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Freude bei den BfW über das Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Weilheim: Markus Loth (vorne, 3.v.l.) kam als Amtsinhaber auf 34,7 Prozent – und muss sich bei der Stichwahl nun Angelika Flock von der CSU stellen.

Bürgermeisterwahl

Weilheim: Loth (BfW) und Flock (CSU) in der Stichwahl

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Markus Loth (BfW) und Angelika Flock (CSU) sind in der Stichwahl um das Amt des Weilheimer Bürgermeisters: Unter insgesamt acht Kandidaten bekam Amtsinhaber Loth gestern 34,7 Prozent der Stimmen, Flock erreichte 21,7 Prozent. Sie lieferte sich mit Manuel Neulinger (Grüne) ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz zwei.

Update, 27. März: Am 29. März stehen die Stichwahlen im Landkreis Weilheim-Schongau an: In unserem Live-Ticker erfahren Sie Ergebnisse, News und Reaktionen vom Wahltag.

Weilheim – Genau eine Stunde und 28 Minuten dauerte es am Sonntagabend, bis alle 30 Gebiete ausgezählt waren, somit das Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Weilheim feststand – und für viele Beobachter ein Wechselbad der Gefühle beendet war. Zwar stand schon mit den ersten Meldungen fest, dass Amtsinhaber Markus Loth (BfW) die meisten Stimmen holte. Doch wer mit ihm in die Stichwahl kommt, war lange offen: Platz zwei wechselte hin und her zwischen Angelika Flock (CSU) und Manuel Neulinger (Grüne). Ausschlaggebend für die CSU waren letztlich Flocks bessere Briefwahl-Ergebnisse.

Insgesamt bekam Flock (61), die seit sechs Jahren dem Stadtrat angehört und ebenso lange als 3. Bürgermeisterin fungiert, 2377 Stimmen – das sind 21,7 Prozent – und kam damit in die ersehnte Stichwahl, die am 29. März stattfindet. Neulinger (42), bislang noch nicht im Stadtrat vertreten, holte bei der Bürgermeisterwahl 2111 Stimmen, das sind 19,3 Prozent. Auf Platz vier landete Horst Martin (SPD) mit 11,2 Prozent, abgeschlagen die vier weiteren Kandidaten: Romana Asam (Freie Wähler) bekam 3,6 Prozent, Saika Gebauer-Merx (FDP) 3,5 Prozent, Ullrich Klinkicht (Weilheim Miteinander) 3,1 Prozent und Reno Schmidt (AfD) 2,9 Prozent.

Die 34,7 Prozent für Markus Loth (52) sind das schlechteste Ergebnis, seit er vor 18 Jahren ins Amt kam: 2014 holte er im ersten Wahlgang noch 49,75 Prozent – damals gab es allerdings zwei Kandidaten weniger. „Die politische Landschaft hat sich verändert“, erklärte Loth am Abend auf „Tagblatt“-Anfrage sein Minus und verwies auf den allgemeinen „Grünen-Hype“. Zum Vergleich: 2008 kam Grünen-Bewerber Alfred Honisch bei der Bürgermeisterwahl auf 2,3 Prozent; 2014 gab es in Weilheim keinen grünen Bürgermeisterkandidaten.

Über „das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Grün und Schwarz“ zeigte sich Loth, der die Ergebnisse am Sonntagabend mit einigen BfW-Mitstreitern im Vereinsheim der Fischer am Dietlhofer See verfolgte, erstaunt. Und er hebt hervor, dass „die CSU nicht zugelegt hat“. In der Tat: Vor sechs Jahren landete Stefan Zirngibl als CSU-Bürgermeisterkandidat im ersten Wahlgang bei 21,6 Prozent. Die Stichwahl gegen ihn entschied Loth dann mit über 68 Prozent für sich.

Auch Angelika Flock zeigte sich am Sonntagabend „überrascht, dass Herr Neulinger so gut abgeschnitten hat“. Sie habe gedacht, deutlicher vor dem Grünen-Kandidaten zu liegen. Doch vor allem war Flock – die den Wahl-Abend mit CSU-Freunden beim „Oberbräu“ verbrachte – „happy, dass ich es geschafft habe, in die Stichwahl zu kommen“: „Das Ergebnis freut mich sehr, aber jetzt sind wir wieder bei Null“, so Flock mit Blick auf die Stichwahl.

Irgendwo zwischen Feierlaune und Enttäuschung lag die Stimmung bei Neulinger: Mit seinen 19,3 Prozent zeigte sich der Grünen-Kandidat „sehr zufrieden“ – zumal er bislang nicht im Stadtrat saß und „noch nicht allzu bekannt“ gewesen sei. Doch ein bisschen trauerte er der relativ knapp verpassten Stichwahl hinterher. „Wahrscheinlich wäre es für unser Lager günstiger gewesen, wenn es weniger Kandidaten gegeben hätte.“ Höher hätte Neulinger die Wahlbeteiligung erwartet. Sie lag bei der Bürgermeisterwahl gestern bei 61,6 Prozent, fünf Prozent höher als vor sechs Jahren.

Für die Stichwahl zwischen Loth und Flock wird es seitens der Grünen, „Weilheim Miteinander“ und wahrscheinlich auch seitens der SPD keine Wahlempfehlungen geben. FW und FDP sind diesbezüglich noch nicht festgelegt. AfD-Kandidat Reno Schmidt war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

mr

Weitere Stimmen zur Wahl:

Horst Martin (SPD): „Dass es für die Stichwahl nicht reicht, habe ich mir schon gedacht. Dennoch hätte ich mir mehr erhofft, nachdem ich bereits sechs Jahre zweiter Bürgermeister war. Mir wird immer wieder gesagt: Du wärst schon der Richtige, aber du bist bei der falschen Partei.“

Romana Asam (FW): „Mit sieben Prozent hätte ich schon gerechnet. Ich bin der Meinung, dass wir sechs Jahre sehr gute Arbeit geleistet haben, und dachte, dass das beim Wähler mehr ankommt.“ 

Saika Gebauer-Merx (FDP): „Vor allem die Grünen haben uns wohl Prozente weggenommen. Da war vielleicht eher die Partei als das kommunalpolitische Programm entscheidend. Was die Stichwahl betrifft: Ein ,Weiter so’ kann ich nicht unterstützen, werde mich aber nie für eine Westumfahrung aussprechen.“

 Ullrich Klinkicht (Weilheim Miteinander): „Meine 3,1 Prozent waren für mich im Rahmen des Erwartbaren. Ich glaube, dass wir beim Stadtrat mehr haben, weil einige sicher taktisch gewählt haben.“

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