2018 hat sich die Stadt Weilheim schon einmal für die Ausrichtung einer Landesgartenschau beworben. Damals machte sich eine 18-köpfige Fachjury  vor Ort ein Bild von den Schwerpunktthemen der Weilheimer Bewerbung.
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2018 hat sich die Stadt Weilheim schon einmal für die Ausrichtung einer Landesgartenschau beworben. Damals machte sich eine 18-köpfige Fachjury vor Ort ein Bild von den Schwerpunktthemen der Weilheimer Bewerbung. 

Stadtrat entscheidet am Donnerstag

Weilheim: Noch ein Versuch in Sachen Gartenschau?

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Soll sich Weilheim erneut für die Ausrichtung der Bayerischen Landesgartenschau bewerben? Darüber entscheidet am Donnerstag der Stadtrat. Doch das Votum könnte knapp werden.

Weilheim – Vor drei Jahren war die Einigkeit groß im Weilheimer Stadtrat: Mit viel Elan hatte sich die Stadt bemüht, im Jahr 2024 Schauplatz der Bayerischen Landesgartenschau zu werden. Mit großem Aufwand hatte man ein auf Nachhaltigkeit angelegtes Konzept erstellt, dabei ging es insbesondere um gute, grüne Verbindungen zwischen Altstadt und Ammer. Weilheim war damals von der Landesgartenschau-Gesellschaft explizit um eine Bewerbung gebeten worden – mit Blick auf die großen „örtlichen Potenziale“ und die „sehr interessante“ Lage der Kreisstadt. Doch dann bekamen im August 2018 andere Bewerber den Zuschlag der zuständigen Ministerien (des Bayerischen Umwelt- und des Landwirtschaftsministeriums): 2024 wird die Landesgartenschau in Kirchheim bei München stattfinden, 2025 in Furth im Wald (Oberpfalz) und 2026 in Schweinfurt (Unterfranken).

Weilheim aber warf vier Monate später erneut seinen Hut in den Ring und gab nach einem entsprechenden Stadtratsbeschluss eine Interessensbekundung zur Ausrichtung der Ausstellung für das Jahr 2030 ab. Diese müsste laut Bayerischer Landesgartenschau GmbH nun binnen vier Wochen bestätigt werden. In einem Jahr, bis April 2022, müsste die Stadt dann die konkreten Bewerbungsunterlagen abgeben.

„Im Prinzip hat das der alte Stadtrat schon beschlossen“, sagte Bürgermeister Markus Loth (BfW) vergangene Woche im Bauausschuss. Da das Gremium zwischenzeitlich neu gewählt wurde, bitte er nun aber um ein Votum des „neuen Stadtrates“. Loth selbst schlug vor, die Bewerbung aufrecht zu erhalten, aber für etwas später, nämlich für das Jahr 2032 – um noch etwas mehr Planungsvorlauf haben. Doch ob es im Stadtrat in der Sitzung am Donnerstag, 29. April (ab 18.30 Uhr in der Stadthalle), eine Mehrheit für die neuerliche Bewerbung gibt, ist keineswegs sicher. Bei der Vorberatung im Bauausschuss fiel das Votum jedenfalls denkbar knapp aus: Fünf Mitglieder stimmten dafür, vier dagegen. Die Gegenstimmen kamen von Luise Nowak (Grüne), Claus Reindl (BfW) sowie Klaus Gast und Stefan Zirngibl (beide CSU).

Eine Landesgartenschau wäre „eine nette Sache“ für Weilheim, sei aber angesichts der Haushaltslage „nicht finanzierbar“, sagte Gast: „Das würde uns mit Millionen belasten“, dabei stünden ohnehin gewaltige Herausforderungen bevor, etwa der Hochwasserschutz am Angerbach. „Wir wissen gar nicht, wo wir noch sparen sollen – und hier würde man Träumen nachhängen“, warnte der CSU-Vertreter vor einer neuerlichen Gartenschau-Bewerbung. Ähnlich Claus Reindl (BfW): „Wir haben so viele Kosten auf der Liste stehen... Ich sehe nicht, dass wir das finanzieren könnten.“ Dagegen sähe Gerd Ratter (ÖDP) in der Gartenschau „eine lohnende Investition für die Zukunft der Stadt Weilheim“.

Laut Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt-Sommer hätte das für 2024 eingereichte Konzept für die Stadt einmalige Kosten von rund vier Millionen Euro bedeutet sowie Folgekosten von etwa 2,4 Millionen Euro jährlich. „Das muss man wissen“, so Roppelt, auch wenn eine Landesgartenschau „für die Stadtentwicklung großartig wäre“. Allerdings würde das Konzept bei einer erneuten Bewerbung „etwas kleiner ausfallen“, betonte die Stadtbaumeisterin – weil einige Bestandteile, etwa die Verweilplätze an der Ammer, aktuell schon umgesetzt werden.

Übrigens: Bei einer neuerlichen Bewerbung um die Landesgartenschau könnte Weilheim Konkurrenz innerhalb des Landkreises bekommen. Auch die Stadt Penzberg spielt mit dem Gedanken, sich für eine der Schauen zwischen 2028 und 2032 zu bewerben.

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