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Hier kam die Inspiration fürs neue Kasperl-Hörspiel von „Doctor Döblinger“

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Von: Magnus Reitinger

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Gewitztes Trio: Die „Doctor Döblinger“-Intendanten Richard Oehmann (l.) und Josef Parzefall (r.) mit Schauspieler Gerd Lohmeyer, der diesmal als Gast auftritt.
Gewitztes Trio: Die „Doctor Döblinger“-Intendanten Richard Oehmann (l.) und Josef Parzefall (r.) mit Schauspieler Gerd Lohmeyer, der diesmal als Gast auftritt. © Doctor Döblinger

Das neue Hörspiel von „Doctor Döblingers geschmackvollem Kasperltheater“ ist da! Im Interview berichtet Richard Oehmann über Weilheimer Inspirationen für seinen Kasperl.

Weilheim – Ein seltsames Kreismuster in der Wiese des städtischen Freibads von Hinterwieselharing: Das waren Außerirdische, behauptet Hexe Strudlhofer. Und so beginnt ein sommerliches Abenteuer „über mysteriöse Begebenheiten im Hinterwieselharinger Land, über LandArt und deren Auslegung und über so topaktuellen Themen wie Wissenschaft, Aberglaube und Buttermilch“ – wie „Doctor Döblingers geschmackvolles Kasperltheater“ sein neuestes Werk selbst beschreibt.

„Kasperl und der Kornkreis“ heißt das soeben erschienene Hörspielalbum für Kinder, eine bairische Kasperlkomödie mit herrlichen Dialogen und gewitzten Liedern, die wie immer auch für Erwachsene ein großer Spaß sind. Getextet, gesprochen, inszeniert und produziert wurde das Stück wieder von Josef Parzefall und Richard Oehmann. Letzterer, bekannt auch als Texter und Regisseur des Nockherberg-Singspiels, stammt aus Weilheim – und erklärt im Interview mit unserer Zeitung, wie seine alte Heimat das neue Hörspiel inspiriert hat. Und was in dieser Hinsicht vielleicht noch kommen könnte.

Das neue Album von „Doctor Döblinger“ ist bereits die 16. CD seit der ersten Hörspiel-Veröffentlichung 2005.
Das neue Album von „Doctor Döblingers geschmackvollem Kasperltheater“ ist bereits die 16. CD seit der ersten Hörspiel-Veröffentlichung im Jahr 2005. © Doctor Döblinger

In Hinterwieselharing steckt auch diesmal wieder ein bisschen Pfaffenwinkel, oder? Die Kornkreis-Inspiration kam doch bestimmt in Fischen… Haben Sie sich den dortigen Kornkreis letztes Jahr angeschaut?

Tatsächlich war ich im Sommer 2020 im Fischener Kornkreis. Da waren barfußlaufende Energiespürerinnen, Kornkreis-Schmuckhändler und eine Yoga-Brezen aus Sachsen, die etwas pikiert war, weil ich mir dann doch lieber das Vogelschutzgebiet auf der anderen Straßenseite anschauen wollte.

Wie wird aus einer solchen Idee eine runde Geschichte? Wie dürfen wir uns da die Zusammenarbeit von Josef Parzefall und Ihnen vorstellen?

Schwer zu erklären. Ich hab’ erst mal den Kornkreis vorgeschlagen, weil der passt gut zu unserer esoterischen Hexe Strudlhofer. Wir wollen zwar nicht unbedingt aktuell sein, aber das Thema Aberglaube schwirrt halt durch Impf-Mythen, Maskenverweigerung und sonstige Vernageltheiten eh schon rum. Dann sind wir beim Spazier-Ratschen an einem Freibad mit Tischtennisplatte vorbeigekommen. Manchmal genügen ein paar Stichworte und uns fällt für unser Kasperlensemble schon was ein, was zumindest wir selber für lustig halten.

Weilheim und Umgebung hinterlassen ja öfter mal Spuren in den Döblinger-Hörspielen, man denke nur an die legendäre Koppelhuber-Geschichte mit Josef Hader. Welche der bisherigen Weilheim-Anspielungen finden Sie selber am witzigsten?

Da ist bestimmt auch durch den Kollegen Parzefall viel Straubing dabei. Es sind halt Bubengschichten, und da ist mir beim Schreiben zum Beispiel wieder eingefallen, wie wir mit Autoschläuchen die Ammer runtergefahren sind. Weil das für den Kasperl und den Seppl natürlich eine würdige Beschäftigung ist, lassen sie sich in einem Hörspiel mal genauso im Fluss treiben.

Gibt’s noch das ein oder andere Weilheim-Erlebnis, das mal in einer Döblinger-Geschichte landen könnte?

Am Ditschki, zu Deutsch Dietlhofer See, hat es ganz früher so ein Moor gegeben. Da sind wir reingehupft und völlig verbaazt wieder rausgerannt. Das könnte man durchaus mal verwenden.

Prominente Gäste auf der CD sind diesmal der Schauspieler Gerd Lohmeyer und der Jazzmusiker Wolfgang Lackerschmid. Nach welchen Kriterien suchen Sie die Mitstreiter aus?

Nettigkeit, Talent und Zufall. Der Gerd Lohmeyer war ja schon als Dusel beim Nockherberg-Singspiel dabei, dann hab ich ein BR-Hörspiel mit ihm gemacht. Der ist einfach großartig. Und der Wolfgang Lackerschmid hat uns angeboten, mal eine Hörspielmusik zu machen. Das Ergebnis ist jetzt noch viel schöner als erwartet.

Gab’s auch schon mal Absagen von Sprechern oder Musikern, die Sie angefragt haben?

Ein paar, aber eher aus zeitlichen Gründen, es hat gleichzeitig etliche nette Angebote gegeben. Die meisten Gäste sind uns eher so über den Weg gelaufen. Viele haben ja auch Kinder, die Jule Ronstedt und der Axel Milberg waren bei einer Vorstellung. Der Josef Hader hat unsere Hörspiele sogar zitieren können.

Sie hatten ja schon so einige großartige Gäste, von Luise Kinseher über Fredl Fesl bis Gerhard Polt. Wen möchten Sie unbedingt mal noch für eine Rolle gewinnen?

Nur nette Leut mit Humor bitte. Zurzeit freut man sich über jeden, der dazu noch gscheit ist: Frank-Markus Barwasser, Sarah Bosetti, Stephen Fry, Emma Thompson, Jacinda Ardern und viele andere.

Zum Schluss noch eine Werbe-Chance: Warum sollte „Kasperl und der Kornkreis“ in keiner ambitionierten CD-Sammlung fehlen?

Erstens ist es nicht nur eine CD, sondern da ist auch ein Download-Code dabei, weil ja viele gar kein CD-Laufwerk mehr haben. Zweitens: Mein Kompagnon Josef sagt, dass ihm diese Geschichte bisher am Allerbesten taugt. Und die anderen gefallen ihm auch schon sehr gut.

Das Hörspiel-Album

„Kasperl und der Kornkreis“ (CD plus Download-Code, ca. 70 Minuten), erschienen im Verlag Antje Kunstmann, ist erhältlich im Buchhandel sowie direkt bei www.dr-doeblingers-kasperltheater.de

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