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Ein couragiertes Team: (v.l.): Sozialpädagogin Antonia Erdmann, Tagesmutter Daniela Brandl, Kursteilnehmerin Michaela Penkakova mit Tochter Dilara, Sozialpädagogin Nadja Willberger, Frank Zellner (Leiter des Jobcenters), Jobcenter-Gleichstellungsbeauftragte Barbara Penz, Matthias Gruber („BIB Augsburg“-Geschäftsführer), Weilheim Roswitha Hartwich (Standortleiterin BIB Weilheim) mit Kursleiterin Elisabeth Eberth.

Spezielles Betreuungsangebot für Kinder

Projekt für Alleinerziehende: Mit „Courage“ zurück ins Arbeitsleben

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Alleinerziehende bei beruflichen Zielen unterstützen: Das soll durch das Projekt „Courage“ des Jobcenters Weilheim-Schongau und des Bildungsträgers „BIB Augsburg“ möglich werden. 

Weilheim – Kinder und Beruf zu vereinbaren, ist nicht immer einfach. Besonders schwierig wird es, wenn Mütter oder Väter alleinerziehend sind. „Wo eigentlich zwei sind, die sich gegenseitig unterstützen, ist man allein“, sagt Barbara Penz, Gleichstellungsbeauftragte am Jobcenter Weilheim-Schongau, „das ist eine sehr spezielle Lebenssituation.“

Häufig sind es Frauen, die durch diese besondere Situation Schwierigkeiten haben, beruflich wieder Fuß zu fassen – und deshalb auf Sozialhilfe angewiesen sind. Um Alleinerziehende auf ihrem Weg zurück in den Beruf zu unterstützen, wird in den Räumen des Bildungsträgers „BIB Augsburg gGmbH“ an der Münchner Straße in Weilheim das Projekt „Courage“ angeboten.

Coaching in Gruppenunterricht und Einzelberatung

Neun Monate lang bekommen die Teilnehmer – im aktuellen Kurs sind es 16 Frauen zwischen 22 und 44 Jahren – ein Coaching. Zunächst in Gruppenunterricht mit verschiedenen Dozenten, später in Einzelberatung, bei der auch Praktika vermittelt werden. „Es geht bei ,Courage’ nicht nur um Bewerbungstraining“, sagt Projektleiterin Elisabeth Eberth, „die Teilnehmer lernen auch, sich neu zu orientieren und auf sich selbst zu konzentrieren.“

Damit sich die Frauen, die vom Jobcenter in den Kurs vermittelt werden, mit ihrer beruflichen Zukunft auseinandersetzen können, ist eine funktionierende Kinderbetreuung jedoch Voraussetzung. „Für einen Kindergartenplatz sind die Kinder von manchen Frauen noch zu klein – oder sie haben etwa durch einen Umzug erst einmal ihren Anspruch verloren“, erklärt Eberth. Damit fehlende Betreuung nicht zum „Stolperstein“ für die Teilnehmerinnen wird, bietet der Bildungsträger in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter nun eine Kinderbetreuung an.

Eine Tagesmutter und zwei Sozialpädagoginnen kümmern sich um den Nachwuchs, während die Mütter im selben Gebäude Weichen für ihre Zukunft stellen. „Dafür mussten einige Hürden überwunden werden. Aber nun haben wir die geeigneten Räume und eine Tagesmutter gefunden“, so Penz. Ihr sei es wichtig gewesen, mit dem Projekt Bürokratie zu vermindern und „das Menschliche“ zu betonen.

Auch interessant: Mit „Pauline“ Beruf und Familie vereinbaren: Spezielles Programm ermöglicht Teilzeit-Lehre.

„Courage“ hat gute Erfolgsquote

Dass der Bildungsträger und das Jobcenter mit dieser Strategie richtig fahren, zeigt die Erfolgsquote von „Courage“. Noch kein einziger Teilnehmer hat die Maßnahme abgebrochen. „Die Frauen wollen vielleicht nicht immer von Anfang an in den Kurs rein – aber wenn sie einmal dabei sind, wollen sie nicht mehr raus“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte.

Nicht nur die Suche nach einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz in Teilzeit steht in der Zeit, die die Teilnehmer im Kurs verbringen, im Fokus. Auch Themen wie „Zeitmanagement“, Typberatungen sowie Entspannungsmethoden gehören zum Programm – und nebenbei lernen die Mütter auch loszulassen. „Die Frauen sind 24 Stunden mit ihren Kindern zusammen und hängen dementsprechend sehr an ihnen. Das ist für viele eine neue Erfahrung“, so Eberth. Diesen Schritt zu gehen, erfordere Mut. „Deshalb trägt das Projekt auch den Namen ,Courage’’“, so die Kursleiterin.

nema

Lesen Sie auch: Kinder auf der Warteliste: Das sind Weilheims Ideen gegen den „Kita“-Notstand. 

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