Regierung von Oberbayern betont Flächenspar-Gebot

Weilheim: Neuer Medele-Standort ist für die Stadt „alternativlos“

  • Magnus Reitinger
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Einen Schritt weiter ist die Stadt Weilheim, was den geplanten Neubau des Mercedes-Händlers MedeleSchäfer am Ostrand der Stadt betrifft.

Das sind die Pläne für den Neubau: Das große Gebäude im Vordergrund ist der Verkaufsraum, dahinter sind die Werkstätten und das Teilelager. Zur Orientierung: Rechts am Bildrand ist der Baustoffhandel Renner, unten links das Medienhaus mit Weilheimer Tagblatt und Kreisbote. 

Weilheim – Derzeit läuft die dafür nötige Änderung des Flächennutzungsplanes für den Bereich „Nördlich der Deutenhausener Straße“. Die im Verfahren eingegangenen Stellungnahmen der Fachbehörden waren Thema in den jüngsten Sitzungen des Weilheimer Bauausschusses und des Stadtrates. Seitens der Öffentlichkeit habe es keine Einwendungen gegeben, wie betont wurde.

Von der Regierung von Oberbayern kam indes – mit Verweis auf die „Flächensparoffensive“ des Freistaates Bayern – die Empfehlung, das Autohaus „im bereits bebauten Bereich“, also innerorts zu errichten. Doch innerhalb der Stadt stehe kein geeignetes Grundstück zur Verfügung, so die Argumentation des Stadtbauamtes, deshalb sei der anvisierte Standort „alternativlos“. An diesem Standort wiederum ist nach Ansicht der Regierung von Oberbayern und des Planungsverbandes Region Oberland in jedem Fall eine „flächensparende Bauweise“ geboten. In der Stellungnahme wird auf die drohende Durchtrennung des Grünzuges durch das Neubauprojekt verwiesen – wodurch das Stadtklima beeinträchtigt werde.

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Wie berichtet, werden nach aktueller Planung rund drei Viertel des knapp 20 000 Quadratmeter großen Grundstücks überbaut: Die geplanten Gebäude des Autohauses umfassen mit Vordach gut 5600 Quadratmeter, dazu kommen weitere 9937 Quadratmeter versiegelte Fläche, etwa für Parkplätze. Die Zufahrt soll über die Jakob-Steigenberger-Straße erfolgen, die vor dem Baumarkt Renner von der Deutenhausener Straße abzweigt. Keinesfalls wäre eine Erschließung direkt von der Deutenhausener Straße denkbar, betonte das für die Staatsstraße zuständige Staatliche Bauamt Weilheim. Die Behörde wies in ihrer Stellungnahme außerdem darauf hin, dass eine ortsnahe Ost-Umfahrung Weilheims – die bislang als kostengünstigste Variante einer möglichen Umgehungsstraße gilt –durch den geplanten Neubau „erschwert“ würde.

Letzteres komme ihm „als Gegner jeglicher oberirdischer Umfahrung“ durchaus zupass, sagte Ullrich Klinkicht („Weilheim Miteinander“) in der September-Sitzung des Stadtrates. Doch er lehne den Autohaus-Neubau an dieser Stelle aus zwei Gründen ab: Weil schon das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) für Weilheim fordere, dass der westliche Teil des Areals von Bebauung frei bleiben solle. Und weil ein Autohaus dort zusätzlichen Verkehr in der Oberen Stadt bedeuten und „die Menschen dort noch mehr belasten“ würde.

Gegen die Änderung des Flächennutzungsplanes votierten außer Klinkicht auch die Grünen-Vertreter Brigitte Gronau und Manuel Neulinger. Alle anderen Stadträte stimmten den Abwägungen des Stadtbauamtes jedoch zu und segneten die Pläne somit ab. Nach einer Überarbeitung sind die Unterlagen für die Flächennutzungsplan-Änderung noch einmal öffentlich auszulegen.

Rubriklistenbild: © MedeleSchäfer

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