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Die Leitung des Arbeitskreises Senioren haben nun Petra Stragies und Monika Funk inne. 

Arbeitskreis „Senioren“ der Weilheimer Agenda 21

Rückzug, ohne zu gehen

Fast sechs Jahre war Ulf Knabe einer der Sprecher des Arbeitskreises „Senioren“ der Weilheimer Agenda 21. Nun zieht er sich aus altersbedingten Gründen zurück. 

Weilheim – Ruhig und gefasst bedankt sich Ulf Knabe beim Arbeitskreis Senioren der Weilheimer Agenda 21, als dieser im evangelischen Gemeindehaus zusammenkommt. Allen voran richtet er Monika Funk und Petra Stragies seinen Dank aus. Er sei froh über den reibungslosen Übergang, sagt Knabe. Seine Zeit als Sprecher des Arbeitskreises ist nun vorbei. Mit 79 Jahren ziehe er sich aus alters- und gesundheitsbedingten Gründen aus dem Sprecherteam zurück. Doch im Grunde habe er ja ohnehin kaum etwas zu tun gehabt, sagt er. „Die Arbeit haben andere gemacht.“

Nur hat er in seiner sechsjährigen Zeit als Sprecher des Arbeitskreises offenkundig schon einiges bewirkt. Auf seine Initiative hin senkte die Stadt die Gehsteige ab, damit Senioren mit Rollatoren und Rollstühlen es leichter haben. Auch für die Ruhebänke an Bushaltestellen und die Beschilderung öffentlicher Toiletten in Weilheim war er die Initialzündung.

Senioren machen ein Drittel der Weilheimer Bevölkerung aus

Auch wenn Kurt Dörr, Erich Jordan und Peter Rabe die Hauptarbeit leisteten, wie Knabe betont, sei er an Projekten wie dem Infoblatt, „Seniorenkompass“, Seniorenmesse und Bewegungsparcours beteiligt gewesen.

Er war auch derjenige, der den 2004 gegründeten Arbeitskreis Senioren wiederbelebt hat, nachdem dessen Arbeit zwischen 2011 und 2012 eingeschlafen war. Reaktiviert habe er den Arbeitskreis vor allem, weil „sich Senioren wie die Karnickel vermehren“, sagt er mit einem Schmunzeln. Immerhin würden sie ein Drittel der Weilheimer Bevölkerung ausmachen.

Knabe bleibt dem Arbeitskreis indes als Ehrenmitglied erhalten und will auch weiterhin an Projekten mitarbeiten. Nach seinem bisherigen bewegten Leben scheint es ohnehin schwer vorstellbar, dass er sich komplett zurückzieht. Ob als Chefarzt der Chirurgie im Knappschafts-Krankenhaus in Peißenberg, als Stadtrat für die „Bürger für Weilheim“ oder als Mediziner für „Ärzte ohne Grenzen“ in Afrika – immer war er es gewohnt, aktiv zu sein.

Bleibende Erinnerungen bei „Ärzte ohne Grenzen“

Und er hat bleibende Erinnerungen gesammelt. Mit der Tätigkeit für „Ärzte ohne Grenzen“ habe er sich einen Jugendtraum erfüllt. Nachdem seine Frau – mit der er gerade erst goldene Hochzeit feierte – 2002 gesundheitliche Probleme hatte, ist er als Chefarzt der Chirurgie ausgeschieden. Ein Jahr bleibt er an ihrer Seite. Als es ihr besser geht, sagt sie zu ihm: „Willst du nicht zu „Ärzte ohne Grenzen“ gehen? Das wolltest du doch schon immer.“ Ulf Knabe stimmt zu. Von 2003 bis 2009 ist er immer wieder in Zwei-Monats-Phasen unterwegs. Hauptsächlich in Afrika, aber auch eine Zeitlang in Haiti. Am bedrückendsten findet er die Armut. Ein Grund, warum er sich später für Geflüchtete engagiert. Doch auch die Brutalität der Drogen-Gangs in Haiti schockiert ihn. „Da wurde Menschen gezielt in den Kopf geschossen. Aber so, dass sie überleben“, erzählt er. In Erinnerung bleibt ihm außerdem ein Mann, der mit einem riesigen Loch im Rippenbereich ins Krankenhaus gelaufen kam. „Ihm haben drei Rippen gefehlt. Das Loch habe ich mit einem Hautmuskellappen geschlossen. Am nächsten Morgen saß er strahlend bei der Visite.“ Die Leute seien dort einfach anderes gewohnt.

Nun ist es an Monika Funk und Petra Stragies, den Arbeitskreis zu leiten. Einiges haben sie sich bereits vorgenommen. Künftig soll immer am letzten Sonntag im Monat ein Senioren-Stammtisch stattfinden. Der erste am 24. Februar im Dachsbräu-Stüberl in Weilheim. Die Projektarbeit geht also nahtlos weiter. Ohne Ulf Knabe als Leiter. Doch, sagt er, „als Chef habe ich mich eh nie gesehen“.

Von Christoph Zempel

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