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Derzeit 41 Schulkinder auf Warteliste

Weilheim: Nicht für alle Bewerber gibt’s einen Hortplatz

  • Magnus Reitinger
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41 Schulkinder stehen in Weilheim derzeit auf der Warteliste für Hort- oder Mittagsbetreuungsplätze ab Herbst – und für viele von ihnen gibt es wohl keinen Platz. Das räumte die Stadt auf eine Grünen-Anfrage ein. Dagegen ist im Kita-Bereich für alle Kinder eine Lösung in Sicht.

Weilheim„Krippenplätze reichen, Hortplätze fehlen“, so hatte unsere Zeitung bereits im Mai über die Situation fürs kommende Schul- und Kindergartenjahr berichtet. Und diese Einschätzung hat sich bestätigt, wie vergangene Woche die Antwort der Stadt auf eine „dringliche Anfrage“ der Grünen-Fraktion zeigte. Grünen-Sprecher Manuel Neulinger äußerte sich darin besorgt über die „drohende Knappheit von Kinderbetreuungsplätzen“. Beispielsweise scheine die Zahl der Anmeldungen für Hort- oder Mittagsbetreuung an der Ammerschule die Kapazitäten „so deutlich zu überschreiten, dass etliche Kinder im Herbst 2020 keinen Betreuungsplatz bekommen könnten“. Neulinger weiter: „Das wäre wohl ein Novum, denn bisher konnten immer noch alle Kinder, für die ein Platz beantragt wurde, auch aufgenommen werden.“

Durch Platz-Sharing können 464 Schulkinder betreut werden

Die Grünen stellten deshalb sechs detaillierte Fragen an die Stadtverwaltung – die in der Juli-Sitzung des Stadtrates von Hauptamts-Mitarbeiter Stefan Popp umfassend beantwortet wurden. Demnach können zum neuen Schuljahr nach jetzigem Stand 173 Hortplätze, 80 Mittagsbetreuungsplätze (Ammerschule) und 145 Plätze in der „Offenen Ganztagsschule“ (OGTS) an der Hardtschule angeboten werden. Das sind insgesamt 398 Plätze; durch „Platz-Sharing“ können aber wohl 464 Schulkinder betreut werden.

41 stehen derzeit auf der Warteliste, so Popp. Und es werde „nicht möglich sein, alle angemeldeten Kinder aufzunehmen“ – trotz großer Bemühungen der Stadt und der Träger. So werde die OGTS in der Hardtschule (Träger ist das Mütter- und Familienzentrum) ab September 170 Grundschüler statt bisher 150 betreuen, die Stadt stelle dafür Container samt Überdachung und zusätzliche Ausstattung bereit. Auch der Träger „A:KitZ!“, der gerade eine Großtagespflegeeinrichtung in einem Geschäftshaus an der Pöltnerstraße aufbaut (wir berichteten), prüfe, ob noch „vereinzelte Betreuungsplätze für Schulkinder angeboten werden können“.

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Der stark gestiegene Bedarf sei „kaum planbar“ und mit einem signifikanten Anstieg des Betreuungsbedarfs aufgrund Zuzuges nicht zu rechnen gewesen, betonte Popp mit Verweis auf Statistiken, die im Herbst 2019 öffentlich vorgestellt wurden. Demnach lag die Quote der (nach)mittags betreuten Schulkinder in Weilheim in den vergangenen Jahren stabil bei rund 15 Prozent. 2018 hatte der „Franziskus“-Hort mangels Nachfrage sogar eine Hortgruppe in eine Kindergartengruppe umgewandelt. Mit entscheidend für den „sprunghaften Anstieg“ benötigter Schulkind-Betreuungsplätze sei rückblickend wohl der seit 2013 bestehende Rechtsanspruch auf Betreuung von Kindern im Alter von einem Jahr bis zum Schuleintritt – wie Popp ausführte: „Eltern, deren Kinder bereits ab dem ersten Lebensjahr in der Kita betreut werden, erwarten bzw. benötigen in aller Regel auch eine Anschlussbetreuung im Schulkindalter.“

Wurde an der Ammerschule zu klein geplant?

Hätte aber das neue Gebäude für die Mittagsbetreuung an der Ammerschule nicht von vornherein größer geplant werden sollen – auch angesichts zahlreicher neuer Wohnungen an der Kanalstraße? Auf diese Frage von Neulinger erklärte das Stadtbauamt, dass die Planungen für die Ammerschule bereits 2013, mithin drei Jahre vor den Bauplänen für die Kanalstraße, erfolgten – auf der Basis des damaligen Bedarfs. „Eine nachträgliche Anpassung stand nie im Raum“, und sie wäre auch „förderschädlich“ gewesen. Was die Schaffung neuer Betreuungsplätze und -einrichtungen betrifft, arbeite die Stadtverwaltung stetig daran, „Standorte für weitere Kitas zu untersuchen und voranzutreiben“.

Gute Nachrichten in Sachen „Kita“

Gute Nachrichten hatte Hauptamts-Mitarbeiter Popp zur Lage in den Kitas – also in Krippen und Kindergärten – ab Herbst 2020: Zwar stünden derzeit 22 Krippen- und 23 Kindergartenkinder auf der Warteliste. Doch dank „intensiver Vermittlungsarbeit des Kinder- und Jugendbüros“ und der neuen Gruppen von „A:KitZ!“ könne nach heutigem Stand allen Krippenkindern ein Platz angeboten werden. Und auch für die Kindergartenkinder zeichne sich eine Lösung ab. Ein Kindergarten eines freien Trägers in Weilheim – welcher es ist, wollte die Stadt noch nicht verraten – werde voraussichtlich eine zusätzliche Gruppe mit 25 Kindern einrichten.

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