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Am Bald Head Walk Trail in Australien hatte es Michael Öfele bei seiner sechsjährigen Weltreise mit peitschendem Wind zu tun. Gegen Schlangen rüstete er sich, indem er seine Regengamaschen mit Plastiktüten unterfütterte. 

Weilheimer auf Weltreise

Michael Öfele von Australiens Schönheit begeistert - er war kurz vor den Bränden dort

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Seine Weltreise führt Michael Öfele auch nach Australien. Von den Buschbränden bekam der ehemalige Lehrer nicht viel mit, doch hatte er auch Glück: Kurz vor großflächigen Bränden war er in der betroffenen Region per Auto Richtung Adelaide unterwegs.

  • Michael Öfele aus dem Landkreis Weilheim-Schongau ist auf Weltreise.
  • Seine Reise führt den Ex-Lehrer auch nach Australien.
  • Er erzählt von seinen Erfahrungen.

Weilheim – „Die Hauptstraße von West- nach Südaustralien durch die Nullarbor-Steppe, auf der ich mit dem Schweizer Pärchen im Auto mitgefahren bin, ist jetzt wegen großflächiger Buschbrände, deren Ausbreitungsrichtung unvorhersehbar ist, gesperrt“, schreibt Öfele in einer E-Mail aus Tasmanien, wo er diese Woche angekommen ist. Wenn er wegen des Feuers „an irgendeinem Roadhouse eine Zwangspause auf unabsehbare Zeit hätte machen müssen“, wäre das sehr ungelegen gewesen, so der Weltenbummler – „wir waren also ,just in time’“.

Weilheimer auf Weltreise: Öfele spricht über „Feuerbäume“

Dass die Menschen in Australien „Fire Trees“ („Feuerbäume“) hatten, um Brandherde frühzeitig zu erkennen, hatte der 44-Jährige zuvor im Karri Forest in Westaustralien erlebt. In die bis zu 80 Meter hohen, kerzengeraden Stämme von Eukalyptusbäumen waren Bretter bzw. Eisenstangen gebohrt worden, um sie als „Fire Trees“ erklimmen zu können. „Mittlerweile sind nur noch der Gloucester- und Bicentennial-Tree bei Pemberton in Südwest-Australien begehbar, was für mich als Turner natürlich die Herausforderung war“, schreibt Öfele in einem Reisebericht. 

Bei Morgengrauen kletterte er auf die 57 bzw. 65 Meter hohen Aussichtsplattformen, „um bei munterem Zwitschern der Vögel, mit denen ich endlich einmal auf Augenhöhe sein durfte, den Sonnenaufgang zu bewundern“. Weniger Schwindelfreie seien besser am „Giants Tree Top Walk“ bei Walpole aufgehoben, dessen 40 Meter hohen, sanft schaukelnden Stege durch die Baumkronen knorriger Tingle Trees führen.

Kontrastprogramm mit Granitfelsen und der flachen Kornkammer Australiens

Der mit Wildblumen gesäumte „Munda Biddi Trail“ führte Öfele vornehmlich auf Wald- und Wiesenwegen zu den haushohen Elephant Rocks und dem benachbarten Greens Pool, einem großen Felsbecken, das vom türkis schimmernden Wasser zu einem überdimensionalen Swimmingpool ausgewaschen worden ist. „Gut erfrischt folgte ich der Südküste zur Frenchman Bay mit dem legendären Bald Head Walk Trail am äußersten Ende der 20 Kilometer langen Halbinsel“, so Öfele. 

Weil die Gratwanderung auf der 300 Meter breiten Landzunge auch „berühmt-berüchtigt“ für die Vielzahl der dort lebenden, zum Teil aggressiven Giftschlangen ist, unterfütterte der Globetrotter seine Regengamaschen mit Plastiktüten. „Doch das einzige, was sich in Schlangenlinien langsam vorwärts bewegte, war ich selbst“, so Öfele, „gebeutelt vom peitschenden Wind mit Orkanböen, vor denen es auf dem exponierten Pfad kaum Deckung gab.“

“Mentale und körperliche Durststrecke“ für Weilheimer Lehrer auf Weltreise

„Wohlbehalten, aber ausgezehrt“ erholte sich der radelnde Reisende im Touristenort Albany, um bald darauf auch das nördliche Umland zu erkunden. Im Porongurup-Nationalpark gab es für ihn monumentale Granitfelsen zu sehen, und er erklomm den einzigen Berg Westaustraliens, der im Winter schneebedeckt sein kann. Ein Kontrastprogramm bekam Öfele auf der Weiterfahrt durch den flachen Wheatbelt, die Kornkammer Australiens – er erlebte „eine mentale und körperliche Durststrecke, auf der die kleinen Siedlungen zwischen 100 und 180 km auseinander liegen“. Visumsbedingt machte Öfele dann – wie er es selbst nennt – „Urlaub vom Urlaub“ in Bali.

Zwei Wochen später setzte er seine Australien-Tour fort – und erreichte mit Rückenwind schneller als gedacht Esperance, einen Ort, der für seine schönen Strände bekannt ist. Auf verschiedenste Weise versuchte er dann, die Strecke durch den Nullarbor – „landschaftlich so langweilig wie die Pampas Argentiniens mit ähnlich schlechter Wasserversorgung“ – nicht per Rad zurücklegen zu müssen. Nachdem er das Schweizer Paar angesprochen hatte, hatte er eine Mitfahrgelegenheit. In fünf Tagen legte er per Auto die etwa 2400 Kilometer bis kurz vor Adelaide zurück. „Diese wirklich außerordentliche Mitfahrgelegenheit“ eröffne ihm nun die Möglichkeit, Tasmanien und Neuseeland noch während des Sommers zu bereisen, so Öfele.

Lesen Sie mehr über die Reise von Michael Öfele - beispielsweise über seine ersten Eindrücke aus Down Under.

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