1. Startseite
  2. Lokales
  3. Weilheim
  4. Weilheim

Prominente Ecke in Weilheim erhält neues Gesicht

Erstellt:

Von: Magnus Reitinger

Kommentare

Hier wird bald größer gebaut: Die Bebauungsplan-Änderung für das Grundstück südlich des kleinen Platzes an der Ecke Wessobrunner Straße/Ammerstraße ist besiegelt.
Hier wird bald größer gebaut: Die Bebauungsplan-Änderung für das Grundstück südlich des kleinen Platzes an der Ecke Wessobrunner Straße/Ammerstraße ist besiegelt. © ruder

Der Weg ist frei für große Neubaupläne an der Ecke Wessobrunner Straße/Ammerstraße: Ehe die dafür nötige Bebauungsplan-Änderung besiegelt wurde, hagelte es allerdings noch einmal Kritik seitens der Grünen.

Weilheim – „Mir gefällt das Konzept des Bauwerbers sehr gut“, sagte Horst Martin (SPD) in der jüngsten Sitzung des Weilheimer Bauausschusses. Die Zufahrt zu den Wohngebieten rund um Ammer- und Parchetstraße erfahre dadurch „eine Aufwertung“. Als „positives Signal“ wertete Martin auch, dass zahlreiche Anregungen aus der Öffentlichkeitsbeteiligung in die Planung aufgenommen worden seien.

Pläne für Zahnklinik und Café

Bekanntlich will der Weilheimer Ingenieur Gerd Berchtold das teils leer stehende, teils als Lager genutzte Gebäude an dem kleinen öffentlichen Platz an der Ecke Wessobrunner Straße/Ammerstraße abreißen und stattdessen ein deutlich größeres, vierstöckiges Wohn- und Geschäftshaus errichten. Neben Wohnungen sind darin Räume für eine Zahnklinik, eine kleine Kindertagesstätte und ein Tagescafé vorgesehen, das zugleich als Kantine dient. Im dahinterliegenden Garten darf zusätzlich ein kleineres Mehrfamilienhaus (mit zwei Vollgeschossen plus Dachgeschoss) gebaut werden.

Lesen Sie auch: Zwei Jahre nach Generalsanierung - Ammerschule bald wieder Baustelle?

Die entsprechende Bebauungsplan-Änderung hat der Bauausschuss des Stadtrates nun – gegen die Stimmen der beiden Grünen-Vertreter – als Satzung beschlossen, sie wird also bald rechtskräftig. Bei der nochmaligen Öffentlichkeitsbeteiligung hatte ein direkter Nachbar eine „Schallschutzeinrichtung“ zu seinem Grundstück gefordert; das wird laut Stadtbauamt in die Unterlagen aufgenommen. In Sachen „Grün“ gibt es jedoch keine Änderungen mehr, trotz Anwohnerkritik an den vorgesehenen Baumfällungen auf dem Baugrundstück. Es bleibt dabei, dass ein Baum auf dem Areal als zu erhalten festgesetzt ist; darüber hinaus sollen sieben Neupflanzungen das kompensieren, was verloren geht.

„Vernünftige Platzgestaltung“

Eine „vernünftige Platzgestaltung“ zur Wessobrunner Straße hin werde im Laufe der weiteren Planung erarbeitet, wie betont wurde. Dem Bauwerber wird auf ausdrücklichen Wunsch noch ein weiterer Autostellplatz neben einer geplanten Garage zugebilligt – das entspreche der städtischen Satzung. Laut früheren Angaben sind die oberirdischen Parkplätze auf dem Areal für die gewerbliche Nutzung gedacht. Für die Autos der künftigen Bewohner wird eine Tiefgarage gebaut.

Den Grünen fehlt „die wesentliche Zahl“

Ob bekannt sei, wie viele Quadratmeter Wohn- und Gewerbefläche in den geplanten Neubauten entstehen, diese Frage stellte Grünen-Vertreterin Luise Nowak im Bauausschuss. Man wisse nur, dass in dem kleineren Neubau sechs Wohneinheiten geplant seien, antwortete Stadtbauamt-Mitarbeiter Stefan Kirchmayer. Und: Die Zahl von 1000 Quadratmetern zusätzlicher Wohnfläche, ab der die städtische „SoBoN“-Regelung zur Schaffung vergünstigter Wohnungen greift, werde hier „sicher nicht erreicht“.

Alfred Honisch (Grüne) wollte sich mit dieser Auskunft nicht zufrieden geben: „Auf der einen Seite legen wir relativ viel Kleinzeug fest, auf der anderen Seite fehlt die wesentliche Zahl für die SoBoN-Berechnung, an der alles festgemacht wird.“ Das sei zu diesem Zeitpunkt aber üblich, konterte Bürgermeister Markus Loth (BfW): „In diese Stadium geht es immer nur um die Kubatur, alles weitere ergibt sich im Verfahren.“

Was ist mit der „Weilheimer Charta“?

Honisch rügte zudem, dass zwar von „innovativen Konzepten“ die Rede sei, die der Bauherr dort energietechnisch realisieren wolle – doch fehle schlicht der Passus: „Die Weilheimer Charta wird angewandt.“ Auch das wies Loth zurück. Der Stadtrat habe die „Weilheimer Charta für nachhaltigen Wohnungsbau“ lediglich als Empfehlung beschlossen, erklärte der Rathaus-Chef. Die Charta sei „ein Baukasten an Möglichkeiten“, ergänzte CSU-Sprecherin Marion Lunz-Schmieder, doch sie könne „nicht einfach in einen Bebauungsplan übernommen werden“.

Auch interessant

Kommentare