Auf diesem landwirtschaftlichen Weg kommen Radler von Weilheim ins Gewerbegebiet Achalaich – wenn sie ein bisschen abenteuerlustig sind. Ein Ausbau ist laut BfW dringend nötig, denn Alternativen gibt es bis dato nicht.
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Auf diesem landwirtschaftlichen Weg kommen Radler von Weilheim ins Gewerbegebiet Achalaich – wenn sie ein bisschen abenteuerlustig sind. Ein Ausbau ist laut BfW dringend nötig, denn Alternativen gibt es bis dato nicht.

Ausbau ist problematisch

Per Rad ins Gewerbegebiet Achalaich – ein Abenteuer

  • Magnus Reitinger
    VonMagnus Reitinger
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Hunderte Menschen arbeiten bereits im neuen Gewerbegebiet Achalaich zwischen Weilheim und Polling. Doch mit dem Fahrrad sind die Firmen dort denkbar schlecht zu erreichen. Das muss sich schnellstmöglich ändern, hieß es jetzt in Weilheims Bauausschuss. Da gibt es allerdings gleich mehrere Probleme.

Weilheim – Um die tausend Menschen werden mittelfristig mehr oder weniger täglich zur Arbeit nach Achalaich fahren. Über 400 sind es allein bei der Firma „Xylem Analytics“, die zurzeit vom Trifthof in das neue, fast nebenan gelegene Gewerbegebiet zieht. Was die Verkehrslage rundherum betrifft, kann man sich nur wünschen, dass viele dieser Beschäftigten per Fahrrad zu ihren Arbeitsplätzen kommen. Und im Grunde liegt Achalaich auch in guter Radl-Entfernung, sowohl von Polling als auch von Weilheim aus.

Bei Haushaltsberatungen wurde Radweg-Ausbau gestrichen

Allein: Das interkommunale Gewerbegebiet tatsächlich mit dem Radl zu erreichen, ist ein Abenteuer. Von Weilheim aus ist der landwirtschaftliche Weg in Verlängerung des Franziskuswegs als Fahrrad-Verbindung gedacht. 2018 gab es bereits Vorplanungen, diese entsprechend herzustellen. Doch bei den Haushaltsberatungen im Weilheimer Stadtrat fiel dieses Projekt wegen Geldknappheit stets heraus.

So kann es nicht weitergehen, befand nun die BfW-Fraktion und beantragte offiziell, die Radwegverbindung „schnellstmöglich“ auszubauen. Denn der landwirtschaftliche Weg sei „im jetzigen Zustand unbeleuchtet, mit gekiester Oberfläche, Schlaglöchern, Pfützen und überhängenden Büschen und somit als täglicher Arbeitsweg mit dem Fahrrad kaum geeignet. Er ist weit vom Standard eines Radwegs entfernt.“ Zugleich sei eine Zufahrt über die Staatsstraße mit dem Fahrrad „aus Sicherheitsgründen nicht tragbar“.

Teil des Weges liegt nicht auf Weilheimer Flur

Dass ihre Forderung nicht einfach umzusetzen ist, wissen auch die BfW. Erstes Problem ist schon mal, dass der bestehende Weg nach der Brücke über den Trifthofanbinder teils auf Pollinger Flur liegt. Die Stadt Weilheim kann für diesen Teil also nicht über einen Ausbau entscheiden. Deshalb fiel der Beschluss fürs erste eher mager aus, als Weilheims Bauausschuss vergangene Woche den BfW-Antrag beriet. Man will, so das einstimmige Votum, Gespräche mit der Gemeinde Polling (und zugleich mit Weilheims Stadtwerken) führen – und zwar über eine kurzfristige wie auch über eine langfristige Lösung. Auch die Kosten einer möglichen Beleuchtung soll das Stadtbauamt schon mal prüfen. Dann muss erneut im Bauausschuss diskutiert werden.

„Je länger man wartet, desto teurer wird es“

Fest steht laut Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt-Sommer: „Je länger man wartet, desto teurer wird es.“ Schon die „kleine“ von den zwei Ausbau-Varianten, die die Stadt 2018 erarbeiten ließ, würde heute mit mindestens 240.000 Euro zu Buche schlagen, die große mit Komplettsanierung und Beleuchtung gar mit einer Dreiviertelmillion. Und noch ein Problem: Weil die Bauarbeiten europaweit auszuschreiben seien, wäre eine Umsetzung im Jahr 2022 wohl gar nicht mehr möglich.

Zugleich sind Roppelt zufolge keine anderen Lösungen in Sicht. Ein Alternativ-Vorschlag, den die BfW anführten, sei jedenfalls nicht realisierbar. Die Fraktion bat in ihrem Antrag auch um Überprüfung, ob „die ungünstige und weite westliche Schleife über Pollinger Flur durch einen neuen Stichweg ersetzt werden kann“. Ein Feldweg im nördlichen Bereich, der sogar schon der Stadt gehöre, biete sich dafür womöglich an. Doch das scheitere an den Böschungen zum Trifthofanbinder, erklärte die Stadtbaumeisterin.

Alternativroute über den Prälatenweg?

Eine ganz andere Route brachte in der Sitzung SPD-Vertreter Horst Martin ins Spiel: Eventuell könne man einen vorhandenen Stichweg vom Prälatenweg in Richtung Achalaich zum Radweg machen. Dafür wäre wohl eine Unterführung bei der Staatsstraße nötig – eine Unterführung, wie es sie in Weilheim etwa schon unter dem Narbonner Ring oder unter der B2 zwischen Dietlhofer See und Lena-Christ-Straße gibt. „Eine einfache Lösung gibt es nicht“, fasste Martin zusammen.

„Es darf nicht erst zu Unfällen kommen“

Doch es braucht eine Lösung, da war sich der Bauausschuss einig. Zumindest vorläufig müsse man die bestehende Verbindung in Verlängerung des Franziskuswegs „günstig ertüchtigen, dass sie sicher befahren werden kann“, betonte BfW-Sprecherin Brigitte Holeczek: „Es darf nicht erst zu Unfällen kommen.“

Lesen Sie hier von Erweiterungsplänen für ein anderes Gewerbegebiet in Weilheim

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