Lösung“.

Anders argumentierte Stefan Zirngibl: Der Bauwerber habe „stets gewusst, was dort gefordert war“, die Vorgaben aber unterlaufen. „Wir wurden da als Stadtrat nach allen Regeln der Kunst aufs Kreuz gelegt“, so Zirngibls Fazit, „deshalb gönne ich mir in diesem Fall den Luxus der Ablehnung“.

Kleine Begegnungsfläche soll geschaffen werden

Auch ihn habe diese Vorgeschichte „sehr geärgert“, sagte Claus Reindl (BfW). Doch die geplante Bebauung anstelle des alten Lagerplatzes wäre nun „ein Gewinn für das ganze Viertel“: „Deshalb erlaube ich mir, dass ich ,ja’ dazu sage – aus sachlichen Gründen.“

So votierte die Ausschuss-Mehrheit schließlich für das gewünschte Baurecht. Zustimmung – ebenfalls mit sechs zu drei Stimmen – fand aber auch eine Idee von Rupert Pentenrieder (BfW): Er schlug vor, der Bauwerber solle ein paar Quadratmeter „abzwacken“ und wenigstens „eine kleine Begegnungsfläche mit Baum und Bank“ schaffen.

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