In diesem Bereich zwischen kleiner Hochlandhalle und Edeka-Markt wird das zusätzliche Gebäude der Weilheimer Zuchtverbände entstehen. Rechts sieht man das Häuschen mit der historischen Waage, das erhalten bleiben soll.
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In diesem Bereich zwischen kleiner Hochlandhalle und Edeka-Markt wird das zusätzliche Gebäude der Weilheimer Zuchtverbände entstehen. Rechts sieht man das Häuschen mit der historischen Waage, das erhalten bleiben soll.

Für „tiergerechte Präsentation“

Weilheim: Neubau für die Viehmärkte

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Ein zusätzliches Gebäude wollen die Weilheimer Zuchtverbände auf dem Hochlandhallengelände errichten. Grund dafür sind Veränderungen in der Viehhaltung.

Weilheim – In den vergangenen Jahren hätten viele Betriebe von Anbinde- auf Laufstallhaltung umgestellt, das schlage sich auch auf das Führ- und Laufsystem bei Versteigerungen nieder. „Um eine moderne und tiergerechte Präsentation zu gewährleisten“, so hieß es jetzt im Weilheimer Bauausschuss, wo über die Bauanfrage entschieden wurde, müsse der Verband „auf ein Treibsystem ohne Führstrick umstellen“. Und dafür müssten nicht nur bestehende Gebäude und Anlagen umgebaut werden, sondern sei auch ein Neubau „zwingend notwendig“.

Der Neubau wird auf städtischem Grund am südwestlichen Ende des Hochlandhallengeländes situiert, auf der jetzigen Grünfläche zwischen kleiner Hochlandhalle und Edeka-Markt. Darin sind Räume zur Anlieferung der Tiere und zur tiermedizinischen Kontrolle, eine Waage, Waschboxen und Melktechnik vorgesehen. Neben dem neuen Gebäude wollen die Zuchtverbände – denen laut Stadtbauamt über 1300 landwirtschaftliche Betriebe angeschlossen sind – an den Markttagen jeweils mobile Freilaufgeländer mit direktem Anschluss an die bestehenden Stallungen und die Versteigerungshalle (die große Hochlandhalle) aufstellen.

Die Bäume auf der Grünfläche sollen „nach Möglichkeit erhalten bleiben“, wie es in der Sitzung hieß, ansonsten sorge der Bauherr für Ersatzpflanzungen. Die müssten „in direkter Nähe“ erfolgen, forderte Alfred Honisch (Grüne): „Wenn ich Kuh wäre, hätte ich da gerne eine möglichst grüne Umgebung.“ Auch das kleine Gebäude mit der historischen Viehwaage könne stehen bleiben, betonte das Stadtbauamt, das sei mit dem Bauwerber bereits so besprochen. Diese Waage sei zwar nicht mehr in Betrieb, erklärte Manfred Stork, der Leiter der städtischen Bauverwaltung, doch es handle sich um ein „Zeitzeugnis“.

Der Bauanfrage und der Inanspruchnahme des städtischen Grundstücks (deren Konditionen noch gesondert zu vereinbaren sind) hat der Bauausschuss einmütig zugestimmt. Es sei klar, dass sich die Zuchtverbände den Veränderungen in der Landwirtschaft anpassen müssten, sagte Rupert Pentenrieder (BfW), der Stadtratsreferent für städtisches Grün, Landwirtschaft und Forsten. Und man könne froh sein, „dass unsere Zuchtverbände in der Stadt bleiben“, dass sie mit einem Neubau am angestammten Ort „Möglichkeiten für die kommenden Jahrzehnte schaffen“ und nicht außerhalb „auf der grünen Wiese“ bauen.

„Wir können dankbar sein, dass da investiert wird und so der Standort erhalten bleibt“, meinte auch Klaus Gast (CSU) – und fügte an, dass die Weilheimer Zuchtverbände bislang „immer ein guter Verhandlungspartner waren“. Horst Martin (SPD) verwies darauf, dass die monatlichen Viehmärkte auch „ein Wirtschaftsfaktor in Weilheim“ seien: Die Besucher von auswärts würden in der Stadt zudem einkaufen und essen gehen. „Deshalb sollten wir alles daran setzen, dass diese Märkte in Weilheim bleiben können, und den Neubau unterstützen.“

Bezüglich der Flächenversiegelung durch das neue Gebäude regte Martin an, zum Ausgleich nördlich davon Asphaltfläche zu entsiegeln. Das sah Stork aber skeptisch, weil der Stadt damit wichtige Nutzfläche auf dem Hochlandhallengelände verloren gehen würde.

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