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So soll Weilheims neue Waldorfschule aussehen - bald ist Spatenstich

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Von: Magnus Reitinger

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So soll es aussehen, das Schulgebäude der neuen Waldorfschule am Narbonner Ring. Baubeginn ist für Mai 2022 geplant, Eröffnung im September 2023. In den nächsten Jahren folgen dann vier weitere Bauabschnitte.
So soll es aussehen, das Schulgebäude der neuen Waldorfschule am Narbonner Ring. Baubeginn ist für Mai 2022 geplant, Eröffnung im September 2023. In den nächsten Jahren folgen dann vier weitere Bauabschnitte. © Grafik: Waldorfschule Weilheim

Im Mai soll Spatenstich für die neue Waldorfschule am Ostrand von Weilheim sein. Wie diese aussehen wird, ist jetzt schon mal im Stadtmuseum zu sehen – als Modell. Die Schule will mit dem Neubau Zeichen setzen in Sachen Ökologie und Nachhaltigkeit.

Weilheim – Ungewöhnlich ist so einiges am Millionenprojekt der Freien Waldorfschule Weilheim/Huglfing auf dem einstigen Erdbeerfeld am östlichen Stadtrand. Dass man hier sowohl Schule als auch Baustelle etwas anders begreift, war vergangenes Wochenende auf dem Grundstück an der Ecke Hardtkapellenstraße/Narbonner Ring zu sehen. Schüler und Eltern bepflanzten mit viel Einsatz und Freude die Erdhügel, die dort im Dezember2021 im Zuge der Bauvorbereitung aufgeschüttet worden waren. Die bienenfreundliche Begrünung soll der künftigen Baustelle auch ein schöneres Gesicht geben, erklärt Eva Seidel vom Aufsichtsrat der Schul-Genossenschaft.

„Zukunftsweisende Architektur“

Außergewöhnlich will aber auch der Schulbau selbst sein. Er zeichne sich durch eine „ökologische, nachhaltige und damit zukunftsweisende Architektur“ aus, heißt es in einer Pressemitteilung der Schule. Der ursprüngliche Entwurf stammt vom Berliner Stararchitekten Diébédo Francis Kéré, der aus Burkina Faso stammt und für seine Planungen vielfach international ausgezeichnet wurde. In Abstimmung mit Prof. Kéré hat das Münchner Architektenteam „Jensen Ingrisch Recke“ dieses Konzept für den ersten Bauabschnitt – das Schulhaus selbst – zur Baureife weiterentwickelt. Dabei habe man intensiv eine „partizipative Bauweise“ gelebt, wie die Verantwortlichen erklären: Lehrkräfte, Schüler und Eltern erarbeiteten in verschiedenen Workshops mit Kéré und dem Architektenteam, „welche Qualitäten wir uns für das neue Gebäude wünschen“.

Bau soll Zeichen setzen in Sachen Nachhaltigkeit

Zu den gemeinsam entwickelten Grundsätzen gehört zum Beispiel, dass Bau und Ausstattung möglichst aus nachhaltigen Materialien bestehen und reparaturfähig sind. So wird das Schulhaus weitgehend aus Holz sein („sowohl die tragenden Bauteile wie auch die Oberflächen nach innen und außen“). In die Räume soll möglichst viel natürliches Licht gelangen, für den Wärmeverbrauch ist KfW 40-Standard vorgesehen. Die Betriebsenergie soll aus regenerativen Energien in Eigenerzeugung (Photovoltaik auf den Gründächern) „und von zuverlässigen Ökostromhändlern“ gedeckt werden. Kurzum: „So nachhaltig wie möglich“ soll der Neubau sein, fasst Seidel zusammen. Man wolle „ein Zeichen setzen, dass man auch so große Gebäude nachhaltig bauen kann“.

Modell ist im Stadtmuseum ausgestellt

Wie das Schulhaus aussehen wird, davon können sich interessierte Bürger schon mal im Weilheimer Stadtmuseum ein Bild machen. Bis zum 26. März ist dort das Modell des ersten Bauabschnitts der neuen Waldorfschule ausgestellt. Die Bauherren zeigen zudem Stationen der Entstehung und gewähren „einen lebendigen Einblick in die Waldorfpädagogik“.

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Die – vorgeschriebene – europaweite Ausschreibung der Bauarbeiten ist demnächst abgeschlossen. Für kommenden Mai ist der Spatenstich anvisiert, im September 2023 soll das Schulhaus auf dem östlichen Teil des Areals fertig sein und die bisher nahe dem Huglfinger Bahnhof untergebrachte Schule komplett nach Weilheim ziehen. Die in Huglfing aufgestellten Holzpavillons wandern mit und werden als Werkstätten genutzt.

Im Laufe der nächsten Jahre plant die Waldorfschule auf dem früheren Erdbeerfeld in Weilheim noch vier weitere Bauabschnitte: einen Erweiterungsbau des Schulhauses mit Fachräumen, eine Sporthalle, eine Mensa samt Schulküche sowie einen Festsaal. Sporthalle, Mensa und Festsaal werden dann in einen Erdwall zum Narbonner Ring integriert, der zugleich als Lärmschutz dient.

Die Ausstellung

zum Neubauvorhaben der Waldorfschule ist bis zum 26. März im Stadtmuseum Weilheim zu sehen: Dienstag bis Samstag 10 bis 17 Uhr. Info: www.waldorf-weilheim.de.

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