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Einer von 13 Schauplätzen bei der „KultUHRnacht 2018“: Im Café „Rosalie“ spielten „4 Good News“. 

Trotz vieler Besucher

„Weilheimer KultUHRnacht“ 2019 ist abgesagt - Veranstalter nennt Gründe 

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Seit 13 Jahren gibt es die „Weilheimer KultUHRnacht“ - jetzt müssen Fans der Veranstaltung stark sein: Heuer fällt die lange Nacht der Musik aus. Das hat zwei Gründe.

Weilheim – „Wer sie kennt, liebt sie“, so schwärmte Hans-Georg Geist, Vorsitzender des Weilheimer Gewerbeverbands, in seinem Grußwort zur „KultUHRnacht“ 2018. Und Bürgermeister Markus Loth dankte für „ein tolles Programm“ samt Aftershow-Party und Shuttlebus: Die bunte Mischung der Konzerte in gut einem Dutzend Lokalen ziehe „jedes Jahr ein breites Publikum an“.

„Publikum wäre eigentlich da“, davon ist auch Rupert Reggel vom Veranstalter „Holiday event sunrise Ltd.“ in Murnau überzeugt. Und doch lässt er die „Weilheimer KultUHRnacht 2019“ – die im Veranstaltungsprogramm der Stadt fest für den 30. März eingeplant war – ausfallen. Gründe dafür gebe es viele, erklärte Reggel am Montag auf Anfrage unserer Zeitung. Vor allem sei die Zahl ausreichend großer Lokale in der Innenstadt zurückgegangen: „Es gibt gar keines, wo wir mehr als 100 Leute reinbringen“ – was für bekanntere Bands die Voraussetzung wäre. Aber auch die Begeisterung seitens der Gastronomie habe nachgelassen, sagt Reggel. Sein Fazit: „Ich habe mich außerstande gesehen, in Weilheim heuer wieder eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen, die begeistert.“

Weilheimer KultUHRnacht fällt 2019 aus: „Wir finden das schade“

„Holiday event“ veranstaltet in mehreren Orten Musiknächte. In Garmisch-Partenkirchen lässt die Firma am 30. April wieder die „GAP live night“ steigen, danach die „Mittenwalder Nacht“ (20. Juli) und der „Murnauer Kunstnacht“ (2. Oktober); und dazwischen gibt es am 18. Mai erstmals „Germering live“. Doch es sei „insgesamt ein Lokalitätenschwund zu verzeichnen, das ist nicht nur ein Weilheimer Problem“. Die Zahl der Veranstaltungen wiederum nehme zu, vielleicht werde es insgesamt „einfach zu viel“, überlegt Reggel und fügt hinzu: „Man kann eine Veranstaltung auch mal alle zwei Jahre machen – damit sich die Leute wieder drauf freuen.“

„Wir finden das schade“, so kommentiert Hermine Zaha, Leiterin des Veranstaltungsbüros der Stadt, dass es heuer keine „Weilheimer KultUHRnacht“ gibt. Dieses Ereignis habe stets „viele Besucher in die Stadt gezogen, in manche Lokale bist du kaum reingekommen“. Auch heuer hätten sich bereits viele erkundigt, ob die „KultUHRnacht“ stattfinde.

„Weilheimer KultUHRnacht“: 2020 soll es sie wieder geben

Florian Mangold, Inhaber des Cafés „Sonnendeck“ in Weilheim, weiß schon länger, dass sie ausfällt. „Das ist irgendwie schade“, sagt auch er, zumal in dieser Nacht „viele Leute unterwegs sind, die sonst nicht ausgehen“. „Aber vielleicht nudelt sich so ein Konzept im Laufe der Jahre ab“, so Mangold, jedenfalls hätten immer weniger Lokale mitgemacht. Er selbst war stets dabei, und das nicht nur als Wirt. Mit seinem Duo „Floque & Roque“ trat er selbst im „Sonnendeck“ auf. Auf eigene Faust werde man heuer nicht spielen. Aber bei einer Neuauflage der „KultUHRnacht“ nächstes Jahr wäre er wieder dabei. Und die ist laut Reggel auch geplant: Man wolle „2020 einen neuen Versuch starten“, auch wenn man „die Lokalitäten nicht künstlich vermehren“ könne.

Und heuer? Da gibt es am 30. März immerhin ein Konzert der Bigband „Horns Up“ mit einigen Weilheimer Jazz-Haudegen in der Musikschule (20 Uhr). Und auch die beliebte Lichternacht „Nightfever“ in der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt findet statt.

mr

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