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Bei der letzten Stadtrats-Sitzung vor Weihnachten hielt Ragnhild Thieler eine Rede. 

Letzte Stadtrats-Sitzung vor Weihnachten

„Packen wir an den richtigen Stellen an?“ – Nur eine von vielen Fragen in Stadtratssitzung 

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Der Stadtrat dürfe „nicht nur planen und reden“ –das forderte Ragnhild Thieler in der Jahresabschluss-Sitzung als Rats-Älteste: „Nun geht es in vielen Bereichen darum, den Worten Taten folgen zu lassen.“

Weilheim – Die letzte Stadtrats-Sitzung vor Weihnachten ist einerseits besonderen Würdigungen vorbehalten –mit der Verleihung der Ehrenpreise und Ehrenzeichen an verdiente Bürger und Institutionen (wir berichteten). Zugleich öffnet sie stets auch den Raum für grundsätzliche Überlegungen: Traditionell spricht am Ende der Sitzung der „Nestor“, also der oder die Älteste des Stadtrats. Mit 74 Jahren ist dies aktuell Ragnhild Thieler, die dem Gremium seit 2002 angehört (zunächst für die CSU, seit 2013 für die BfW).

Ragnhild Thieler (74) bei ihrer diesjährigen Rede als Stadtrats-Nestor.

„Gerade in solchen Zeiten, in denen viele Menschen verunsichert sind und eine bis vor kurzem relativ unpolitische junge Generation auf die Straße geht, weil sie um ihre Zukunft fürchtet“, so Thieler, „ist es wichtiger denn je, genau zuzuhören, Orientierung zu geben und gleichzeitig neuen Ideen gegenüber aufgeschlossen zu sein“. 

Politiker müssen Probleme anpacken und zu lösen versuchen

Politiker müssen nach Thielers Überzeugung Probleme anpacken und zu lösen versuchen – und für ihre Überzeugungen eintreten. „Sind wir dieser Verantwortung immer gerecht geworden? Haben wir Bürgerinnen und Bürger bei unseren Entscheidungen genügend mitgenommen? Geben wir auf eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, den Klimawandel, ausreichende Antworten? Und packen wir für unsere Familien an den richtigen Stellen an?“ – so einige Fragen der 74-Jährigen an ihre Stadtratskollegen.

„Ich glaube, wir haben in vielen Bereichen bereits gute Arbeit geleistet“, so Thieler weiter. Der Stadtrat habe sich mit vielen Themen „intensivst beschäftigt, manchmal sehr kontrovers und lange diskutiert, um gemeinsam zu einer vernünftigen und machbaren Lösung zu kommen“. 

Thieler griff einige Punkte heraus

Einige Punkte, „die uns in vielen Sitzungen beschäftigt haben und die mir auch für die Arbeit des künftigen Stadtrates wichtig erscheinen“, griff Thieler heraus:

† „Wir müssen uns weiterhin mit Nachdruck ernsthaft über eine umfassende Stadtentwicklung Gedanken machen“ – wobei das Wachstum als Oberzentrum „mit Sinn und Verstand“ erfolgen müsse und „der Erhalt der Schöpfung und das Bewahren der Heimat“ Kernanliegen des Stadtrats sein müssten.

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† Eine wichtige Frage sei auch: „Was muss für einen attraktiven Wirtschaftsstandort in der Zukunft getan werden? Denn Standortqualitäten fallen bekanntlich nicht vom Himmel.“

† Bei der Schaffung bezahlbaren Wohnraums müsse die Stadt „zum Motor innovativer Lösungen werden“.

† „Ist das derzeitige Verkehrskonzept insgesamt für eine Weiterentwicklung unserer Stadt ausreichend?“, so eine weitere Frage.

† Schließlich wolle und müsse die Stadt einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten: „Die Herausforderung beim Klimaschutz wird sein, wie wir es schaffen, große Fortschritte zu erzielen, ohne unsere wirtschaftliche Lebensgrundlage zu gefährden.“

Thieler wünschte „einen fairen Wahlkampf“ für das neue Jahr

„Es gibt noch viel zu tun für den jetzigen und zukünftigen Stadtrat“, so Thielers Resümee. Doch seien dem Gremium durch den Haushalt, verwaltungsrechtliche Bestimmungen oder baurechtliche Vorgaben Grenzen gesetzt: „Das sollte auch bei den Wahlversprechen nicht vergessen werden“ – weshalb die Stadtrats-Älteste in ihre Wünsche fürs neue Jahr auch „einen fairen Wahlkampf“ einschloss.

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