Auf diesem Grundstück zwischen Münchener Straße und Bahnhofgasse möchte das städtische Bürgerheim ein „Mehrgenerationenhaus“ samt Mitarbeiterwohnungen errichten. Auch drumherum wird sich künftig einiges ändern.
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Auf diesem Grundstück zwischen Münchener Straße und Bahnhofgasse möchte das städtische Bürgerheim ein „Mehrgenerationenhaus“ samt Mitarbeiterwohnungen errichten. Auch drumherum wird sich künftig einiges ändern.

Mehrgenerationenhaus des Bürgerheims

Weilheim: Neue Pläne für eine grüne Oase

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Erster Schritt für ein „Mehrgenerationenhaus“ des städtischen Bürgerheims zwischen Münchener Straße und Bahnhofgasse: Weilheims Bauausschuss brachte jetzt die dafür nötige Bebauungsplan-Änderung auf den Weg –und verspricht sich davon eine „Aufwertung des gesamten Quartiers“.

Weilheim – Im Luftbild wirkt das Areal wie eine ruhige, grüne Oase zwischen zwei hektischen Straßen und dem bislang wenig einladenden Bahnhofsumfeld. Für die Öffentlichkeit ist sie freilich kaum einsehbar, diese Zone zwischen Münchener Straße, Schützenstraße und der bis dato eher vernachlässigten, jedoch als Geh- und Radwegverbindung enorm wichtigen Bahnhofgasse.

Ins Blickfeld der Stadt geriet dieses Quartier vor einigen Jahren durch die Planungen zum Neubau eines Busbahnhofes und zur Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes: Die Teilnehmer des dafür ausgelobten Wettbewerbs haben nämlich auch den Bereich der Bahnhofsgasse mit untersucht. Daraus ergab sich laut Stadtbauamt bereits „eine ungefähre Planung“ für die ehemaligen Lagerflächen und Rampenanlagen im Süden des Bahnhofes – das Areal des einstigen Güterbahnhofs, das die Bahn inzwischen an einen Investor aus München verkauft hat.

Einbezogen in die Wettbewerbs-Überlegungen waren aber auch die rückwärtigen Grundstücke im Bebauungsplan „Münchener Straße/Schützenstraße/ Bahnhofstraße“: Locker und villenartig solle dieser Innenbereich gestaltet werden, so das Ergebnis – quasi als Gegenpol zu den recht massiven Wohnblocks, die anstelle des früheren Güterbahnhofs entstehen werden. Allerdings lassen „die tatsächlichen baulichen Situationen und Grundstücksverhältnisse“ in diesem Innenbereich „nur schwer eine Überplanung zu“, wie es jetzt im Bauausschuss des Weilheimer Stadtrates hieß. Deshalb habe es bisher keine weiteren Überlegungen dazu gegeben.

Mit der jüngsten Idee des städtischen Bürgerheims stellt sich die Lage ohnehin etwas anders dar: Wie berichtet, ist auf dem Grundstück Münchener Straße 21 a, das bis zur Bahnhofgasse reicht, der Neubau eines „Mehrgenerationenhauses“ anvisiert – mit „Betreutem Wohnen“ sowie mit Wohnraum für Mitarbeiter des Bürgerheims. Von insgesamt gut 20 zusätzlichen Wohnungen ist die Rede, Einrichtungsleiter Rainer Schlosser lässt derzeit eine Machbarkeitsstudie dafür erstellen. Das gesamte Areal bekam das Bürgerheim von der 2020 verstorbenen Keramikkünstlerin Elisabeth Wiedemann-Scherr geschenkt: Die Villa an der Münchener Straße wurde vor vier Jahren bereits zu zehn seniorengerechten Wohnungen umgebaut. Das „Mehrgenerationenhaus“ ist nun im dahinterliegenden Grundstück geplant, auf dem derzeit noch ein Bungalow aus den 1970er Jahren steht.

Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt-Sommer verriet in der März-Sitzung des Bauausschusses, dass ein versetzter „Hybrid-Bau mit viel Holz, Dachbegrünung und Photovoltaik“ angedacht sei. Zwischen diesem und den vorderen Gebäuden an der Münchener Straße solle ein einladender Platz für die Bewohner entstehen, die Auto-Stellplätze kämen in eine Tiefgarage. Auch ein öffentlicher Fußweg entlang dieses Geländes zur Bahnhofgasse wäre möglich, so Roppelt-Sommer. „Eine tolle Sache“, so kommentierte CSU-Stadtrat Stefan Zirngibl die Pläne: „Hier kann etwas entstehen, was eine Aufwertung des gesamten Quartiers bedeutet.“

Die dafür nötige Bebauungsplan-Änderung hat der Ausschuss einstimmig auf den Weg gebracht. Einbezogen wird in dieses Verfahren auf Wunsch der Eigentümerin auch das südlich angrenzende Grundstück, das zum hinterliegenden Bereich der Schützenstraße gehört. Dort könnte ein zusätzliches Einfamilienhaus entstehen. Überhaupt wird die Bebauungsplan-Änderung wohl auch Baumöglichkeiten für Nachbargrundstücke eröffnen.

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