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Dicht gemacht wird der Landwirtschaftszweig an der Landwirtschaftsschule Weilheim. Die nächstgelegenen Schulen, die eine solche Ausbildungsrichtung anbieten, sind in Holzkirchen und Kaufbeuren.

Aus für Abteilung „Landwirtschaft“

Landwirtschaftsschule Weilheim verliert Ausbildungszweig - Bauernverband übt Kritik

  • Stephanie Uehlein
    vonStephanie Uehlein
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Der Schulstandort Weilheim ist künftig um eine Ausbildungsrichtung ärmer:  Ein Zweig der Landwirtschaftsschule wird, wie jetzt bekannt wurde, dicht gemacht. Kritik an dieser Entscheidung kommt vom Bayerischen Bauernverband (BBV).

Weilheim – „Keine Überraschung“ ist der Kabinettsbeschluss, mit dem auch die Schließung des Zweiges „Landwirtschaft“ an der Landwirtschaftsschule in Weilheim besiegelt wurde, für Stefan Gabler. Der Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) steht zugleich an der Spitze der Schule.

Mit deren Fachrichtung „Landwirtschaft“ und mit der Fachschule für Ökologischen Landbau gebe es im AELF in Weilheim seit 2013 „eigentlich zwei Landwirtschaftsschulen“, sagte Gabler. Ihm sei klar gewesen: Wenn eine Reform komme, dann sei es unwahrscheinlich, dass beide Ausbildungsmöglichkeiten am Standort bleiben.

Während die Plätze an der Fachschule für Öko-Landbau laut deren Homepage begehrt sind, gab es in den vergangenen beiden Jahren bei der Ausbildungsrichtung „Landwirtschaft“ an der Landwirtschaftsschule gar kein Erstsemester mehr. Grund: Die Nachfrage fehlte. Für kommenden Herbst lagen lediglich sechs Anmeldungen vor – der Ausbildungsgang zum „Staatlich geprüften Wirtschafter für Landbau“ wäre bei dieser Teilnehmerzahl erneut nicht zustande gekommen.

Stefan Gabler leitet das AELF Weilheim.

Die sechs Interessenten, die sich eingeschrieben hatten, kommen nun an die Fachschule für Öko-Landbau, wie Gabler erklärte. Dort haben sich 27 Bewerber aus dem süddeutschen Raum angemeldet, von denen coronabedingt aber nicht alle angenommen werden. Bis zu zwölf der Studierenden können zu Gablers Freude ab Herbst in Gut Dietlhofen untergebracht werden.

Gabler lobt Fachschule für Öko-Landbau in Weilheim

„Wir hätten auch gern die Landwirtschaftsschule behalten“, so der Amtsleiter. Es sei aber „eine ganz tolle Sache“, die Fachschule für Öko-Landbau in Weilheim zu haben. „Die Schule hat einen super Ruf“, sagte Gabler. Bei ihr arbeiteten „hervorragende Lehrkräfte“ und „tolle Referenten“. Auch Studierende, die eigentlich die Landwirtschaftsschule besuchen wollten, aber dort nicht starten konnten, seien von der Fachschule „begeistert“, so Gabler. Die Lerninhalte in den beiden Ausbildungsrichtungen seien nur teilweise unterschiedlich. An der Fachschule für Öko-Landbau hören die Studierenden aber natürlich zum Beispiel nichts über synthetischen Dünger.

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Kritischer als Gabler äußerte sich Wolfgang Scholz, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) Weilheim-Schongau. Er sieht in der Abschaffung des Landwirtschaftszweiges, über den er „sehr traurig“ ist, eine Schwächung des „Verwaltungsstandortes Weilheim“.

Wolfgang Scholz ist BBV-Kreisobmann. 

Nach seiner Erfahrung gehen manche Studierenden, die eigentlich die Landwirtschaftsschule besuchen wollten, nur notgedrungen auf die Fachschule für Öko-Landbau. Der Vorschlag, teils gemeinsamen Unterricht für die zwei Ausbildungsrichtungen anzubieten, um beide erhalten zu können, sei leider nicht angenommen worden, sagte der BBV-Kreisobmann.

BBV-Kreisobmann Scholz fürchtet negative Konsequenzen durch Schließung des Schulzweigs

Scholz fürchtet, dass die Schließung des Landwirtschaftszweiges negative Konsequenzen hat. Er sieht die Gefahr, dass mancher gar keine Ausbildung macht, obwohl diese für die Führung eines landwirtschaftlichen Betriebes nötig wäre. Zudem werde die Tendenz zunehmen, dass Hofnachfolger an Kursen des „Bildungsprogramms Landwirt“ (BiLA) teilnehmen, in denen sie aber nicht richtig seien, da sich dieses Angebot an Nebenerwerbslandwirte richte.

BiLa-Fortbildungen werden vom AELF Weilheim weiterhin angeboten. Nicht in seiner Existenz bedroht ist auch der Hauswirtschaftszweig der Landwirtschaftsschule Weilheim. Dieser erfreut sich nach den Worten Gablers einer sehr guten Nachfrage.

Von der Zusammenlegung von Landwirtschaftsämtern, wie sie die Reform vorsieht, ist Weilheim ebenfalls nicht betroffen. Eine entsprechende Befürchtung habe er auch nicht, erklärte Gabler. Das AELF Weilheim habe mit drei Landkreisen und über 3000 Betrieben ohnehin bereits ein relativ großes Dienstgebiet.

Bei der Neustrukturierung der Landwirtschaftsverwaltung wird in Bayern, wie gestern berichtet, an sieben Standorten der Ausbildungszweig „Landwirtschaft“ geschlossen. In Oberbayern sind neben Weilheim auch Fürstenfeldbruck und Töging betroffen.

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