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Blick auf das Gartengrundstück am Krumpperplatz, das vor wenigen Wochen gerodet wurde und von einem Regensburger Investor bald mit vier Wohnblöcken bebaut werden soll.

Stellungnahme der „BauKulturfreunde“

Weilheim: Neuerliche Kritik an geplanter Bebauung am Krumpperplatz

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Die „BauKulturfreunde Weilheim“ wenden sich mit neuen Argumenten gegen die geplante Bebauung am Krumpperplatz in Weilheim.

Weilheim – Auch die „BauKulturfreunde Weilheim“ protestieren gegen die geplanten Neubauten südlich des Krumpperplatzes. Die Bebauung dort müsse etwa ein Drittel geringer ausfallen als vorgesehen, heißt es in einem Brief der Gruppe an Bürgermeister Markus Loth. Wie berichtet, will ein Regensburger Investor in der östlichen, kürzlich gerodeten Hälfte des Privatgartens zwischen Krumpperplatz und Meisteranger demnächst vier Neubaublöcke mit insgesamt 30 Wohnungen errichten. Die dafür nötige Bebauungsplan-Änderung läuft derzeit; dagegen gibt es Proteste von Bürgern und Institutionen.

Ziele werden „nicht einmal ansatzweise erreicht“

Wie viele andere halten auch die „BauKulturfreunde“ – die vor einigen Jahren etwa auch gegen den Abriss des „Tagblatt“-Gebäudes an der Münchener Straße kämpften – die geplante Bebauung am Krumpperplatz für „viel zu dicht“. Über die „bisher genannten Gründe“ hinaus gehen sie in ihrem Brief explizit auf die Begründung der Stadt für die Bebauungsplan-Änderung ein. Demnach sei das Planungsziel eine „städtebaulich verträgliche Einfügung in die umliegende Bestandsbebauung“ sowie die „Sicherung eines positiven und prägenden Wohnumfeldes mit hohem Durchgrünungsstandard und Aufenthaltsqualität“.

Doch mit der vorgesehenen dichten Bebauung könnten die angegebenen Ziele „nicht einmal ansatzweise erreicht werden“, heißt es in der Stellungnahme der „BauKulturfreunde“, die Giselher Propach unterschrieben hat. Deshalb müssten der Bauausschuss und der Stadtrat „darauf dringen, dass die vorgelegte Planung mit den Zielen in Übereinstimmung gebracht wird“. Das gelte sowohl für die Planungsziele als auch für die Ziele im Leitbild und im ISEK (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept) der Stadt Weilheim.

Kein Platz für Fahrräder und anderes

Die Enge der Planung zeige sich auch „darin, dass für Fahrräder kein ausreichender Platz vorhanden ist“. Zum „Verkehrskonzept“ führe die Stadt aus, dass „gut nutzbare und ausreichend dimensionierte Fahrradabstellplätze“ die Nutzung des Rads als umweltfreundliches Verkehrsmittel fördern: Mindestens die Hälfte der nötigen Abstellplätze sollen in die Gebäude oder Tiefgaragen integriert, für Besucher jedoch Radl-Abstellplätze „offen und eingangsnah“ angeboten werden. Die „BauKulturfreunde“ monieren jedoch, dass im Plan keine überdachten Fahrradabstellplätze und übrigens auch kein Platz für Mülltonnen oder zur Unterbringung von Gartenmöbeln und -geräten vorgesehen sei. „Es ist nicht damit zu rechnen, dass ebenerdiger Innenraum für Fahrräder zur Verfügung gestellt wird. Die Unterbringung der Fahrräder in der Tiefgarage ist nicht praxistauglich.“

Der Bau überdachter Abstellplätze aber werde „die Enge der Wohnverhältnisse und den Anteil von Grünflächen weiter verringern“. Deshalb müsse die Stadt den Plan so überarbeiten, „dass die Bebauung um ca. 30 Prozent geringer ausfällt (wie im alten Bebauungsplan)“ und sämtliche Nebenanlagen „funktional und gestalterisch gut eingepasst sind“. 

mr

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