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Der neue Vorstand des Kreisverbandes: Vorsitzender Berhard Heger (vorn, 3. von rechts) und Stellvertreter Josef Taffertshofer (rechts daneben) wurden in ihren Ämtern bestätigt. Die anderen Vorstandsmitglieder: Thomas Bertl, Hartmut Ebentheuer, Lucia Egner, Hans Gebhardt, Kathrin Heiland, Rudi Lautenbacher, Georg Popp, Moritz Sappl, Johann Süß, Hubert Thoma, Matthias Nebl, Michael Schelle, Thomas Strobl und Georg Lang.

Weilheim: Landwirte sehen schwarz für die CSU

Oberhausen - Oberhausen - Deutliche Kritik an der CSU gab es bei der Mitgliederversammlung des BDM-Kreisverbandes („Bund Deutscher Milchviehhalter“).

Bis nach Mitternacht diskutierten die Bauern mit CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt. Landrat Friedrich Zeller (SPD) war vor der Diskussion gegangen. Dobrindt zeigte zwar Verständnis für die Bauern, machte ihnen aber keine Hoffnung auf Besserung. Er wolle zwar eine Steuerung der Milchmenge, es gebe aber „derzeit keine Mehrheit dafür“.

„Der Herr Seehofer hat uns verraten und verkauft“, meinte ein Teilnehmer zur aktuellen Politik. Nach Ansicht der Bauern ist die Bezahlung der Milcherzeuger keine Frage des Geldes, sondern „nur eine Sache der Verteilung“, wie einer der 187 Bauern, die am Donnerstag in den Gasthof Strobl nach Oberhausen gekommen waren, meinte. Es sei an der Zeit, darüber nachzudenken, warum der Lebensmitteleinzelhandel „so viel verdienen“ müsse.

Durch das oft gepredigte Wachstum ist das Problem nach Ansicht von Jürgen Meenken nicht zu lösen. Der BDM-Vorsitzende aus Sachsen-Anhalt rechnete für seinen Großbetrieb vor: Die Produktion von einem Liter Milch kostet 40,1 Cent. Er selbst bekomme dafür aber nur 28 Cent. Selbst wenn er alle anderen Erträge aus dem Betrieb wie Erlöse aus dem Verkauf von Kälbern und Schlachtvieh einrechne, zahle er noch sechs Cent pro Liter drauf. Wenn Bauern ihre Arbeit auf Sozialhilfeniveau kalkulieren und auf Investitionen und Freizeit verzichten würden, könnten sie noch einige Zeit durchhalten.

Nichts von Abwarten hält der wiedergewählte BDM-Kreisvorsitzende Bernhard Heger: „Wir haben die Faxen dick, wenn uns immer nur gesagt wird: Es geht schon noch.“ Kritik an der CSU kam auch von Thomas Bertl: „Die CSU muss entscheiden, ob sie hinter ein paar Funktionären steht oder hinter der Mehrheit.“

Als „gesamtgesellschaftliches Problem“ sieht der stellvertretende BDM-Kreisvorsitzende Josef Taffertshofer die Entwicklung: Es würden mit Steuergeldern Förderprogramme aufgelegt, die wenig Wirkung zeigten. Würden die Bauern hingegen zehn Cent mehr pro Liter Milch bekommen, wäre dies nach BDM-Berechnungen ein Konjunkturprogramm von 19 Millionen Euro pro Jahr allein für den Landkreis. Mit Blick auf die CSU sagte er: „Schaut’s nicht zu, wie alles verreckt.“

Wenn sich bis zur Europawahl nichts ändert, dann sieht ein Landwirt „schwarz für die CSU“. Dobrindt riet den Bauern, die in Bayern als Stammwähler der CSU gelten, davon ab, andere Parteien zu wählen. Die CSU vertrete nach wie vor am besten die Interessen der Landwirtschaft. „Wenn sich die CSU entscheiden muss, dann wird sie sich für die Bauern entscheiden.“ (as)

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