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Radeln in der Fußgängerzone: jederzeit erlauben? Jetzt abstimmen - Umfrage läuft nur noch heute

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Von: Magnus Reitinger

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Radeln in der Fußgängerzone in Weilheim ist zukünftig zwischen 21 und 7 Uhr erlaubt. © Ruder

In Weilheims Fußgängerzone darf nachts geradelt werden. Nun beschloss der Stadtrat eine kleine Änderung. Aber wie wäre es eigentlich, das Verbot ganz aufzuheben?

Update, 30.11.2018:

Unsere Umfrage zum Thema „Radeln in der Fußgängerzone in Weilheim - soll das dauerhaft erlaubt sein?“ läuft heute, Freitag, 30. November, noch bis 16 Uhr.

Artikel vom 24.11.2018:

Weilheim – Gleich zwei Anträge lagen dem Stadtrat am Donnerstagabend zum umstrittenen Thema „Radfahren in der Fußgängerzone“ vor. Dr. Eckart Stüber (Grüne) hatte das Thema per „Nachprüfungsantrag“ erneut aufs Tapet gebracht: Sein Vorstoß, den Zeitraum für erlaubtes Radfahren in der Fußgängerzone (bisher 22 bis 6 Uhr) auf 21 bis 7 Uhr zu erweitern, war im Oktober vom Verkehrsausschuss hauchdünn abgelehnt worden – und sollte im Gesamtplenum nun „eine breitere Entscheidungsbasis bekommen“. 

Zudem hatte die SPD/FDP-Gemeinschaftsfraktion kurzfristig einen weitergehenden Antrag eingereicht: Die Fußgängerzone solle von 20 bis 8 Uhr für Radler geöffnet werden. Dann könnten Schüler morgens – bei eher geringem Andrang in der Fußgängerzone – „zur ersten Stunde radeln, ohne schieben zu müssen“. „In anderen Kommunen funktioniert ein Miteinander von Fußgängern und Radfahrern auch störungsfrei“, schrieb Saika Gebauer-Merx (FDP) in dem Antrag, „so dass wir dies in Weilheim ebenfalls anstreben“.

Jederzeit radeln in der Fußgängerzone Weilheim - Stimmen Sie ab:

Copyright Umfragenfoto: Gronau

Länger radeln in der Fußgängerzone - die Polizei sieht das kritisch

Die Meinungen dazu waren höchst kontrovers, teils auch quer durch die Fraktionen. Man dürfe „die Regeln nicht weiter aushöhlen“, sagte Klaus Gast (CSU) und verwies darauf, dass der Polizei-Vertreter im Verkehrsausschuss eine Ausweitung der Radfahr-Zeit abgelehnt habe. Auch Verkehrsreferent Dr. Claus Reindl (BfW) plädierte dafür, „diesen Platz als Freiraum für Fußgänger zu erhalten“. Er verwies darauf, dass Radler auch in der erlaubten Zeit ohnehin nur Schritt-Tempo fahren dürften – „was soll es dann eigentlich bringen?“

„Wo haben Fußgänger eigentlich noch Rechte?“

FW-Sprecher Walter Weber erklärte, er habe vor vier Jahren für die derzeit geltende Regelung gestimmt, sei aber dagegen, diese auszuweiten. Denn im Sommer herrsche in der Fußgängerzone „viel Betrieb bis 22 Uhr“. Auch die Bedenken der Polizei wolle er „nicht beiseite wischen“. Und Brigitte Holeczek (BfW) betonte, die von ihr mitinitiierte Aktion „Geh weida, steig ab!“ habe eines gezeigt: „Fahrradfahrer akzeptieren es nicht, wenn sie absteigen müssen.“ Ihr stelle sich deshalb die Frage: „Wo haben Fußgänger eigentlich noch Rechte?“

Weniger Autos mit mehr Möglichkeiten für Radler

Hingegen warnte Michael Lorbacher (SPD) vor einem „Generalverdacht gegen alle Radfahrer“ – und fand, in der Debatte werde „ein bisschen viel durcheinander geworfen“. So sei die Enge in Bereichen wie der Buxbaumgasse für ihn kein Argument gegen Veränderungen, denn solche Gassen könnten für Radler gesperrt bleiben. Generell ist die Frage für Lorbacher aber: „Wie denn eine Entlastung vom Autoverkehr, wenn nicht mit Möglichkeiten für Radler?“

Die Fußgängerzone morgens und abends eine Stunde mehr für Radler freizugeben, sei „kein Problem“, meinte Uta Orawetz (CSU); die bisherige Öffnung habe „keinerlei negative Auswirkungen“ gehabt. Karl-Heinz Grehl (Grüne) schimpfte, dass die Stadt radelnde Schüler „morgens über die B 2 und den Unteren Graben schickt“. Die Fußgängerzone dafür freizugeben, würde ihm zufolge klar die Verkehrssicherheit erhöhen. Dass es funktioniere, sei zum Beispiel in Regensburg zu sehen. Auch Wolfgang Mini (parteilos) warnte davor, „wegen einiger Radl-Rambos alle Bürger zu beschneiden“; es brauche schlicht Rücksichtnahme und Kontrollen. 

Eine Öffnung für einzelne Stunden ist „peinlich“

Horst Martin (SPD) warb darüber hinaus für einen größeren Schritt: Die Fußgängerzone solle ganz für Fahrradverkehr freigegeben werden. „Vielleicht ist die Zeit noch nicht reif dafür, ich möchte damit aber auch eine Diskussion in der Bürgerschaft anregen“.

Für eine „gänzliche Öffnung“ war auch Florian Lechner (BfW) – das Miteinander funktioniere ja auch in der Pöltnerstraße. Die Diskussion um einzelne Stunden fand er dagegen „peinlich“. Doch in der Abstimmung ging es nur um einzelne Stunden. Der SPD/FDP-Antrag wurde mit 20:9 abgelehnt, der von Stüber denkbar knapp mit 15:14 befürwortet. Voraussichtlich ab Januar darf also von 21 bis 7 Uhr in der Fußgängerzone geradelt werden.

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