Das sanierte Weilheimer Hallenbad wird voraussichtlich am 12. Oktober wieder öffnen. Der neue Drei-Meter-Sprungturm wird am Montag aufgebaut.
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Das sanierte Weilheimer Hallenbad wird voraussichtlich am 12. Oktober wieder öffnen. Der neue Drei-Meter-Sprungturm wird am Montag aufgebaut.

Strenge Corona-Schutzmaßnahmen

Weilheim: Saniertes Hallenbad vor Wiedereröffnung

Etwas später als geplant, nämlich erst ab 12. Oktober, wird das sanierte Weilheimer Hallenbad den Badegästen wieder zur Verfügung stehen – unter strengen Corona-Schutzmaßnahmen: Es dürfen nur eine begrenzte Zahl von Personen die Schwimmbecken und Ruhebereiche nutzen.

  • Die Wiedereröffnung des Weilheimer Hallenbades hat sich verzögert
  • Ab 12. Oktober kann dort wieder geschwommen werden
  • Es gibt einige Neuerungen für die Badegäste

Weilheim – „Es kommt in einzelnen Bereichen zu mehr oder weniger spürbaren Anpassungen für die Besucher“, sagt René Jakob vom Weilheimer Landratsamt auf Anfrage. „Insgesamt dürfen sich lediglich 30 Leute im Ruhebereich auf den Bänken aufhalten und 46 gleichzeitig im Wasser sein: 30 im Sport- und 16 im Lehrschwimmbecken.“ Für die übrigen Bereiche im Bad habe man versucht, „mit Augenmaß vernünftige Lösungen zu finden“.

Corona-Regeln machen viel zusätzliche Arbeit

Das heißt in Corona-Zeiten, dass die Besucher im Eingangs-, Kassen- und Umkleidebereich sowie auf den Toiletten Mund- und Nasenbedeckungen tragen müssen, nicht aber im Dusch- und Badebereich; dort gelten die üblichen Abstands- und Hygieneregeln. Entsprechende Beschilderungen, Hinweise und Markierungen werden dieser Tage angebracht. Für das Personal bedeuten die Corona-Vorschriften eine Menge zusätzliche Arbeit, weil exponierte Stellen wie Handläufe oder Toiletten immer wieder desinfiziert werden müssen. Außerdem ist während der Mittagspause der Schulen eine gründliche Zwischenreinigung und –desinfektion des gesamten Bades vorgesehen.

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Nicht nur die Zahl der Besucher wird in der kommenden Wintersaison eingeschränkt, sondern auch die Badezeit. Für die Schulen steht die Anlage von Montag mit Freitag jeweils von 8 bis 15 Uhr und für die Vereine jeweils montags und mittwochs von 15 bis 22 Uhr und am Samstagvormittag zur Verfügung; die übrigen Zeiten sind für das öffentliche Baden vorgesehen. Den genauen Belegungsplan kann man im Internet einsehen.

So viel kostet künftig der Eintritt

Die Badezeit beträgt jeweils 90 Minuten. Der Einzeleintritt für Erwachsene beträgt 2,90 Euro, Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre bezahlen zwei Euro. Aufgrund der spezielle Lage behalten bereits erworbene Zehner- und 25-er Karten bis Ende 2021 ihre Gültigkeit. Abgestimmt auf die aktuelle Situation will man auch Schwimm- und Fitness-Kurse anbieten.

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Nicht nur organisatorisch wird es in der Weilheimer Freizeitanlage zahlreiche Neuerungen geben: Während der langen Revisionszeit ist der Kassen- und Umkleidebereich umgebaut worden, der Fünfer-Sprungturm wird durch einen Drei-Meter-Turm ersetzt. „Außerdem haben wir neue Spinde und Umkleidekabinen eingebaut“, berichtet Jakob.

Der Fünfmeter-Turm ist passé

Auch in dem Bereich, den normalerweise kein Besucher zu Gesicht bekommt, hat sich einiges getan: Bei der Technik im Untergeschoss war eine umfangreiche Betonsanierung notwendig, um schadhafte Stellen zu beseitigen beziehungsweise zu erneuern. „Das mussten wir zum Erhalt der Standsicherheit des Gebäudes unbedingt machen“, so Jakob. Aktuell sei eine Machbarkeitsstudie in Arbeit, wie es mit dem 48 Jahre alten Bad weitergehen soll: Ob man weiterhin Jahr für Jahr hohe Summen aufwendet oder einen Neubau in Betracht zieht. Wenn das Ergebnis der Studie vorliegt, wollen Landkreis und Stadt eine Entscheidung treffen.

Das Defizit wird aufgeteilt

Die Kosten für alle Arbeiten während der vergangenen Monate beziffert Jakob auf rund 350 000 Euro. Darüber hinaus beträgt der regelmäßige Unterhalts- und Instandhaltungsaufwand für das Hallenbad durchschnittlich 100 000 Euro im Jahr. Das operative Defizit des Hallenbades von rund 600 000 Euro wird zu 60 Prozen von der Stadt Weilheim und zu 40 Prozent vom Landkreis ausgeglichen. Diese Aufteilung beruht auf den zeitlichen Anteilen des öffentlichen Badens und des Vereinsschwimmens (Stadt) und dem Anteil der Nutzung durch die Schulen (Landkreis).

68 000 Gäste im Jahr 2019

Die marode Anlage ist schon länger ein Sorgenkind und war in den vergangenen Jahren öfters in die Schlagzeilen geraten. So wurde im Herbst 2018 eine Schließung wegen technischer Probleme an der Wasseraufbereitungsanlage nötig, ein Jahr später machten Schäden die Sperrung von Sprungturm und Duschen notwendig; auch genügten die hygienischen Zustände nicht mehr den Ansprüchen. Heuer standen Badefreunde in den Faschingsferien wiederum vor verschlossenen Türen: Das Landratsamt machte wegen „umfangreicher Revisionsarbeiten“ die Anlage erneut dicht und machte wegen Corona und Sommerferien gar nicht mehr auf.

Im Jahr 2019 hatten rund 68 000 Gäste das Hallenbad genutzt: 13 000 beim Schul- und 27 000 beim Vereinsschwimmen sowie 28 000 während der öffentlichen Badezeit.

Peter Stöbich

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