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Bei „Bauer“ am Ziel angekommen: Stefan Cont (35) hat trotz seiner Behinderung eine Stelle auf dem regulären Arbeitsmarkt.

„Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung“

Trotz vieler Hürden: Mann mit Behinderung am Wunsch-Arbeitsplatz angekommen - nun macht er anderen Mut

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Stefan Cont aus Weilheim hat viel für sein großes Ziel getan, einmal eine Stelle auf dem regulären Arbeitsmarkt zu bekommen. Beim Betrieb „Bauer Maschinen & Technologie“ hat sich der Wunsch des 35-Jährigen, der eine Lernbehinderung hat, erfüllt.

  • Eine Stelle auf dem regulären Arbeitsmarkt zu finden, ist für Menschen mit Behinderung nicht immer leicht. 
  • Auch für Stefan Cont aus Weilheim, der eine Lernbehinderung hat, war es ein langer Weg. 
  • Nun macht der 35-Jährige anderen Menschen mit Behinderungen Mut. 

Weilheim – Conts eigener Weg zu seinem jetzigen Arbeitsplatz war allerdings steinig. Das wird bei einem Gespräch zum heutigen „Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung“ deutlich.

Dem 35-Jährigen ist der Stolz anzumerken, jetzt an seinem beruflichen Ziel angekommen zu sein. In einer großen Halle auf dem Gelände an der Paradeisstraße in Weilheim montiert er Baugruppen vor – und übt damit eine Tätigkeit aus, der früher ein Facharbeiter nachging. Die Produkte, an die er Hand anlegt, kommen in der Getränkeverpackungsindustrie zum Einsatz.

Mann mit Behinderung hat Wunsch-Arbeitsplatz gefunden - nach vielen Anstrengungen

Cont kann sich über viel Lob freuen – und zwar von Martin Lindner, Geschäftsführer bei „Bauer Maschinen & Technologie“, und Hermann Soyer, Betriebsleiter der „Oberland Werkstätten für Menschen mit Behinderung“ in Polling. Lindner spricht mit Bewunderung über die Anstrengungen, die der Mitarbeiter mit Lernbehinderung auf sich genommen hat, um in seinem jetzigen Beruf anzukommen.

Hermann Soyer und Martin Lindner (von links) machen sich stark für Stefan Cont und andere Beschäftigte mit Behinderungen.

Der Geschäftsführer weist darauf hin, dass Cont, der sich gut im Betrieb integriert hat, den Weg für eine Gruppe von 14 Arbeitnehmern mit Behinderung geebnet hat, die aktuell für die „Bauer“-Unternehmensgruppe tätig sind. Diese Mitarbeiter haben sogenannte firmenintegrierte Arbeitsplätze. Das heißt in ihrem Fall: Sie sind für die „Bauer“-Gruppe tätig, aber bei den „Oberland Werkstätten“ angestellt.

Einen solchen Arbeitsplatz hatte zunächst auch Cont, der ab 2007 bei den „Oberland Werkstätten“ ausgebildet worden war und bei „Bauer“ bereits mit Erfolg ein Praktikum absolviert hatte. Weil er sich bei seinen Aufgaben gut macht, ist er nun beim Unternehmen direkt angestellt (wobei auch staatliche Fördermittel fließen).

Geschäftsführer über Integration im Arbeitsalltag: „Viel einfacher als gedacht“

„Viel einfacher als gedacht“ ist laut Geschäftsführer Lindner die Integration behinderter Menschen in den Arbeitsalltag. Es gebe keine besonderen „Probleme, Herausforderungen, Risiken“. Seine Firma habe mit Mitarbeitern mit Behinderungen nicht mehr Schwierigkeiten als mit anderen Beschäftigten auch.

Lindner stellt sogar fest: Behinderte Menschen brächten mit ihrer positiven Art „eine total schöne Atmosphäre“ in den Betrieb. „Ein Stück weit überträgt sich das auch“, fügt der Geschäftsführer hinzu.

Auf solche Offenheit gegenüber behinderten Menschen wie bei Lindner stößt „Oberland Werkstätten“-Betriebsleiter Soyer nicht immer. Er bedauert, dass das Bestreben seines Unternehmens, bisherige Mitarbeiter mit entsprechenden Fähigkeiten in den regulären Arbeitsmarkt zu integrieren, immer wieder schon beim Praktikum zum gegenseitigen Kennenlernen endet.

Stefan Cont aus Weilheim ist am Wunsch-Arbeitsplatz angekommen - weitere Herausforderung wartet

Auch Stefan Cont gelangte auf seinem Weg in solche Sackgassen. Trotz Praktika bei verschiedenen Firmen kehrte er immer wieder zum Arbeiten in die „Oberland Werkstätten“ zurück – bis er im Jahr 2016 bei „Bauer“ anfing. Dort wurde er auch von den Kollegen gut aufgenommen, wie er sagt.

Cont kann sich jetzt, da er eine Wunsch-Stelle gefunden hat, anderen Zielen zuwenden. Der 35-Jährige, der in Weilheim noch bei seiner Mutter lebt, beschäftigt sich mit der Herausforderung, in eine eigene Wohnung zu ziehen.

Behinderte im Arbeitsmarkt fördern die Volkswirtschaft

sts

Erstmals wählen durften rund 80.000 Menschen mit Behinderung in Deutschland bei der Europawahl - das inklusive Wahlrecht ist für viele ein wichtiger Schritt.

Verloren fühlte sich ein Rollstuhlfahrer aus Weilheim, der mit dem Zug nach Berlin fahren wollte - auf seiner Fahrt mit der Deutschen Bahn ging einiges schief. 

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