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Wie soll sich die Stadt Weilheim weiter entwickeln? Um diese Frage geht es im ISEK.

Diskussion im Weilheimer Stadtrat

Viele Fragen zur Zukunft Weilheims - und zur Umfahrung

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Weilheims Entwicklungskonzept muss im Blick auf eine Umfahrung überarbeitet werden – das fordert die Agenda 21. Im Stadtrat gab es dazu höchst kontroverse Stimmen.

Weilheim – Es ist die offizielle „Zielsetzung der künftigen Entwicklung Weilheims“: das „Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept“, kurz ISEK, das 2013 mit engagierten Bürgern erarbeitet und im Jahr darauf vom Stadtrat verabschiedet wurde. Das Konzept ist beispielsweise die Grundlage für allerlei Zuschussanträge.

Anlässlich der Diskussion um eine „Umfahrung Weilheim“ müsse das ISEK jedoch dringend „aktualisiert und konkretisiert“ werden, meint der Arbeitskreis (AK) „Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen“ der „Weilheimer Agenda 21“ (wir berichteten). Es sei „abzusehen, dass einige Umgehungs-Varianten die künftige Stadtentwicklung Weilheims erheblich einschränken werden werden“, heißt es im entsprechenden Antrag des AK: „Um beurteilen zu können, wie sich unsere Stadt in den kommenden Jahrzehnten räumlich entwickeln wird, bedarf es einer städteplanerischen Untersuchung.“

Aktualisierung des ISEK ist „sehr komplex“

Eine Fortschreibung des ISEK sei „grundsätzlich möglich“, erklärte Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt in der jüngsten Stadtratssitzung, in der ausführlich über den Antrag diskutiert wurde. Doch vor einer Aktualisierung sei „eine ganze Menge zu tun, das ist sehr komplex“, wie Roppelt sagte. So bräuchte Weilheim vorab einen „Stadtentwicklungsplan“, für den verschiedene Fachleute allerhand untersuchen müssten: etwa die Bevölkerungsentwicklung, die Flächenplanung und das Thema „Mobilität“. Die Stadtbaumeisterin schlug vor, zunächst einen solchen „Stadtentwicklungsplan“ erstellen zu lassen. Dafür werden jetzt die Kosten ermittelt, zugleich sollen sich die Fraktionen „Gedanken darüber machen“, so der Auftrag von Bürgermeister Markus Loth (BfW). Für die Oktober-Sitzung werde er das Thema dann wieder auf die Tagesordnung setzen.

Stadtentwicklung: Kontroverse Diskussion im Stadtrat

Diskutiert wurde im Stadtrat aber schon jetzt munter. Florian Lechner (BfW) gab Roppelt Recht: Derzeit fehle die Datenbasis für den ISEK-Prozess und die Diskussion mit den Bürgern („Ich bin dabei, diese Basis zu ermitteln und dafür auch Geld auszugeben“). Romana Asam (FW) fügte an: Eine ISEK-Fortschreibung habe keinen Sinn, „so lange wir keine Daten über die Entlastungsstraße haben“. Da beißt sich allerdings für Klaus Gast (CSU) die Katze in den Schwanz: Der Agenda gehe es ja darum, eine Grundlage für die Entscheidung in Sachen „Umfahrung“ zu haben. „Es ist richtig, dass wir uns über die Stadtentwicklung im Klaren sein müssen, um über die Umgehungsstraße zu entscheiden“, so Gast. Und doch müsse man den Antrag zum ISEK „noch hintanstellen: Dafür muss noch viel abgeklärt werden.“

Saika Gebauer-Merx (FDP) hält den Agenda-Antrag für „dringend nötig“ und forderte vor einer Bürgerbefragung in Sachen „Umfahrung“ eine Bürgerversammlung. Dagegen sieht Claus Reindl (BfW) „nicht so sehr die Dringlichkeit“, in Sachen ISEK aktiv zu werden“. Es sei klar, dass Weilheims Entwicklungspotenzial „im Osten und im Süden“ liege. Und laut Staatlichem Bauamt sei die Entwicklung dort „gerade mit einer Ost-Umfahrung möglich“. Der Stadtrat könne auch ohne ISEK-Aktualisierung über die Umgehungsstraße entscheiden, so Reindl.

Agenda-Vertreter: Weilheim hat keinen Platz für Umfahrung

Anders Peer Prechtel, der Sprecher des Agenda-AK „Stadtentwicklung“, der den Antrag zum ISEK formuliert hat: Wenn sich die Stadt weiter so entwickle und „die Leute aus München noch mehr nach Weilheim drücken“, wie es Immobilienmakler prophezeien, dann sei in Weilheim „eigentlich kein Platz für eine Schnellstraße, die die Stadt zerreißt“, so Prechtel. Wenn so schnell schon keine ISEK-Fortschreibung möglich sei, brauche die Stadt zumindest „eine überschlägige Festlegung, wo wie viel Fläche benötigt wird“.

2. Bürgermeister Horst Martin (SPD) liest aus dem Agenda-Antrag „die Botschaft: Macht euch erst über die Stadtentwicklung Gedanken, bevor ihr euch auf eine Trasse festlegt“. Das würde „in der Konsequenz bedeuten, dass wir den Prozess mit der Umfahrung erst mal anhalten müssen“, so Martin. Laut dem Leiter des Staatlichen Bauamts gebe es in dieser Debatte ja auch „keinen Zeitdruck“.

CSU-Stadtrat: Entwicklung für 40 Jahre nicht planbar

Für „grundsätzlich richtig“ hält Stefan Zirngibl (CSU) den Antrag zur ISEK-Aktualisierung. Doch er sieht dafür keine Eile geboten. Im laufenden Verfahren zur Umgehungsstraße „ist eh Bürgerbeteiligung drin“, so der CSU-Mann. Und wo sich Weilheim in den nächsten Jahren entwickeln werde, sei der Bevölkerung aus dem Flächennutzungsplan „durchaus bekannt“. Was Planung darüber hinaus angeht, ist Zirngibl skeptisch: „Keiner kann die Entwicklung für 40, 50 Jahre voraussehen und planen – weder der Stadtrat noch ein Fachbüro.“

mr

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