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Neuer Entwurf für Weilheims größtes Baugebiet - aber ein Problem ist noch nicht gelöst

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Von: Magnus Reitinger

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Einen Grünzug samt Sichtachse vom Bahnübergang an der Au zur Kirche St. Pölten (oben, Mitte) sieht der Sieger-Entwurf des Planungsbüros „Fink und Jocher“ für die Bebauung des Dietmayr-Angers vor. Rechts liegt in diesem Modell die Geistbühelstraße.
Einen Grünzug samt Sichtachse vom Bahnübergang an der Au zur Kirche St. Pölten (oben, Mitte) sieht der Sieger-Entwurf des Planungsbüros „Fink und Jocher“ für die Bebauung des Dietmayr-Angers vor. Rechts liegt in diesem Modell die Geistbühelstraße. © Gronau

Das geplante Neubaugebiet zwischen Pöltner Kirche und Au wird wohl anders aussehen als bisher gedacht. Die Stadt Weilheim bat drei Architekturbüros um neue Konzeptionen für das Areal. Der Siegerentwurf wird am Donnerstag im Stadtrat vorgestellt. Eine wichtige Frage ist derzeit aber noch ungelöst.

Weilheim – Für zwei kleinere Abschnitte des bislang freien Feldes unterhalb der Kirche St. Pölten, bekannt als Dietmayr-Anger, sind bereits Fakten geschaffen: Im Ostteil, direkt neben den vor wenigen Jahren errichteten Wohnblöcken, entsteht ein „Hof“ mit drei weiteren, ähnlich hohen Gebäuden. Dort muss Investor Günter Scheurer noch über 30 sozialgebundene Wohnungen für das bereits realisierte Gebiet „Südlich der Pöltner Kirche II“ nachweisen. Insgesamt wird dieser Komplex ca. 90 zusätzliche Wohnungen umfassen, das Bebauungsplan-Verfahren dafür läuft bereits. Fix ist auch, dass am Nordrand des Angers, zwischen Kinderhaus Mariae Himmelfahrt und Bahnlinie, eine Reihe mit sieben kleinen Einfamilienhäusern entsteht. Den entsprechenden Bebauungsplan „Nördlich der Geistbühelstraße – Bereich Schwaigerstraße“ hat der Stadtrat bereits als Satzung beschlossen.

Wie die weitere Bebauung des Angers konkret gestaltet wird, das ist noch offen. Um „geeignete Planungsalternativen“ für die rund vier Hektar große Fläche an der Geistbühelstraße zu erhalten, hatte die Stadt im Rahmen einer so genannten „Mehrfachbeauftragung“ im Sommer drei Planungsbüros um Konzepte gebeten. Die teilnehmenden Architekten waren gemeinsam mit der Regierung von Oberbayern ausgesucht worden, die das Verfahren mit 60 Prozent bezuschusst. Vorgestellt wurden die Pläne im November einer Jury, der drei Stadtratsmitglieder, zwei Mitarbeiter des Stadtbauamtes, eine Vertreterin der Regierung sowie drei externe Architekten und Landschaftsplaner angehörten.

Die Sieger stellen am Donnerstag ihr Konzept vor

Nach jeweils 45-minütiger Präsentation und ausführlicher Diskussion kürte die Jury den Entwurf des Münchener Architekturbüros „Fink und Jocher“ (zusammen mit „Studio B Landschaftsarchitektur“) zum Sieger. Weitere Entwürfe hatten das Stuttgarter „Studio Urbane Strategien“ und das in München und Greifenberg ansässige Büro „Beer Bembé Dellinger“ vorgelegt.

Das Siegerteam wird sein Konzept nun auch in der öffentlichen Stadtratssitzung am kommenden Donnerstag, 16. Dezember, vorstellen. In der Folge solle das Büro „Fink und Jocher“ auf Grundlage des Wertungsergebnisses einen „städtebaulichen Rahmenplan für das neue Wohnquartier und einen Bürgerpark erstellen“, schreibt Bürgermeister Markus Loth in einer Pressemitteilung. Die Flächen für den geplanten Park würden dann „in Teilen mit den Weilheimer Bürgern planerisch entwickelt“.

Geistbühelstraße soll „aufgeweitet“ werden

Thema war das neue Konzept bereits in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung. Es seien „sehr gute Entwürfe“ vorgelegt worden, befand Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt-Sommer. Bewertungskriterien waren neben den Lösungen in puncto „Stadtbild und Landschaft“ etwa auch Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Zur Planung gehöre zudem eine „Aufweitung“ der Geistbühelstraße mit Geh- und Radweg sowie Alleebäumen.

Der Siegerentwurf für das Areal kann laut Roppelt auch mit mehreren verschiedenen Bauherren umgesetzt werden. Die zusätzlichen Wohnkomplexe – mit insgesamt rund 200 weiteren Wohnungen – sind darin so angeordnet, dass vom Bahnübergang aus (Ecke Geistbühelstraße/In der Au) eine Sichtachse in Richtung Pöltner Kirche erhalten bleibt. In dieser Diagonale soll sich ein großer Grünbereich mit Wegen und Spielwiese durchs Baugebiet ziehen. In der Mitteilung der Stadt ist diesbezüglich weiterhin von einem „Bürgerpark“ die Rede. Es gehe aber eher um „Wohnen im Grünen“, betonte BfW-Sprecherin Brigitte Holeczek im Bauausschuss. Sie erinnerte daran, dass sich bei der Bürgerbeteiligung im Sommer 2020 viele gegen einen expliziten Park ausgesprochen hätten.

Das Problem: die verkehrliche Erschließung

Die etwas andere Gliederung der Bebauung gefiel Holeczek „auf den ersten Blick ganz gut“. Allerdings zeigte sich auf Nachfrage von Alfred Honisch (Grüne) auch eine „Schwachstelle“ des neuen Entwurfs. Dieser siedelt einen relativ großen Teil der Neubauten im nördlichen Teil des Angers an – einschließlich einer zusätzlichen Kita, die hier direkt neben dem Kinderhaus Mariae Himmelfahrt vorgesehen ist. Völlig unklar ist, wie die Bebauung im Norden verkehrlich erschlossen werden soll. Das zu lösen, ist wohl die dringendste Aufgabe, wenn das Siegerbüro einen Rahmenplan ausarbeitet, der Basis für die Bauleitplanung sein soll.

Die Stadtratssitzung

beginnt am kommenden Donnerstag, 16. Dezember, um 18 Uhr im Zugspitzsaal des Landratsamtes (Amtsgebäude Stainhartstraße 7) in Weilheim. Auf der Tagesordnung stehen neben dem städtebaulichen Rahmenplan „Nördlich der Geistbühelstraße“ unter anderem die Verleihung des Sozialpreises 2021 sowie die Jahresabschlussreden von Bürgermeister Markus Loth und Stadtrats-Nestorin Ragnhild Thieler. Zutritt ist nur mit 3G-Nachweis möglich, es gilt FFP2-Maskenpflicht.

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