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Stolz präsentieren Kämmerer Norbert Merk und Landrätin Andrea Jochner-Weiß die neuen Geräte.

Fördermittel vom Bund ausgegeben

463 neue iPads für die Schulen im Landkreis: Wer bekommt eines?

  • Sebastian Tauchnitz
    vonSebastian Tauchnitz
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400 000 Euro gab der Landkreis Weilheim-Schongau aus, um Leih-iPads für Schüler anzuschaffen. Nach den Ferien sollen sie ausgegeben werden. 

  • Der Landkreis Weilheim-Schongau hat 463 iPads für die Schulen in seiner Trägerschaft gekauft.
  • Dafür flossen 400 000 Euro von der Bundesregierung.
  • Die Geräte sollen nach den Ferien ausgegeben werden - wer eines geliehen bekommt, sollen die Schulen selbst entscheiden.

Landkreis – Eine solche Lieferung bekommt man auch nicht alle Tage. 463 iPads, dazu passende digitale Stifte und Aufbewahrungsboxen brachte der Postbote dieser Tage ins Landratsamt, wie Kreiskämmerer Norbert Merk berichtet.

Die Corona-Krise machte es möglich. Als die Schulen geschlossen wurden, herrschte zunächst einige Unsicherheit. Klar, die Schüler sollten auch zu Hause unterrichtet werden, sollten sich digital Aufgaben abrufen und sie digital an ihre Lehrer übermitteln. Das brachte viele Eltern in die Bredouille. Viele gerade der jüngeren Schüler hatten noch kein eigenes Laptop oder ein Tablet, was an Rechnern daheim verfügbar war, brauchten die Eltern oft selbst, weil sie im Homeoffice arbeiteten. 

400 000 Euro flossen als Förderung von der Bundesregierung

Wer konnte und etwas Lieferbares fand, bestellte neue Technik. Wer jedoch finanziell nicht dazu in der Lage war, der stand vor einem unlösbaren Problem. Vereine und Firmen sprangen ein, möbelten gebrauchte Laptops wieder auf oder sponserten neue, um Bedürftigen zu helfen (wir berichteten mehrfach). Doch es reichte nicht, um den Bedarf zu decken.

Die Bundesregierung versprach Fördermittel und der Landkreis griff zu, wie Kreiskämmerer Merk berichtet. 400 000 Euro waren aus Berlin zugesagt. „Da haben wir sofort reagiert“, sagt Merk. Dem Landkreis kam dabei sehr zu gute, dass er bereits in den vergangenen Jahren ein IT-Konzept für alle Schulen in seiner Trägerschaft erstellt hat und nun Stück für Stück umsetzt.

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„Bei einem Auftrag dieser Größenordnung kann man nicht einfach beim Elektromarkt anrufen und sagen: Bringt das mal vorbei. Das muss normalerweise europaweit nach Vergabeordnung ausgeschrieben werden“, so der Hüter der Kreisfinanzen. „Normalerweise“, weil der Landkreis im Rahmen des IT-Konzepts so genannte Liefer-Rahmenverträge ausgeschrieben und abgeschlossen hat. „So können wir die Geräte nach den Ferien verteilen. Hätten wir europaweit ausschreiben müssen, wäre die Lieferung erst im November oder Dezember eingetroffen“, so Merk.

Pro Schule werden ein bis zwei Klassensätze ausgeliefert

Jetzt bekommt jedes neue iPad noch eine Landkreislogo eingraviert und wird „vermögensmäßig erfasst“, dann werden die Klassensätze an die Schulen in Trägerschaft des Landkreises geliefert. Meist seien es ein oder zwei Klassensätze, die pro Schule leihweise ausgegeben werden könnten, berichtet der Kreiskämmerer.

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Wer ein solches Leihgerät erhalten kann, ist nicht genau festgelegt. „Es sind keine Vergabekriterien festgelegt, darüber entscheiden die Schulen selbst“, so Merk. Es gebe keine Vorschrift, dass ein ALG-II-Bescheid vorgelegt werden müsse, um den Anrecht auf ein Leihgerät zu erhalten. 

„Allerdings gehen wir davon aus, dass die Schulen mit einem gewissen Augenmaß vorgehen. Definitiv nicht gewünscht ist, dass der Sohn der Penzberger Ärztin oder die Tochter des Roche-Ingenieurs aus diesem Pool das gewünschte Dritt-Gerät erhalten“, stellt er klar. Es sei auch möglich, dass Schulen gar keine Tablets als Leihgeräte ausgeben, sondern stattdessen einfach Klassensätze im Unterricht einsetzen.

Ersatzgeräte muss der Landkreis dann selbst bezahlen

So oder so hofft man beim Landkreis auf einen pfleglichen Umgang mit den iPads. Denn man geht zunächst von der üblichen Nutzungsdauer von fünf bis sieben Jahren für IT-Ausstattung aus. Eines ist allerdings laut Merk jetzt schon klar: „Die Förderung des Bundes ist eine einmalige Sache und nur als Anschub gedacht. Ersatzbeschaffungen müssen aus dem Kreishaushalt finanziert werden.“ Will meinen, dass die Kosten für die IT-Ausstattung der Schulen und der Schüler in den kommenden Jahren weiter steigen werden.

Eine Absage erteilte Merk derweil der Forderung der Grünen-Fraktion im Kreistag, der Landkreis solle Schülern aus sozial schwachen Familien auch Drucker und gegebenenfalls Internetzugänge zur Verfügung stellen: „Das können, dürfen und werden wir nicht“, so Merk.

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