Abendlicher Blick auf Achalaich: Mit diesem Foto untermauerte Stadtratsmitglied Gerd Ratter die Kritik an der „nächtlichen Beleuchtung des Xylem-Baus“.
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Abendlicher Blick auf Achalaich: Mit diesem Foto eines Bürgers untermauerte Stadtratsmitglied Gerd Ratter die Kritik an der „nächtlichen Beleuchtung des Xylem-Baus“.

Anfrage zum neuen Gewerbegebiet

Mehr Naturschutz in Achalaich angemahnt

  • Magnus Reitinger
    VonMagnus Reitinger
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Deutlich „verbesserungsfähig“ in Sachen Naturschutz ist nach Ansicht der ÖDP die Situation im neuen Gewerbegebiet Achalaich. Gerd Ratter, Stadtratsreferent für Artenvielfalt, moniert unter anderem fehlendes Grün und tadelt „Lichtverschmutzung“.

Weilheim – Als Referent für Artenvielfalt, so Ratter, habe er einige „Anfragen aus der Bevölkerung zur Entwicklung im Gewerbegebiet Achalaich“ sowie auch „Verbesserungsvorschläge“ erhalten. Beides reichte der ÖDP-Vertreter per Anfrage ans Rathaus weiter – und bekam in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung Antworten. Etwa auf die Frage, bis wann die Grundeigentümer in dem Gewerbegebiet eigentlich „rechtlich vorgeschriebene Maßnahmen“ umsetzen müssen. Pflanzmaßnahmen, so antwortete Bauverwaltungs-Leiter Manfred Stork, seien laut Bebauungsplan „bis spätestens einem Jahr nach Baubeginn auszuführen“. Ob die angesiedelten Firmen die Naturschutzauflagen einhalten, überprüfe das Landratsamt als Baugenehmigungsbehörde.

„Dass die derzeitige Situation in Sachen Naturschutz verbesserungsfähig ist“, so Ratter, zeige ein ihm zugesandtes Foto: „Angeblich ist das Xylem-Gebäude die ganze Nacht so beleuchtet“ wie darauf zu sehen ist. „Widerspricht das nicht den Auflagen zur Vermeidung von Lichtverschmutzung?“, so die Frage des ÖDP-Stadtrats. Dabei handelt es sich laut Stadtbauamt allerdings nicht um Anstrahlung von außen, sondern um Innenraumbeleuchtung. Und ob nun „Baustellenbeleuchtung, „weil die Baustelle mit Hochdruck fertig gestellt werden muss“, oder auch Licht für bereits laufende Produktion im Inneren – so oder so könne diese nicht verboten werden. Für Lichter im Freien freilich fordere der Bebauungsplan, „energiesparender Natriumdampfbeleuchtung bzw. umweltschonenden LED-Leuchten“ den Vorzug zu geben – „zum Schutz nachtaktiver Insekten und somit zur Vermeidung von Beeinträchtigungen“, wie Stork erklärte.

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Als Verbesserungsvorschlag hätten Bürger unter anderem eingereicht, die Fassaden „des Xylem-Klotzes und aller anderen großflächigen Bauten“ möglichst komplett „mit insektenfreundlichen Kletterpflanzen“ zu begrünen, so Ratter. Das sehe der Bebauungsplan auch so vor, antwortete Stork, jedenfalls für „fensterlose Wände über eine Länge von mehr als 20 Metern und Wände mit einem Anteil an Fensterfläche unter 30 Prozent der Gesamtfläche“.

Zu den benachbarten Fischweihern und zum Tiefenbach hin fordert ein Bürger einen „hohen bepflanzten Naturwall“, um ein Betreten der artenreichen Schilfzone von Seiten des Gewerbegebietes zu unterbinden: „Leider habe ich schon öfters auf einzelnen Grundstücken gesehen, dass dort gegrillt und teilweise offenes Feuer gemacht wird.“ Das Stadtbauamt verweist darauf, dass auf den privaten Grundstücken längs des Feldweges am Tiefenbach „eine Fläche zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft“ festgesetzt sei, zu bepflanzen mit heimischen Gehölzen. Auf den einzelnen Baugrundstücken in Achalaich seien auch Randeingrünungen vorgeschrieben.

Auch die Stadt muss noch säen und pflanzen

Hingegen habe man bewusst davon abgesehen, das Gewerbegebiet strikt zur nördlich gelegenen Streuobstwiese abzugrenzen, wie Stork erklärte. Der Bürger jedoch schlägt „einen hohen bepflanzten Schutzzaun oder einen Naturwall“ vor, um auch hier ein Betreten zu verhindern. Denn Streuobstbestände, so seine Begründung, seien seit März 2020 gesetzlich geschützte Biotope.

Grundsätzlich verweist das Stadtbauamt darauf, dass in Achalaich „noch nicht alle Firmen fertig gebaut“ hätten und die Außenanlagen „immer zum Schluss hergestellt“ würden: Auch die Stadt werde „die Grüninseln und Randstreifen erst in diesem Jahr besäen und bepflanzen, da durch die rege Bautätigkeit Grünanlagen eventuell wieder zerstört werden könnten“. Die Unternehmen wiederum, da ist sich Stork sicher, hätten „selbst ein großes Interesse“ daran, die vorgeschriebenen Begrünungen umzusetzen. Denn so könnten sie sich positiv darstellen.

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