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Den Alltag ausblenden und die Ruhe genießen: Das können Johann und Gabriele Pfeil in der Kirche. 

Kurz nach dem Zwölfuhrläuten

Ein Augenblick nur für den Glauben: Meditation in der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt

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Unter dem Motto „15 Minuten für dich“ wird in der Weilheimer Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt kurz nach dem Zwölfuhrläuten meditiert. Für die Teilnehmer hat diese Viertelstunde eine ganz besondere Bedeutung.

Weilheim – Als die Kirchenglocken zu läuten beginnen, schließt Gabriele Pfeil kurz die Augen. Mit gefalteten Händen sitzt sie neben ihrem Ehemann Johann auf einer der hölzernen Kirchenbänke. Das Läuten dringt durch den Raum. Zwölf Mal schlägt die Glocke, dann ist es wieder still in der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt. Pfeil weiß: gleich wird die Meditation beginnen.

„Fünf nach Zwölf: 15 Minuten für dich“, so lautet das Motto, unter dem sich Gläubige jeden Freitag im August in der Kirche versammelt haben. Zwei Schilder, aufgestellt vor den Eingangstüren am Kirchplatz und am Marienplatz, kündigen die Veranstaltung an. „Meditative Musik und kurze Betrachtung nach dem Zwölfuhrläuten“, steht darauf geschrieben.

15 Minuten, das ist nicht lang – und doch soll diese Viertelstunde dabei helfen, innezuhalten und Sorgen, Stress, oder einfach nur den Alltag für einen Moment zu vergessen. „Wenn wir hierher kommen, planen wir den Tag ganz anders. Wir fahren mit dem Fahrrad her. Auch wenn es regnet oder stürmt“, sagt Gabriele Pfeil.

Auf das Läuten der Kirchenglocken folgt ein Musikstück

Auf das Zwölfuhrläuten folgt immer ein kurzes Musikstück. Mal gespielt auf der Orgel, mal auf der Gitarre und manchmal auch auf der der Zither. „Am liebsten hören wir die Orgel“, sagt sie.

An diesem Freitag hat das Ehepaar aus Weilheim Glück: Kurz nach dem Läuten erklingen die ersten Orgelklänge. Ein langsames und doch fröhliches Lied, das die Besucher zur Ruhe kommen lassen soll. Das geschäftige Treiben in der Innenstadt, der Freitagsmarkt mit seinen Einkäufern auf dem Marienplatz und die Touristen auf dem Kirchplatz: All das wirkt im Inneren des Gotteshauses plötzlich ganz weit weg.

Neben dem Ehepaar Pfeil sitzen noch etwa zehn weitere Menschen in der Kirche. Frauen mit gefüllten Einkaufskörben und ein älterer Mann mit Gehstock. Auch ein junges Paar hat im hinteren Teil der Kirche Platz genommen. „Im Kopf kann man die Musik mit nach Hause nehmen“, sagt Gabriele Pfeil, „genauso wie den Text, der im Anschluss vorgelesen wird.“

„Wir freuen uns immer auf die Stille“

Wie viele Jahre sie und ihr Mann schon zu den Meditationen kommen, die immer im August, im Advent und in der Fastenzeit stattfinden, kann sie nicht mehr sagen. „Wir freuen uns immer auf die Stille. Einen Augenblick kann man dann nur für den Glauben da sein“, sagt sie.

Auch abseits von „15 Minuten für dich“ gehen die beiden regelmäßig in die Kirche. „Ich würde uns als freudige Christen bezeichnen. Wir besuchen jeden Sonntag die Messe. Das tut gut“, so die 72-Jährige weiter.

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Text über den Frieden

Während sie innehält, tritt eine Frau ans Lesepult. Hinter ihr im Altarraum brennen vier große Kerzen. Die Frau, die Rita Ringmaier heißt und sich ehrenamtlich in der Pfarreiengemeinschaft engagiert, beginnt einen Text vorzulesen. Er handelt vom Frieden. „Auf dass sich Frieden so ausbreite wie das Licht“, liest sie, „sehen wir auf den Frieden.“ Sie spricht darüber, dass es wichtig sei, im Alltag Kompromisse zu finden – und sich nach einem Streit wieder zu vertragen. Als sie nach einigen Minuten endet, setzt die Orgel wieder ein.

„Wenn es nach der Meditation nach Hause geht, versuchen wir, alles bewusst aufzunehmen: die Natur und alles, wofür wir dankbar sein dürfen. Dass wir gesund sind und eine Familie, Kinder und Enkel haben“, sagt Gabriele Pfeil. 15 Minuten sind nicht lang – doch für sie und ihren Ehemann können sie viel verändern.

nema

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