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Die Protestveranstaltung war gut besucht - gut 500 Bürger waren gekommen, um sich über verschiedene Möglichkeiten zu informieren.

Am Naturfreundehaus

Ungebrochener Unmut: 500 Bürger bei Protestveranstaltung zu Ortsumfahrung

Zahlreiche Menschen kamen, um sich über die Varianten zu informieren. Sie sollten auf der Veranstaltung ihre Meinung äußern - bevor die Planung abgeschlossen ist.

Weilheim – Wieder waren gut 500 Weilheimer Bürger gekommen, um sich über den möglichen Verbau der Landschaft zu informieren. Da eine Begehung der Trasse – so wie am Gögerl – wegen der Vegetation nicht mehr möglich war, informierte BI-Sprecher Oskar Handow vom Ostufer aus über die beiden möglichen Verläufe der Straße. Lediglich eine mögliche Ammerbrücke war durch Flatterband gekennzeichnet. Handow forderte die Besucher auch hier wieder auf, sie sollten ihre Meinung zur Umfahrung äußern – und zwar bevor die Planung abgeschlossen ist. Für den Aufruf erhielt er Applaus.

Dr. Reinhold Schumacher von der „Schutzgemeinschaft Weilheimer Moos“ zitierte – mit Blick auf die Landschaft im Westen – den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder: „Bayern lebt von seinen Naturschätzen.“ In diesem Sinne rate er vom Bau der Umfahrung ab, sagte Schumacher weiter.

Von Madrid oder Kopenhagen lernen

Annette Schulze, die im Westen von Weilheim wohnt, ist gegen alle Varianten der Umfahrung. Sie hält es für sinnvoller, die geplanten 35 Millionen Euro für den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs, der Radwege und der Fußwege zu verwenden. Sie schlägt vor, dabei nicht das Rad neu zu erfinden, sondern von anderen Städten, etwa Madrid und Kopenhagen, zu lernen. Nur gegen Straßen zu sein hält Schulze für nicht ausreichend.

Es sei notwendig, Alternativen vorzuschlagen. Diese sollten sich aber nicht an dem orientieren, was heute gebraucht wird, sondern an dem, was in 30 Jahren gebraucht wird. „Mehr Straßen bauen ist keine Lösung des Verkehrsproblems“ meint der stellvertretende Weilheimer Bürgermeister Horst Martin.

Auto wird seinen Wert als Statussymbol verlieren

Sinnvoller sei es, auf die sich bietenden neuen technischen Möglichkeiten der Verkehrssteuerung zu setzen. Außerdem rechnet Martin damit, dass das Auto seinen Wert als Statussymbol verlieren und damit auch der Individualverkehr abnehmen könnte. Lärm und Abgase in der Stadt würden sowieso durch den Einsatz von Elektroautos reduziert.

Mehr zum Thema „Umfahrung“: 

Von Alfred Schubert

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