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In einer faszinierenden Landschaft: Michael Öfele im Hooker Valley vor dem Mount Cook (hinten l.), dem höchsten Berg Neuseelands.   

Die Strecke war rund 1200 Kilometer lang

Michael Öfeles  Weltreise mit dem Fahrrad: Faszinierende Natur und diverse Polizeikontrollen in Neuseeland

  • Stephanie Uehlein
    vonStephanie Uehlein
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Bevor Michael Öfele seine Weltreise mit dem Fahrrad wegen der Corona-Pandemie unterbrechen musste (wir berichteten), hat er auf der Südinsel Neuseelands an 38 Tagen etwa 1200 Kilometer zurückgelegt. Mehrmals hatte es der 44-Jährige, der früher Lehrer in  Weilheim war, dabei mit der Polizei zu tun.

Weilheim – Gleich zu Beginn seines Neuseeland-Aufenthaltes stieß Öfele nach seinen eigenen Worten auf einen „massiv gebauten Raufbold“, wie er in seinem jüngsten Reisebericht schreibt. Auf die Bitte um Wasser hin, versetzte ihm dieser einen schmerzhaften Faustschlag. Öfele holte die Polizei, die „gleich mit vier Einsatzfahrzeugen samt aggressiv bellendem Spürhund anrückte, um sich um ihren anscheinend wohl bekannten Kandidaten zu ,kümmern’“, so der Globetrotter.

Michael Öfele auf den Spuren von „Herr der Ringe“

In den neuseeländischen Alpen suchte Öfele „Ablenkung von diesem Schockerlebnis“. Er folgte in dem über 100 Meter tiefen Rakaia- Gorge-Canyon den Schlingen des türkisfarbenen Flusses. Dann machte er trotz starken Gegenwinds einen 50 Kilometer langen Abstecher dorthin, wo „Edoras“ aus der dritten Film-Episode von „Herr der Ringe“ lag. „Obwohl ich die letzte Folge der berühmten Trilogie nicht kenne, fühlte ich mich auf der Anhöhe des Mount Sunday inmitten eines idyllischen gelegenen Tals, eingebettet in einer bezaubernden Bergkulisse, wie in einem Spielfilm“, so der 44-Jährige.

Auf seiner Route kam Öfele unter anderem zum Lake Tekapo, einem türkis leuchtenden und in Bergen eingebetteten Gletschersee. Er näherte sich dem Mount Cook, dem höchsten Gipfel Neuseelands (3724 m), und ging auf dem flachen Hooker Trail zum Gletschersee am Fuße dieses Berges. Sein Aufstieg zum Mount Ollivier wurde „immer wieder vom Grummeln des Gletschers der gegenüberliegenden Talseite begleitet, aus dem immer wieder riesige Eislawinen wie donnernde Wasserfälle mehrere hundert Meter herabstürzten“, beschreibt der Weltenbummler seine Erlebnisse. „Glücklicher Weise erreichte ich mein Tagesziel in weniger als der Hälfte der vorgegebenen Zeit, so dass ich überglücklich den unvergesslichen Rundumblick auf die schneebedeckten Nachbargipfel und den am Talausgang türkis schimmernden Lake Pukaki genießen durfte.“

Lesen Sie auch den vorangegangenen Beitrag über Michael Öfele: Weltreise auf dem Fahrrad: Corona-Krise zwingt Michael Öfele zur Pause

Auf der Fahrradroute „Alps 2 Ocean“ steuerte Öfele später die flache Küstenregion an. „Mit zunehmend quietschend-krächzendem Tretlager glich meine Ankunft im ersten Fahrradladen in Oamaru einer Punktlandung, wo mir nach 34 000 Reisekilometern beim Austausch des völlig zerschundenen Verschleißteils die letzte, noch verbliebene Kugel entgegen hüpfte“, schreibt der 44-Jährige.

Um von Dunedin – wo er von einer Familie in deren Garage aufgenommen wurde – trotz Corona-Krise weiterreisen zu können, bat Öfele die Polizei um eine Sondererlaubnis. Diese wurde ihm erteilt – aber ohne schriftlichen Beleg. „Mit gemischten Gefühlen verließ ich daher meinen Zufluchtsort und umfuhr größere Ortschaften auf teils recht holprigen Schotterstrecken oder durchquerte sie erst bei Dämmerung“, beschreibt Öfele seine Strategie.

Michael Öfele fühlte sich wie ein „bunter Hund“ oder gar ein „Schwerverbrecher“

In Owaka hielt ihn die Polizei dann aber von der Weiterreise ab. „Wenigstens konnte ich den Uniformierten überreden, zu meiner Gastgeberfamilie zurückradeln zu dürfen – wobei ich zwei weitere Male aufgehalten wurde, so dass ich mich wie ein ,bunter Hund’ oder gar Schwerverbrecher fühlte“, so Öfele.

Beim Passieren einer großen, sichtgeschützten Picknickwiese mit fließend Wasser und Toiletten beschloss er, sich dort „wie ein Eremit“ zurückzuziehen – bis nach zwei Wochen auch zu dem abgelegenen Waldstück eine Polizeistreife kam, die ihn zum Verlassen des Ortes aufforderte. Der Globetrotter kehrte daraufhin bei kaltem Regen zu seinen früheren Gastgebern in Dunedin zurück.

Da von seiner sechsjährigen Weltreise noch zwei Jahre übrig sind, war für ihn ein Rückflug nach Deutschland keine Option. Der 44-Jährige ist nach einigen Wochen Pause seit Mitte Mai wieder auf Achse und fährt zunächst auf der Südinsel Neuseelands weiter, wie er in einer E-Mail an die Redaktion mitteilte. 

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Michael Öfele und der Start seiner langen Tour: Sechs Jahre mit dem Fahrrad auf Weltreise

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