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Eine wichtige Verbindung für Radler in Weilheim ist die Johann-Baur-Straße. Nachdem die Bauarbeiten am Krankenhaus bis auf kleinere Arbeiten an den Außenanlagen abgeschlossen sind, wird sie jetzt als Fahrrads traße ausgewiesen. 

Vier Jahre nach Antrag

Weilheim bekommt eine weitere Fahrradstraße

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Weilheim – Autos haben sich in der Johann-Baur-Straße in Weilheim künftig dem Radverkehr unterzuordnen: Diese Straße, die – parallel zur Oberen Stadt – von der Alpenstraße (B 2) bis zur Rastkapellenstraße führt, wird als Fahrradstraße ausgewiesen. Den Antrag dafür hatte Claus Reindl (BfW), der ehemalige Verkehrsreferent des Weilheimer Stadtrates, bereits im März 2016 gestellt. Dann kamen allerdings die mehrjährigen Baustellen von Ärztehaus und Krankenhaus dazwischen. Beide Gebäude liegen direkt an der Johann-Baur-Straße.

Nun ist die Straße wieder frei befahrbar, und der Verkehrsausschuss des Stadtrates hat die Ausweisung als Fahrradstraße in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Einziger „Wermutstropfen“ ist laut Ordnungsamts-Leiter Andreas Wunder, dass dafür „eine erhebliche Anzahl an Schildern“ aufgestellt werden muss, die auf Beginn und Ende der Fahrradstraße hinweisen. Zur Verdeutlichung werden in den einzelnen Abschnitten auch Fahrradstraßen-Piktogramme auf der Fahrbahn angebracht. Radler, die in Richtung B 2 unterwegs sind, sollen mit einer roten Markierung über die Fahrbahn zum dortigen Übergang samt Querungshilfe geleitet werden, wie Wunder im Ausschuss erklärte.

Helmut Kilian vom Arbeitskreis „Mobilität und Verkehr“ der Weilheimer Agenda 21 schlug vor, die gesamte Fahrbahn rot zu markieren. Das würde den Autofahrern deutlich machen, dass sie besonders aufpassen müssen, so seine Begründung. Doch das wäre „relativ teuer“, sagte Wunder – zumal dann auch bereits bestehende Fahrradstraßen in der Stadt entsprechend markiert werden müssten. Dafür müsste der Stadtrat Extra-Mittel bereitstellen.

In Fahrradstraßen – solche sind in Weilheim unter anderem die Schöffelhuber-, Karl-Böhaimb-, Kerschensteiner- und Nordendstraße sowie Teile des Prälatenwegs – dürfen Radler nebeneinander fahren. Der Kfz-Verkehr hat sich unterzuordnen, es gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h; wenn nötig, müssen Kfz langsamer fahren. Die Stadt weist allerdings darauf hin, dass die allgemeinen Vorfahrtsregeln wie „Rechts vor links“ weiterhin gelten. „Das bedeutet, dass der Kfz-Verkehr, der von rechts in die Fahrradstraße einfährt, Vorfahrt gegenüber dem Radfahrer hat“, so Wunder.

Der Leiter des Ordnungsamtes im Rathaus hofft, dass die Neu-Ausweisung in der Johann-Baur-Straße auch die Akzeptanz der anderen Fahrradstraßen durch die Autofahrer erhöht. In diesem Zusammenhang monierte Neu-Stadtratsmitglied Andreas Halas (ÖDP), dass man Kinder in einigen Fahrradstraßen in Weilheim „kaum fahren lassen“ könne – weil diese trotz der gut gemeinten Vorschriften zu gefährlich für Jüngere seien. Ziel müsse sein, dass sich ein achtjähriger Radler in der Stadt genauso wohlfühle wie ein 88-jähriger, so Halas. Ein entsprechendes Umdenken müsse „von den Verkehrsteilnehmern kommen“, antwortete Wunder – und fügte an: „Fahrradstraßen sind leider noch nicht sehr im Bewusstsein.“

Übrigens können Fahrradstraßen laut Wunder zufolge nur dort eingerichtet werden, wo „der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist oder dies alsbald zu erwarten ist“. In der Johann-Baur-Straße sei das der Fall, weil diese „eine Haupt-Radwegeachse zwischen Ost und West darstellt“ und stark von radelnden Schülern der Mittelschule, der Realschule und des Gymnasiums genutzt werde. 

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