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„Tempo 30“ soll den Autoverkehr für Anwohner der Oberen Stadt erträglicher machen, so die Hoffnung.

Wegen Lärmschutz

Weilheim: Neuer Anlauf für „Tempo 30“ in Oberer Stadt - und nicht nur dort

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Die Stadt Weilheim will erneut für „Tempo 30“ in der Oberen Stadt kämpfen. Und auch für die Schützenstraße und einen Teil der Münchener Straße fordert sie diese Geschwindigkeitsbeschränkung – als Lärmschutz.

Weilheim – „Tempo 30“ als Höchstgeschwindigkeit in der Oberen Stadt – das ist eine alte Forderung von Anwohnern dieser Straße und von vielen weiteren Weilheimern. Vor gut zehn Jahren hat es dieses Tempolimit sogar schon mal gegeben, allerdings nur für einige Monate: Im Februar 2010 waren die lange erkämpften „Tempo 30“-Schilder in der Oberen Stadt nach einer sechsmonatigen Testphase wieder abmontiert worden – auf Anordnung des bayerischen Innenministeriums, das die Geschwindigkeitsbeschränkung dort für unnötig hielt.

Fakt ist nämlich: Bei der Oberen Stadt handelt es sich um eine Staatsstraße. Die Stadt kann also nicht selber über „Tempo 30“ in diesem Bereich entscheiden. Doch sie wird nun einen neuerlichen Anlauf dafür starten und entsprechende Anträge stellen. Das hat der Verkehrsausschuss des Stadtrates vergangene Woche einstimmig beschlossen.

Thema hat „eine besondere Dringlichkeit“

Anlass dafür war ein Antrag, den Claus Reindl bereits im Dezember 2019 im Namen der BfW-Fraktion eingereicht hat, damals noch als Verkehrsreferent des Stadtrates. Er fordert nicht nur für die Obere Stadt, sondern auch für die Schützenstraße (östlich der Bahnunterführung) und für einen kleinen Teil der Münchener Straße (zwischen Mittlerem Graben und Bahnhofstraße) „Tempo 30“. Denn das Ergebnis der von der Stadt in Auftrag gegebenenLärmkartierung für Weilheims Hauptverkehrsachsen „zeigt eindringlich, dass es für gesunde Lebens- und Wohnverhältnisse entlang dieser Straßen deutlich zu laut ist“, so Reindl. Hunderte Anwohner seien „von erhöhten Lärmemissionen ausgehend vom Kfz-Verkehr betroffen“.

Da eine mögliche Verkehrsreduzierung durch eine Umfahrung noch „in weiter Ferne“ liege und Maßnahmen wie Lärmschutzwände in diesen Innenstadtbereichen nicht in Frage kämen, so Reindl weiter, brauche man eine Tempo-Reduzierung, um Verkehrslärm zu mindern. Die Stadt solle entsprechend tätig werden und „auf ein Einsehen der übergeordneten Stellen setzen“. Aufgrund der hohen Lärmemissionen sei schließlich „eine besondere Dringlichkeit gegeben“.

Ordnungsamt sieht Chancen

So sieht es auch Andreas Wunder, der Leiter des städtischen Ordnungsamtes. Seiner Aussage nach kann das Landratsamt als untere Verkehrsbehörde durchaus „Tempo 30“ in diesen Bereichen anordnen; die Straßenverkehrsordnung lasse dies „zum Schutz der Wohnbevölkerung vor Lärm und Abgasen“ und insbesondere auch in der Nähe von Krankenhäusern und Pflegeanstalten zu. Letzteres ist an der Münchener Straße mit dem Bürgerheim relevant. So startet die Stadt Weilheim nun also einen neuen Versuch für „Tempo 30“ auf den genannten Staatsstraßen – zumal sich Anfang Mai erneut auch Hauseigentümer der Oberen Stadt mit diesem Anliegen an das Rathaus wandten.

„Das ist ein weiterer Versuch, das durchzusetzen“, sagte Bürgermeister Markus Loth (BfW) im Verkehrsausschuss, auch wenn die Stadt schon „des öfteren damit gescheitert“ sei. Doch die Daten des Lärmkatasters – denen bald ein „Lärmaktionsplan“ für Weilheim folgen soll – seien nun eine gute Grundlage für die neuerliche Argumentation.

Lesen Sie auch: Wann kommt die Bürgerbefragung zur Umfahrung?

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