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In der Firmenzentrale von K&L an der Weilheimer Paradeisstraße wird derzeit an einem Sanierungskonzept mit Untersützung eines Insolvenzanwalts gearbeitet.

Schutzschirm aufgespannt

Nach drohender Insolvenz beim Modehaus K&L: So geht es für Firma weiter 

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Beim kriselnden Weilheimer Textilmodehändler K&L läuft das Schutzschirmverfahren. Das Amtsgericht hat dem Antrag des Unternehmens stattgegeben. Damit will der Traditionsbetrieb einem regulären Insolvenzverfahren vorbeugen.

Weilheim – Anfang Oktober hatte das in Weilheim sitzende Traditionshaus K&L mit einer Mitteilung geschockt: Der Modehändler mit 57 Filialen in Süddeutschland und rund 1200 Mitarbeitern beantragte beim Amtsgericht Weilheim die Eröffnung eines Schutzschirmverfahrens. Wie berichtet, sollte damit die drohende Insolvenz abgewendet und die seit September 2017 laufende Neustrukturierung des Unternehmens doch noch realisiert werden. Mittlerweile hat das Amtsgericht dem Antrag „vollumfänglich zugestimmt“, teilt der Geschäftsführende Gesellschafter Jens Bächle auf Nachfrage mit. Zu Inhalten gibt das Gericht keine Auskünfte. Pressesprecherin Christiane Serini verweist auf das „grundsätzlich nicht öffentliche Verfahren“.

Sanierungsexperten mit ins Boot geholt

Ziel des Schutzschirmverfahrens ist es laut Manager Bächle, das Unternehmen in Eigenverwaltung beziehungsweise mit Unterstützung „durch einen Restrukturierungsexperten“ zu sanieren und wieder wettbewerbsfähig zu machen. Dazu werde ein „tragfähiges Konzept“ für die Zukunft entwickelt, heißt es aus der K&L-Zentrale an der Paradeisstraße. Dies hat auch personelle Auswirkungen an der Firmenspitze: Jens Bächle bleibt laut Unternehmen als Geschäftsführender Gesellschafter im Amt und führt die Sanierung in Eigenverwaltung fort. Bächle hatte 2017 als Finanzvorstand K&L im Management-Buy-Out von der Gründerfamilie Ruppert gekauft. Zudem bestellte die Gesellschafterversammlung neben Bächle den Rechtsanwalt Dr. Christian Gerloff zum Geschäftsführer/Chief Restructuring Officer. Gerloff ist Partner einer Münchner Kanzlei, die das jetzige Verfahren mit vorbereitet hat – er verfüge „über langjährige Erfahrungen in der Textilbranche“. Der Anwalt hatte ab 2016 den in roten Zahlenden steckenden Nürnberger Modehändler Wöhrl saniert – übrigens auch im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens.

K&L-Geschäftsführer Jens Bächle.

Eine weitere Personalia ist ebenfalls bereits festgezurrt: Der Münchner Rechtsanwalt Oliver Schartl, aus einer auf Insolvenzverfahren spezialisierten Kanzlei, ist vom Amtsgericht zum vorläufigen Sachwalter bestellt worden. Das Gericht sei damit einem Vorschlag des Unternehmens gefolgt, heißt es bei K&L. Der Anwalt habe die Aufgabe, die Einhaltung der insolvenzrechtlichen Vorschriften im Verfahren zu überwachen.

In den kommenden Monaten will K&L den Umschwung schaffen. Für die Schieflage hatte die Unternehmensleitung Fehler in der Vergangenheit, gravierende Veränderungen in der Modebranche und das schlechte Geschäft mit der neuen Winterkollektion im heißen September gemacht. Ziel sei es nun, den „Restrukturierungsprozess verstärkt fortzuführen und das drohende Liquiditätsproblem 2019 langfristig zu lösen“, so Bächle.

Alle Filialen stehen auf dem Prüfstand

Das bedeutet: Alle Filialen werden auf den Prüfstand gestellt. Kosten müssten gesenkt, Strukturen verschlankt werden, heißt es. Im Klartext: Es drohen Schließungen und ein Mitarbeiterabbau. Aussagen dazu trifft das Unternehmen derzeit aber nicht. Auch nicht darüber, wie es mit der Zentrale in Weilheim weitergeht. Man sei dabei, „in Abstimmung mit den beteiligten Gläubigern“ das Sanierungskonzept zu erstellen. Bächle: „Unser klares Ziel ist es, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten.“ Ein Schutzschirmverfahren dauert in der Regel drei Monate, setzt der Firmenchef einen groben Zeitrahmen. Aktuell geht K&L nach eigener Aussage davon aus, dass Ende Januar 2019 nähere Restrukturierungsschritte feststehen.

Geschäftsführer Bächle jedenfalls ist davon überzeugt, dass der Schritt in das Schutzschirmverfahren „richtig und konsequent“ war. Dafür spreche die Flaute in der Modebranche.

Der Betriebsrat von K&L war am Donnerstag trotz mehrfacher Nachfrage nicht zu einer Stellungnahme bereit.

Lesen Sie auch: Nach der Nachricht einer drohenden Insolvenz sorgte ein Plakat am K&L-Parkplatz in Weilheim für Verwunderung.

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